Bayerischer Pater kämpft gegen Aids

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Pater Gerhard sorgt sich um Aidskranke und gibt Kindern, deren Eltern an der Immunschwächekrankheit starben ein neues Zuhause. Am kommenden Dienstag, 10. Mai um 19 Uhr berichtete Lagleder bei einem Vortrag in Nußdorf im Pfarrheim über seine Arbeit.

Nußdorf - Der bayerische Benediktinerpater Gerhard Lagleder ist Präsident des Malteser Hilfsdienstes in Südafrika und hält am Dienstag einen Vortrag über seine Einsätze gegen Aids.

Es ist der Kampf gegen Aids, den Pater Gerhard Lagleder seit fast 25 Jahren im südafrikanischen Zululand ausficht. Der Benediktinerpater, dessen Mutter aus Traunstein stammt, hat in Mandeni, im Osten Südafrikas ein Hilfsprojekt aufgebaut, das täglich Hunderten von Menschen im Kampf gegen Krankheit und Tod zur Seite steht. Das Projekt umfasst das größte Hospiz Südafrikas, eine Sozialstation für Aidspatienten, eine Klinik für unterernährte Kleinkinder und ein Waisenhaus. Um diese Aufgabe zu bewältigen wurde eine eigene Hilfsorganisation gegründet: „Brotherhood of Blessed Gérard“ – die Bruderschaft des Seligen Gerhard, benannt nach dem Ordensgründer des Malteser Hilfsdienst.

Zurzeit ist Pater Gerhard auf Heimaturlaub in Bayern. Bei einem Vortrag am Dienstag, 10. Mai um 19 Uhr in Nußdorf im Pfarrheim stellt Lagleder seinen Einsatz gegen Aids und die Hilfsprojekte der südafrikanischen Malteser vor. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

In der Region Mandeni sind zwei Drittel der Menschen HIV-infiziert. Intensive und umfangreiche Aufklärungsarbeit konnte die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit bisher nicht eindämmen: „Die Rate der Infizierten steigt nach wie vor an“, sagt der Benediktpater. Obwohl Lagleder den Kampf gegen Aids nicht gewinnen kann, erzielt er viele kleine Siege, die ihn und seine 70 hauptamtlichen Mitarbeiter nicht mutlos werden lassen. Durch die Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten sind viele Infizierte in guter körperlicher Verfassung. „Wenn ich durch die Reihen schaue und weiß, dass alle längst tot wären, wenn sie nicht bei uns in Behandlung sein könnten – dann steigen einem schon Tränen in die Augen.“ Welche Dynamik Pater Gerhards Arbeit in der Gemeinde Mandeni mit den Jahren bekommen hat, war 1987, als er als Missionsbenediktiner nach Südafrika entsandt wurde, nicht abzusehen. Aids, die schreckliche Infektionskrankheit, ist der Grund dafür. Diese erreichte erst Mitte der 90er Jahre in größerem Ausmaß das Land. Seither rafft die Seuche die Menschen dahin. „Darauf musste ich reagieren: Wenn die Leute während der Predigt sterben, hilft die beste Predigt nichts", bringt es Lagleder auf den Punkt.

Der Ausgangspunkt der vielen Projekte des Benediktinerpaters war die Hospizarbeit. „Wir haben uns um Menschen gekümmert, um die sich sonst keiner gekümmert hat.“ Denn die Zulu glauben, dass Krankheiten die Folge eines bösen Zaubers sind, der sich durch Kontakt zu einem Infizierten auf den Pflegenden übertragen kann. In der Region um Mandeni hat Aids dramatische Ausmaße erreicht: Mindestens zwei Drittel der Bevölkerung ist HIV infiziert. Manchmal sterben an einem einzigen Tag fünf Menschen im Hospiz des „Care Centre“ und manchmal „belegen wir ein Bett neu, dass noch gar nicht ganz kalt ist“, berichtet Pater Gerhard.

Am dringendsten benötigt wird Geld, um das so genannte „HAART-Programm“ aufzustocken. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die „Hoch-Aktive-Anti-Retrovirale-Therapie.“ Pro Monat kostet es umgerechnet 150 Euro, um einen Aidskranken mit Medikamenten zu versorgen und medizinisch zu betreuen. Diese Kosten muss das Care-Center der Bruderschaft tragen und versuchen Spender, Sponsoren und Fördermitglieder als Unterstützer zu gewinnen. Die wenigsten Kranken und Infizierten, die in Pater Gerhards Sozialstation Hilfe suchen, haben eine Krankenversicherung. „Das können sich in Afrika nur die Reichen leisten.“

Im Kinderheim haben viele Aidswaisen Unterschlupf gefunden, deren Väter sich aus dem Staub gemacht haben und deren Mütter an der Krankheit gestorben sind. „Meine Kinder“ nennt sie Pater Gerhard. Um ihnen eine langfristige Perspektive zu geben, möchte er das Waisenhaus um weitere Wohngruppen für ältere Kinder erweitern. Diese sollen wie kleine Familien funktionieren.

Mandeni ist für den Oberpfälzer zur neuen Heimat geworden, auch wenn Lagleder zurzeit in Bayern auf Heimaturlaub ist, um neue Kräfte zu tanken, aber auch um Spenden für sein Sozialzentrum und die damit verbundenen Projekte zu sammeln.

Die Malteser im Landkreis Traunstein verbindet seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit Pater Gerhard Lagleder und den südafrikanischen Maltesern – der Brotherhood of Blessed Gérard. Die Kreisgliederung versucht finanzielle Unterstützung für die Hilfsprojekte des Benediktinerpaters und seinen Kampf gegen Aids zu leisten.

Am kommenden Dienstag, 10. Mai berichtet Lagleder um 19 Uhr in Nußdorf im Pfarrheim an der Wanger Straße über seine vielfältige karitative Arbeit und seine Projekte für HIV-Infizierte und erklärt, wie die Spendengelder aus Deutschland verwendet werden. Pater Gerhard ist aber auch in seine Heimat gekommen, um „Danke“ für die Unterstützung der Malteser und der Spender und Förderer aus der Region zu sagen. Das Spendenkonto der Bruderschaft des Seligen Gerhard: Sparkasse Neuburg-Rain, Bankleitzahl 721 520 70, Kontonummer 12021. Außerdem kann man Fördermitglied mit einem regelmäßigen Beitrag werden. Die Projekte der Bruderschaft wird auch im Internet vorgestellt: www.bbg.org.za(deutschsprachige Version vorhanden).

Weitere Informationen gibt die Kreisgeschäftsstelle der Malteser in Traunstein, Tel. 0861 / 986600

Pressemeldung Malteser Traunstein

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