Atombombe des Irans ist nicht aufzuhalten

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Herbert Mair

Traunstein - Der langjährige ARD-Korrespondent Herbert Mair hat in Traunstein über seine Zeit im Iran referiert. Sein Fazit ist schockierend!

Über das hochaktuelle Thema "Iran - Die regionale Supermacht und das Streben nach der Bombe" sprach der ehemalige ARD-Rundfunkkorrespondent Herbert Mair aus Wien bei einem gemeinsamen Informationsnachmittag der Kreis- und Ortsverbände Traunstein der Senioren-Union. Sein Fazit lautete, dass die Atombombe des Irans nicht mehr aufzuhalten sei.

"Der Westen sollte sich nicht wundern, dass es so weit gekommen ist", sagte Mair, denn der habe bereits den Schah nach dem Streben der Atombombe unterstützt, um damit die westlichen Interessen vertreten zu können. Der Iran sei in der Vergangenheit immer wieder von außen bedrängt worden. Russland habe Persien während des Zweiten Weltkriegs zweimal besetzt. Dabei sei das Land gezwungen worden, Aserbaidschan abzutreten.

Nun wolle der Iran eine hegemoniale Macht werden und nicht mehr in die Situation kommen, dass ihm der Irak noch einmal den Krieg erklärt wie unter Sadam Hussein, der vom Westen unterstützt worden sei. Außerdem könne Iran dann Saudi Arabien in die Schranken weisen, das auch eine Großmacht sein wolle. Saudi Arabien strebe ebenfalls nach der Atombombe. "Der Westen ist damit einverstanden und macht denselben Fehler wie beim Schah, denn das Land ist nur ein tönener Riese", so Mair.

Auch in der Frage nach einer möglichen Bombardierung der Atomanlagen durch Israel war er skeptisch. Mit dem ersten Schlag müssten 90 Prozent der Anlagen zerstört werden. Dies sei aber nicht möglich, weil die Zentren über das Land verteilt und zudem bombensicher im Felsengebirge untergebracht seien. Die militärische Führung Israels habe dies erkannt, wohl aber nicht Ministerpräsident Benjamin Nethanjahu.

"Diplomatische Wege zugeschüttet"

Gerade die Bundesrepublik hätte mit ihren traditionell guten Beziehungen und als wichtiger Handelspartner eine gute Gesprächsbasis mit dem Iran und die Chance gehabt, etwas positiv zu beeinflussen. "Deutschland war immer gut angesehen, aber es rennt den USA hinterher, so dass alle diplomatischen Wege zugeschüttet wurden", so die Kritik Mairs. Der Westen habe alle Fehler gemacht, die man nur machen könne. Er habe seinerzeit gemeint, der Schah sitze fest im Sattel. Dass es im Volk gebrodelt habe, habe er nicht wahrgenommen. "Jetzt brodelt es wieder, aber die Stimmung im Volk wird wieder nicht registriert", so Mair.

bjr/Chiemgau-Zeitung

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