Altes Bettenhaus in neuem Glanz

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Das Werk ist vollbracht: Die Architekten Hans Romstätter und Jörg Hohberg überreichten den Schlüssel an Landrat Hermann Steinmaßl und Stefan Nowack, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates und den Geschäftsführer der Kreiskliniken Traunstein-Trostberg GmbH (von rechts).

Traunstein - Auf dem Weg zur Sanierung und Erweiterung des Krankenhauses in Traunstein hat die Kreiskliniken Traunstein-Trostberg GmbH einen weiteren Markstein erreicht: Das Bettenhaus West erstrahlt in neuem Glanz.

Mit einer Feierstunde im Hangar des Rettungshubschraubers "Christoph 14" hat die GmbH diesen sechsten Bauabschnitt abgeschlossen. Die Gesamtkosten betragen 14,7 Millionen Euro.

In dem Trakt, den die GmbH einweihte, können rund 120 Patienten untergebracht werden - und damit so viele wie vor der Sanierung. Insgesamt verfügt das Krankenhaus in Traunstein weiter über 524 Planbetten. Den sechsten Bauabschnitt finanzieren der Freistaat Bayern mit 10,8 Millionen Euro und der Landkreis mit 3,9 Millionen.

Das Werk ist vollbracht: Die Architekten Hans Romstätter und Jörg Hohberg überreichten den Schlüssel an Landrat Hermann Steinmaßl und Stefan Nowack, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates und den Geschäftsführer der Kreiskliniken Traunstein-Trostberg GmbH (von rechts).

Anstelle von Markus Söder - der Staatsminister für Umwelt und Gesundheit hatte seine Teilnahme abgesagt - hielt Dr. Gerhard Knorr, der Leiter der Krankenhausversorgung im Ministerium, die Festansprache. Er nannte das Klinikum einen Garanten für eine hochwertige Klinikversorgung. Der sechste Bauabschnitt sei dafür ein maßgeblicher Sprung. In Traunstein werde viel investiert. Dies entspreche der medizinischen Entwicklung. "Die 10,8 Millionen Euro des Freistaates für diesen Bauabschnitt sind bestens angelegt." Die Kliniken des Landkreises stünden wirtschaftlich gut da und verfügten über eine hervorragende medizinische Qualität. "Das Versorgungsangebot wird ständig ausgebaut, damit sind sie am Puls des medizinischen Fortschritts", so Knorr. Er hob das Brust-, Darm- und Gefäßzentrum sowie die Einrichtung der Kinderchirurgie und Kinderpsychosomatik hervor. Demnächst soll eine Neurochirurgie etabliert werden. "Sie ist eine unabdingbare Abrundung für ein Haus mit einem Traumazentrum", betonte er. Knorr wies auf die finanziellen Anstrengungen Bayerns für das Klinikum hin. Für die Bauabschnitte eins bis fünf flossen seinen Angaben zufolge Fördermittel von 81 Millionen Euro, zusammen mit dem sechsten Bauabschnitt 92 Millionen Euro. Für den siebten Bauabschnitt seien sechs Millionen Euro bewilligt, deren Auszahlung erst kürzlich auf 2010 vorgezogen worden sei.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Kreiskliniken Traunstein-Trostberg GmbH, Landrat Hermann Steinmaßl, ging auf die vergangene Woche beschlossene Fusion mit den Kliniken des Berchtesgadener Landes zur "Kliniken Südostbayern AG" ein. "Die Fusion ist die Antwort auf die wechselnden Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und die besondere Situation auf dem Land durch eine schwierigere medizinische Versorgung." Das Klinikum Traunstein sei das "Flaggschiff" der "Kliniken Südostbayern AG". Steinmaßl: "Wir haben erreicht, dass zwischen 2007 und 2009 kein Betriebsdefizit mehr angefallen ist."

In dynamischen Krankenhäusern werde immer gebaut, sagte Stefan Nowack, der Geschäftsführer der GmbH. In den vergangenen zwei Jahren sei der Westflügel zum Teil abgerissen und neu aufgebaut worden. "Das gesamte Krankenhaus musste umorganisiert, Stationen verlegt und zusammengeschlossen werden. Umleitungen für Patienten und Besucher waren unvermeidlich", schilderte er die Situation. Das Klinikum habe bewiesen, dass es auch unter erschwerten Bedingungen wie Organisationsänderungen erfolgreich arbeiten könne.

"Mit dem Einzug in die neuen Räume ist der klinische Alltag wieder eingetreten", stellte der ärztliche Direktor, Professor Dr. Rupert Ketterl, fest. Er wollte das Gesundheitssystem nicht in Frage stellen. "Aber bei allen Sparansätzen darf der Patient nicht zum Gegenstand eines Produktionsvorgangs werden." Er sei ein Mensch mit persönlicher Bindung an die Behandelnden. Insgesamt präsentiere sich das deutsche Gesundheitssystem als eines der besten in der Welt.

Auch wenn es ihr nicht mehr gehöre, so sei das Klinikum in die Stadt eingebunden, meinte Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Als Vision wünschte er sich eine zentrale Schulbildungseinrichtung wie eine Fachhochschule, die an das Klinikum angegliedert werden könnte.

Die Krankenhauslandschaft werde kräftig durcheinander gewirbelt, sagte CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Steiner. Deshalb seien die Krankenhäuser durch die Fusion fit gemacht worden. Voraussetzung dafür sei die rechtliche Umwandlung 1995 in eine GmbH, die Betonung der kommunalen Trägerschaft sowie der Wille gewesen, die Krankenhäuser in Traunstein und Trostberg immer wieder zu renovieren, umzubauen und zu modernisieren.

Der sechste Bauabschnitt sei keine Erweiterung, sondern eine Anpassung an die steigenden Anforderungen gewesen, erklärte Architekt Hans Romstätter. Ein Drittel des südlichen Bereichs sei aus statischen Gründen abgebrochen und 5000 Quadratmeter für Bettenzimmer gebaut worden. Ferner seien Tageskliniken der Onkologie, Schmerztherapie und Kinderheilkunde sowie eine Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) entstanden. Rund 40 Firmen seien am Bau beteiligt gewesen. Romstätter nahm mit Landrat Steinmaßl die symbolische Schlüsselübergabe vor. Der reichte ihn an den Geschäftsführer weiter.

Die Segnung des neuen Bettenhauses nahmen Diakon Klaus Wendel und Pfarrerin Anne Loreck-Schwab vor.

bjr/Chiemgau-Zeitung

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