Zu 3060 Einsätzen ausgerückt

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Ein Trümmerfeld bot sich den Feuerwehrkräften in Inzell-Breitmoos. Ein Ehepaar kam bei einer Hausexplosion ums Leben.

Traunstein - Viel zu tun hatten die 81 Feuerwehren im Landkreis Traunstein im vergangenen Jahr. Die Zahl der Einsätze stieg um 15 Prozent!

Zu 3060 Einsätzen rückten die 81 Feuerwehren im Landkreis Traunstein im vergangenen Jahr aus. Das sind 414 Einsätze mehr als im Vorjahr, was einer Zunahme um 15 Prozent entspricht. Dabei leisteten die 4287 Feuerwehrmänner und 257 Feuerwehrfrauen 66.623 Einsatzstunden (plus 27 Prozent).

Dies geht aus der Einsatzbilanz 2009 hervor, die Kreisbrandrat Hans Gnadl bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein vorstellte. Es handelte sich in der Aula der Gewerblichen Berufsschule I zugleich um die Dienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter im Landkreis Traunstein.

Besonders personal- und zeitintensiv waren die Löscheinsätze. Die Einsatzstunden zur Brandbekämpfung stiegen um 75 Prozent auf 17.474. 2110 Einsätze betrafen technische Hilfeleistungen, zum Beispiel die Rettung eingeklemmter Personen bei Verkehrsunfällen, die Beseitigung von Sturm- und Hochwasserschäden oder Einsätze zum Schutz der Umwelt, wie das Binden von Ölspuren auf Fahrbahnen oder Gewässern. Die technischen Hilfeleistungen sind mit 69 Prozent der Gesamteinsätze die Hauptaufgabe der Floriansjünger im Landkreis Traunstein. Dagegen waren nur 8,4 Prozent der Feuerwehreinsätze des letzten Jahres Löscheinsätze. Insgesamt 258-mal gab es Feueralarm.

Alle Berichte, Bilder und Videos zur Hausexplosion in Inzell

Der außergewöhnlichste Einsatz war die Explosion eines Wohnhauses in Inzell-Breitmoos am 5. August. "Es war ein Bild des Schreckens. Durch die gewaltige Detonation gab es nichts mehr zu retten", beschrieb Gnadl seine Eindrücke in der Einsatznacht. Die Explosion wurde in suizidaler Absicht von den Hausbesitzern selbst herbeigeführt. Das Ehepaar kam ums Leben.

Trümmerfeld nach Explosion

Wohnhaus in Inzell explodiert

Alle Berichte, Bilder und Videos zum schweren Unfall bei Grassau

Einer der schwierigsten und psychisch sehr belastenden Rettungseinsätze war ein schwerer Verkehrsunfall am 4. Juni auf der Bundesstraße 305 zwischen Grassau und Rottau. Für einen 18-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Vier weitere Insassen mussten mit schwersten Verletzungen aus den völlig demolierten Wracks gerettet werden.

Tödlicher Verkehrsunfall

Der Tag nach dem Unglück

Die 76 freiwilligen Feuerwehren, drei Werk- und zwei Betriebsfeuerwehren im Landkreis Traunstein wurden außer zu Bränden und technischen Hilfen auch zu 224 Rettungseinsätzen alarmiert. Die meisten Einsätze hatten die Feuerwehren im südlichen Landkreis zu bewältigen. Auf den Inspektionsbereich "Land 2", der die Feuerwehren im Achental und südlich der Bundesautobahn umfasst, entfielen mehr als 35 Prozent aller Einsätze. Bezogen auf die Tageszeit waren die Feuerwehren des Landkreises zwischen 16 und 20 Uhr am häufigsten, nämlich 1010-mal im Einsatz. Mit 462 Alarmen wurden im Juli die meisten Einsätze registriert.

Rund 800 Mädchen und Buben gehören den Jugendfeuerwehren im Landkreis Traunstein an. Kreisjugendwart Florian Reiter appellierte an die Feuerwehren, sich weiter intensiv um die Jugend zu kümmern.

"Die Menschen im Landkreis können sich 100-prozentig auf die Rettungs- und Hilfsdienste verlassen. Die Feuerwehren sind dabei ein unverzichtbarer und wertvoller Partner für die Sicherheit von 170.000 Menschen in 35 Kommunen", würdigte Landrat Hermann Steinmaßl den Dienst der Feuerwehren. "Die Floriansjünger helfen Mitmenschen in Gefahr und Notsituationen, schnell und bedingungslos, unter Einsatz des eigenen Leibes und Lebens." Der vorbildliche Einsatz von Feuerwehren und Rettungsdiensten beim Felssturz am 25. Januar habe gezeigt, was Helfer bereit sind zu leisten: Bis zur absoluten körperlichen und psychischen Erschöpfung mit unbändigem Rettungswillen, hoch motiviert und engagiert seien die Einsatzkräfte ans Werk gegangen, um Leben zu retten.

pv/Chiemgau-Zeitung

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