Asylbewerberheim vorerst vom Tisch

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Dr. Marcus Rupprecht ist der private Interessensvertreter der Objektgemeinschaft.
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Traunstein - Die Eigentümer des ehemaligen Post-Gebäudes, in das ein Asylbewerberheim kommen sollte, haben sich aus den Vertragsverhandlungen mit dem Freistaat zurückgezogen. Der Grund:

Erst vor kurzem wurde bekannt, dass in den noch freien und unvermieteten Teilen des ehemaligen Post- und späteren Telekom-Gebäudes in der Nussbaumerstrasse in Traunstein ein Asylbewerberheim entstehen soll. 38 Flüchtlinge sollten dort übergangsweise ein neues Zuhause finden. Doch wie der private Interessensvertreter der Objektgemeinschaft, Dr. Marcus Rupprecht, bei der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend bekanntgab, werde man sich von Seiten der Eigentümer jetzt von den Vertragsverhandlungen mit dem Freistaat zurückziehen.

Im Klartext: In dem Gebäude an der Nussbaumerstrasse wird vorerst kein Asylbewerberheim entstehen.

Grund für den Rückzug seien die vielen Anfeindungen gegen die Mitglieder der Eigentümergemeinschaft gewesen: "Es hat einen regelrechten Shitstorm im Internet gegeben. Die Eigentümer fürchten um ihren guten Ruf", so Rupprecht im Gespräch mit chiemgau24.de.

Ursprung für die Angst der Anwohner seien seiner Meinung nach aber nicht die Flüchtlinge selbst, sondern die befürchtete Wertminderung der Immobilien, durch ein solches Asylbewerberheim. Bei den Zuhörern des Infoabends sorgte diese Aussage aber nur für Kopfschütteln. Einer der Anwohner bemängelte vielmehr die geplante Größe des Heims. Mit 114 Betten und 51 Zimmern biete das Asylbewerberheim, seiner Meinung nach, keinen ausreichenden Lebensraum für die Flüchtlinge.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke meinte nach der Diskussion: "Das Thema ist jetzt zwar vom Tisch, was die Nussbaumerstrasse angeht. Aber nicht, was die Kreisstadt Traunstein angeht." Und damit könnte der Oberbürgermeister recht behalten, denn für 12 Asylbewerber, die derzeit noch in Inzell untergebracht sind, muss bis zum 11. Juli eine neue Bleibe gefunden werden.

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