Für Abc-Schützen wird's ernst

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Landkreis Traunstein - Für 1438 Abc-Schützen beginnt im Landkreis Traunstein am Dienstag, 14. September, die Schulzeit. Das sind 41 weniger als im Vorjahr.

Im Vergleich zu diesem Rückgang um drei Prozent waren es im Vorjahr noch 7,4 Prozent weniger Schulanfänger.

Für den Beginn der Schulpflicht gilt ab 1. August eine Neuregelung, nach der alle Kinder, die bis zum 30. September sechs Jahre alt werden, schulpflichtig sind. Die Möglichkeit, Kinder früher einzuschulen oder um ein Jahr zurückzustellen, besteht aber weiterhin.

Zusammen mit den 4725 Kindern in den zweiten bis vierten Jahrgangsstufen besuchen heuer 6163 Schüler die Grundschulen in 293 Klassen, der Durchschnitt liegt bei 21 Kindern pro Grundschulklasse.

An den 42 öffentlichen und drei privaten Volksschulen im Schulamtsbezirk besuchen im kommenden Schuljahr insgesamt 9941 Schüler in 475 Klassen den Unterricht in den ersten mit zehnten Jahrgangsstufen. Das sind 420 Schüler und 14 Klassen weniger als im vergangenen Schuljahr. Der Schülerrückgang in der Hauptschule mit heuer 158 Schülern ist etwas zurückgegangen. Hier konnten bei 3778 Schülern noch 182 Klassen gebildet werden, im Vorjahr waren es 196; die durchschnittliche Klassenstärke liegt bei 20,7.

Entsprechend dem neuen Gesetz zur Einrichtung von Mittelschulen gehen auch im Landkreis Traunstein mit Beginn des neuen Schuljahres vier solche Mittelschulen an den Start.

Diesen Titel erhalten die Franz-von-Kohlbrenner-Hauptschule in Traunstein, die Werner-von-Siemens-Hauptschule in Traunreut, die Schule Salzachtal in Fridolfing sowie der Schulverbund Mittleres Alztal, bestehend aus der Hauptschule Trostberg, der Volksschule Tacherting und der Volksschule Altenmarkt; weitere Verbundbildungen sind geplant.

Zur "Mittelschule" können Hauptschulen künftig ernannt werden, wenn sie ihren Schülern drei berufsorientierte Zweige - Technik, Wirtschaft, Soziales - , ein Ganztagesangebot und einen mittleren Schulabschluss auf dem Niveau von Wirtschafts- und Realschulen anbieten können. Dieser mittlere Bildungsabschluss kann wie bisher auch weiterhin über die M-Züge an den Hauptschulen in Grassau, Obing und Waging erreicht werden.

Im Juli 2011 werden insgesamt 310 Schüler an dieser Abschlussprüfung zur mittleren Reife teilnehmen.

Im Hauptschulbereich gibt es im kommenden Schuljahr neben den beiden Praxisklassen an den Hauptschulen Franz von Kohlbrenner und Werner von Siemens, die mit sozialpädagogischer Unterstützung seit langem erfolgreich laufen, wieder zwei Kooperationsklassen zwischen der Haupt- und der Berufsschule in Traunstein. Dabei werden Schüler, die nach Ende der neunten Klasse weder einen Abschluss noch eine Lehrstelle gefunden haben, in einem Wiederholungsjahr im Wechsel von Hauptschul- und Berufsschullehrern an der Berufsschule 1 in Traunstein unterrichtet. Darüber hinaus absolvieren sie im 14-tägigen Wechsel verschiedene Praktika, die über das Bildungszentrum in Haslach organisiert und von einem Sozialpädagogen begleitet werden.

Mit Unterstützung des Landratsamtes wird mittlerweile an zehn Hauptschulen des Landkreises Schulsozialarbeit angeboten. Außerdem leisten an den Hauptschulen in Traunstein und Traunreut zwei Berufseinstiegsbegleiter sehr erfolgreiche Arbeit in der Begleitung der Schülerinnen und Schüler in den Beruf.

Dazu werden auch mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der Agentur für Arbeit und der Regierung von Oberbayern vertiefte Berufsorientierungsmaßnahmen an allen Hauptschulen durchgeführt. Durch die hohe Bereitschaft vieler Firmen vor Ort haben so viele Hauptschüler die Möglichkeit sich vor der endgültigen Berufswahl ein genaues Bild von der Arbeitswelt zu machen.

Offene Ganztagsschulen sind in Fridolfing, Grassau, Obing, Tacherting, Tittmoning, Trostberg-Hauptschule, Übersee, Waging-Hauptschule und der Heimvolksschule Niedernfels angeboten. Neben dem bestehenden gebundenen Ganztageszug der Hauptschule Traunreut werden die Ganztageszüge an der Franz-von-Kohlbrenner-Hauptschule und der Heinrich-Braun-Hauptschule in Trostberg weiter ausgebaut.

14.706 Lehrerstunden stehen dem Schulamt zur Versorgung des Unterrichts an den Grund- und Hauptschulen zur Verfügung. Alle Klassen haben ihren Klassenlehrer und für den Fachunterricht werden zusätzliche Lehrer sowie Fachlehrerinnen und Fachlehrer eingesetzt. Zur Förderung nicht deutsch sprechender Schüler sind weitere 280 Stunden (20 mehr als im Vorjahr) ausgewiesen. Im Rahmen der Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund wurden zwei zusätzliche Klassen gebildet (je eine an der Grundschule Traunreut Nord und eine an der Grundschule Traunreut Sonnenschule), da hier der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund bei über 50 Prozent liegt.

Das Kontingent für den Aushilfsdienst (mobile Reserve) bewegt sich mit 890 Lehrerstunden in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, im November und Januar (Krankheitswelle) wird diese Stundenzahl weiter aufgestockt.

Sechs Schulpsychologinnen und zehn qualifizierte Beratungslehrer versuchen bei Lern-, Leistungs-Verhaltensschwierigkeiten zu helfen.

re/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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