Annäherung an Ernst von Dombrowski

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Traunstein - Das „Historische Schaufenster“ widmet sich dem Leben und Werk des bekannten Künstlers.

In einem neu gestalteten „Historischen Schaufenster“ können sich die Besucher des Traunsteiner Rathauses über Leben und Werk des Künstlers Ernst von Dombrowski (1896-1985) informieren. Ausgestellt sind unter anderem Drucke, Zeichnungen und Bücher, aber auch Schneidewerkzeuge, die der Holzschneider für seine Arbeit verwendete. 1978 vermachte Dombrowski einen Teil seines Lebenswerkes der Stadt Traunstein.

Die Schenkung von über 800 Holzdruckstöcken und Originalabzügen sowie einer Fülle von Zeichnungen gab damals auch den Anstoß zur Gründung der Städtischen Galerie. Für den Schaukasten im Rathaus hat die Leiterin der Galerie, Judith Bader, eine Reihe von Exponaten ausgewählt und diese mit Erläuterungen zum Leben des Künstlers ergänzt.

Zwei Weltkriege, wechselnde Wohnorte und ein berufliches Auf und Ab kennzeichnen das Leben des 1896 im österreichischen Emmersdorf an der Donau geborenen Ernst von Dombrowski. Recht mühsam verdiente er sich anfangs sein Geld mit Gebrauchsgrafik. Erst in den 30er Jahren kam er zum Holzschnitt und hatte damit bald ansehnlichen Erfolg. 1938 wurde er zum Professor für Grafik an die Akademie für angewandte Kunst in München berufen. Diese akademische Auszeichnung, seine häufigen Veröffentlichungen in nationalsozialistischen Publikationen und seine kontinuierlichen Beteiligungen an der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ im Haus der Kunst in München lassen ihn zu den Künstlern zählen, deren Werk sich in die Weltanschauung des Dritten Reiches einfügte. 1945 verlor er deshalb nicht nur seine Professur, sondern wurde für seine kulturpolitischen Aktivitäten mit zwei Jahren Haft im Internierungslager bestraft. Nach der Haft ließ sich Dombrowski in Siegsdorf nieder und konnte bald wieder einen großen Kreis von Bewunderern um sich scharen.

Seine künstlerische Beschäftigung wandte sich nun zunehmend der Illustration von Werken der Weltliteratur und dem Zeichnen von Mädchenporträts zu. Bedeutung erlangte das künstlerische Werk Dombrowskis durch seine Arbeiten im Bereich der Buchillustration. Eine herausragende Stellung nimmt dabei das Werk von Adalbert Stifter ein, dem sich der Künstler wiederholt zugewendet hat. Zunehmend bebilderte er auch eigene, kleine Texte, oft mit besinnlichem, aber auch mit heiterem Inhalt. Seine nachlassende Sehkraft zwang ihn in seinen letzten Lebensjahren, vom Verfahren des Holzschnittes Abstand zu nehmen, bis zu seinem Tod im Jahr 1985 widmete er sich deshalb verstärkt der Zeichnung.

Wer sich über Ernst von Dombrowski informieren möchte, kann zu den Öffnungszeiten des Rathauses einen Blick in das „Historische Schaufenster“ im Untergeschoss werfen.

Pressemitteilung Stadt Traunstein

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