Arbeitslosenquote sinkt auf 3,7 Prozent

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Landkreis - „Der regionale Arbeitsmarkt zeigte sich sehr dynamisch und führte zu einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit“, so Harald Neubauer, Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur.

„Die Arbeitslosenquote für den gesamten Agenturbezirk (Hauptagentur in Rosenheim mit den Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen) ist im Vergleich zum Vormonat erneut gesunken und zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote – ebenfalls für den Monat März – noch 4,7 Prozent. Im Bereich unserer Geschäftsstelle Wolfratshausen haben wir mit einer Arbeitslosenquote von „nur“ noch 2,7 Prozent Vollbeschäftigung erreicht.“

Neubauer zu diesem erfreulichen, aktuellen Ergebnis der Arbeitsmarktdaten: „Insgesamt waren am 15.03.2011, dem statistischen Zähltag, 9 940 Menschen arbeitslos gemeldet, über 2 400 Erwerbslose weniger als noch vor einem Jahr. Ein kurzer Blick zurück zum Jahr 2005 (Einführung des Sozialgesetzbuches II) verdeutlicht den Rückgang noch drastischer, damals waren im März 19 490 Arbeitslose gemeldet, also fast 10 000 Bürgerinnen und Bürger mehr.“

Von Mitte Februar bis Mitte März herrschte rege Bewegung auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Einerseits erfolgten 2 620 neue oder erneute Arbeitslosmeldungen, 1 270 davon aus Erwerbstätigkeit und fast 200 aus schulischen und betrieblichen Ausbildungen. Andererseits meldeten sich 3 500 Personen aus unterschiedlichsten Gründen ab, darunter 1 860 in Arbeit. Gerade bei den Außenberufen, wie im Garten- und Landschaftsbau, im Baugewerbe und bei den Bau nahen Berufen wurde mit dem schönen Wetter die Arbeit wieder aufgenommen. Viele Arbeitslose aus diesen witterungsabhängigen Sparten haben sich daher im Laufe des Berichtszeitraumes bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern abgemeldet. Das Hotel- und Gaststättengewerbe – insbesondere in den Sommermonaten ein wichtiger Wirtschaftszweig der Region – wird das Stammpersonal verstärkt erst zu den Osterfeiertagen wieder einstellen. Hier läuft zurzeit lediglich eine Nebensaison, die nicht so personalintensiv ist.

Neubauer ergänzt: „Nachdem der Abbau der Arbeitslosigkeit aber quer durch alle Branchen geht, kann ich mit Gewissheit sagen, der Frühjahrsaufschwung ist da, es herrscht allgemein eine gute Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. In Teilbereichen stehen seit Monaten nicht mehr genügend junge Fachkräfte zur Verfügung. Ich möchte daher den Personalverantwortlichen die „älteren“ Bewerber über 50 ans Herz legen. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt mittlerweile über 35 Prozent und diese Situation wird sich nur dann ändern, wenn ein Umdenken erfolgt. Stellen Sie die positiven Eigenschaften Älterer in den Vordergrund. Sie verfügen häufig über eine große Fachkompetenz und viel Erfahrung. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die „Entgeltsicherung für Ältere“ hinweisen. Wenn eine Beschäftigung aufgenommen wird, in der ein geringeres Entgelt erzielt wird, können damit Gehaltseinbußen zum Teil ausgeglichen werden. Also besprechen Sie die Situation mit meinen Vermittlungsfachkräften vom Arbeitgeber-Service (Arbeitgeber-Hotline 0180 - 1664466, täglich bis 18.00 Uhr, auch am Freitag).“

Auf der Nachfrageseite, sprich bei der Meldung freier Arbeitsstellen, ist zwar gegenüber dem Vormonat ein leichtes Minus zu verzeichnen. Vom 16.02.2011 bis 15.03.2011 (Berichtszeitraum) wurden 1 030 offene Stellen für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung der Agentur für Arbeit zur Besetzung gemeldet. Neubauer dazu: „Zur Monatsmitte hatten wir einen Stellenpool von 2 580 zu besetzenden Arbeitsplätzen, davon eine Reihe für den Bereich der Zeitarbeit. Wir veranstalten deshalb in Zusammenarbeit mit den Zeitarbeitsfirmen hier in der Region am 07.04.2011 eine Zeitarbeitsmesse. Jeder, der Arbeit sucht, oder sich auch nur über das Angebot dieser speziellen Branche informieren möchte, ist dazu herzlich eingeladen.“

Erste Daten vom Ausbildungsmarkt – Es gibt noch viele offene Ausbildungsstellen!

Das so genannte Berufsberatungsjahr läuft immer vom ersten Oktober bis zum 30. September des Folgejahres. Jetzt im März kann daher eine erste Zwischenbilanz gezogen werden, wie sich der spezielle Markt für die jugendlichen Schulabgänger abzeichnet. Seit Beginn des Berichtjahres haben sich 2 170 junge Männer und Mädchen für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen, 90 weniger als im letzten Jahr um diese Zeit. Jetzt aktuell suchen noch 1 300 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle. Auf der Stellenseite sieht es wie folgt aus: 2 560 Ausbildungsstellen wurden uns von Betrieben, Verwaltungen, Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern etc. gemeldet, 1 600 davon sind noch zu besetzen.

Neubauer dazu. „In diesem Jahr ist die Situation für die Jugendlichen – trotz des doppelten Abiturjahrganges – sehr gut. Auf zwei Dinge möchte ich trotzdem kurz hinweisen. Mein erstes Anliegen richtet sich an die Betriebe: Geben Sie auch schulisch schwächeren Bewerbern eine Chance. Es gibt eine Reihe von Fördermöglichkeiten wie zum Bespiel die ausbildungsbelgleitenden Hilfen (abH), so eine Art Nachhilfeunterricht während der Ausbildung, mit dem wir sehr gute Erfolge erzielen. Mein zweites Anliegen richtet sich an die Jugendlichen: Nutzt die gute wirtschaftliche Lage und beginnt mit einer betrieblichen Ausbildung, sie ist immer ein guter Grundstock für alle weiteren beruflichen Schritte. Wer noch keine Stelle hat, sollte so schnell als möglich einen Termin mit dem Berufsberater oder der Berufsberaterin unter der Telefonnummer 0180 - 1555111 vereinbaren.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1 769 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um 132 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist auf 5,6 Prozent gesunken. Von den betroffenen Personen werden derzeit 741 (minus 123) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 1 028 gegenüber dem Vormonat ebenfalls gesunken (minus neun).

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent auf. Hier sind mit 4 262 erwerbslosen Personen, 402 weniger gemeldet als im Februar. Von den Beschäftigungslosen werden 2 467 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 374 weniger als im Februar. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1 795 Frauen und Männer zuständig, 28 weniger als im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 2 007 gemeldeten Arbeitslosen eine Abnahme (minus 160) bei der Arbeitslosigkeit. Die Quote hat sich hier auf 3,2 Prozent verringert. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 1 196 Erwerbslose, 178 weniger als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 811 SGB II – Kunden (plus 18 gegenüber dem Vormonat).

Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 3,9 Prozent (minus 0,4 Prozentpunkte zum Vormonat). Hier sind derzeit 1 904 Personen erwerbslos gemeldet, 192 weniger als im Vormonat. 1 225 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 171 weniger als im Februar. Die optierende Kommune verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Minus von 21 Betroffenen, aktuell sind 679 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit - Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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