Daxenberger kämpft gegen „Heuschrecken“

Trostberg - Sepp Daxenberger kämpft um den Erhalt der Arbeitsplätze bei der Firma AlzChem. Der Konzern wurde an den Investor Bluo für etwa 78 Millionen Euro verkauft. Der mögliche Abbau von Stellen beunruhigt die Mitarbeiter.

Nach Informationen der Financial Times Deutschland hat Bluo für den Verkauf der vier Wasserkraftwerke rund 60 Millionen Euro bekommen und damit den größten Teil des Kaufpreises für Alzchem von 78 Millionen Euro refinanziert. Auf Alzchem kommen nun große finazielle Lasten zu, denn künftig muss der energieintensive Chemiebetrieb den von den Kraftwerken produzierten Strom kaufen. 

Im Zwielicht der Transaktion stehen nun die beiden Geschäftsführer von Bluo, Martin Vorderwülbecke und Peter Löw. Sie gründeten Bluo 2008 nachdem sie bei der mDax Firma Arques ausgestiegen waren und ihre Aktien für einen dreistelligen Millionbetrag verkauften.

 „Ich vermute, dass Bluo schnell an die Börse will, um den Preis der Firma hochzutreiben und dann die letzten Sparten von AlzChem zu veräußern“, sagte Sepp Daxenberger im Gespräch mit chiemgau24. Dann werde Bluo Konkurs anmelden und alle 1400 Arbeiter wären auf der Straße. Hinzu komme der Verlust weiterer Arbeitsplätze, die mit dem Konzern verbunden seien, etwa lokale Handwerksbetriebe, die ihre Funktion als Zulieferer verlören, so Daxenberger.

„Wir wollen nun Druck ausüben, in der Öffentlichkeit und im Bayerischen Landtag.“ Eine Anfrage an das Wirtschaftsministreium sei lapidar mit einem „Wir wissen nichts konkretes über Bluo und den Fall AlzChem“ beanwortet worden. (sf)

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