Ist das bayrische Schulsystem überholt?

Traunstein: Ist unser bayrisches Schulsystem längst überholt? Im parteiübergreifenden "Get Together" lud die Junge Union Traunstein zur Debatte ein. Man kam zu einem Ergebnis:

Erneut trafen sich zahlreiche Traunsteiner Jugendliche, um, eingeladen vom Ortsverband der Jungen Union Traunstein, im Rahmen des etablierten, parteiübergreifenden Get Together zu diskutieren. "Das bayrische Schulsystem - längst überholt oder unverzichtbar ?!" lautete das Thema, das reichlich Raum zur kontroversen Debatte bot. Die Interessierten trafen sich in der Lounge des Cafe Lenz um zusammen mit den Experten Herrn Peter Peltzer, Ministerialbeauftrager für Realschulen Oberbayern Ost, sowie Prof. Dr. Engelbert Thaler, Lehrstuhlinhaber an der Universität Augsburg, zu diskutieren. Zusätzlich hatte sich auch MdL und CSU Kreisvorsitzender Klaus Steiner spontan angekündigt.

Nach dem „Get Together - Faktencheck“, vorgestellt vom moderierenden stellvertretenden JU Ortsvorsitzenden Christopher Waldner, machten die beiden Experten ihre Position deutlich: Sie bekannten sich klar zum mehrgliedrigem und äußerst durchlässigem Schulsystem. „Eine bundesweite Angleichung des Bildungsstandards führt zwangsläufig zu einer Herabsetzung des bayrischen Niveaus“, ergänzte Peter Peltzer. Mitglieder der Grünen Jugend Süd-Ost sprachen sich indes für ein "längeres, gemeinsames Lernen" aus und führten dazu das Beispiel der skandinavischen Länder an, welchen in internationalen Studien ein hohes Bildungsniveau bescheinigt wird. Dies lasse sich jedoch zunächst auf die bessere Ausbildung der Lehrer, höhere Bildungsinvestitionen und kleinere Klassen zurückführen, widersprach Prof. Dr. Thaler.

Ebenfalls für einen Erhalt unseres bayrischen Schulsystems sprach sich MdL Klaus Steiner aus, welcher vor allem die hohe Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Stufen lobte: "Dem Schüler werden hiermit hervorragende Voraussetzungen geschaffen, gemäß seiner Entwicklung einen für ihn passenden Weg zu finden." Einigkeit in der Runde herrschte dabei, dass vor allem die Hauptschule immer noch mit einem großen Image-Problem zu kämpfen habe.

Als Problem erkannte Konrad Baur, Moderator und stellvertretender Ortsvorsitzender, die momentane "Vorbestimmtheit" für den Werdegang eines Gymnasiasten: "Als Abiturient stehen prinzipiell alle Möglichkeit offen, jedoch wählen viele den direkten Weg ins Studium." Eine Ausbildung wäre laut dem Moderator der Veranstaltung für viele jedoch ebenso sinnvoll und würde sowohl dem derzeitigen Fachkräftemangel im Handwerk sowie den teils hoffnungslos überfüllten Universitäten entgegen wirken.

Die Quintessenz des Abends war eindeutig: „Die bayrischen Schüler spielen in der Champions League. Und das liegt an Ihrer hervorragenden Ausbildung“ stellte Christopher Waldner fest. Es gilt die Standard zu halten und nicht mit voreilige Reformen unsere solide Grundstruktur zu beschädigen. "Ein Wandel funktioniert nur aus dem System heraus und kann nicht nur durch Politik vorgegeben werden. Er muss vor allem praxisnah vollzogen werden und muss auf die Bedürfnisse und Anforderungen an die Schüler zugeschnitten werden", so das Resümee des Ministerialbeauftragten Peltzer.

Pressemitteilung Junge Union Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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