Pressemitteilung TSV Bergen

TSV Bergen auf den Weg zur Ju-Jutsu-Weltmeisterschaft

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WM-Vorbereitung.jpg: (v.l.n.r.:) Sophie Büscher, Anja Guercke und Lukas Bombik waren zuletzt erfolgreich bei der German Open in Hanau. Dieses Wochenende treten sie für Deutschland in Abu Dhabi an. Foto: TSV Bergen, Ju-Jutsu-Abteilung

Bergen - In zwei Wochen (19. bis 21. November 2019) werden sich in der Gemeinde Bergen im oberbayerischen Landkreis Traunstein viele Blicke nach Abu Dhabi richten. Denn das arabische Emirat ist dieses Jahr der Ausrichter für die Weltmeisterschaft im Kampfsport Ju-Jutsu.

Die Entwicklung eines waffenlose Selbstverteidigungskonzept wurde 1967 vom deutschen Bundesinnenministerium beauftragt, um den Sicherheitsbehörden (Zoll, Polizei, Justiz) ein effektives Selbstverteidigungskonzept an die Hand zu geben. In der Grundschule Bergen wurde vor 36 Jahren dafür eigens ein Trainingsraum eingerichtet und damit die Ju-Jutsu Abteilung des TSV Bergen gegründet.


Lukas Bombik ist Leiter der Ju-Jutsu Abteilung und bei der anstehenden Weltmeisterschaft selbst Anwärter auf einen Podestplatz. Hoch motiviert wird er nach den jüngsten Erfolgen (2. Platz Europameisterschaft 2018, 3. Platz Weltmeisterschaft 2018) für Deutschland in der Gewichtsklasse bis 94 kg starten. "Nach den Top-Platzierungen bei den letzten internationalen Meisterschaften sind die Aussichten auf eine Goldmedaille entsprechend hoch," fasst Bombik die Erwartungen an ihn und sein Team zusammen. Denn mit Bombik starten ebenso Anja Guercke (+70kg) und Sophie Büscher (U21, -57 kg) bei der Weltmeisterschaft. "Auch wenn der Wettkampf am Ende 1 gegen 1 auf der Matte entschieden wird, darf man nicht vergessen, dass die Vorbereitungen im Team statt finden. Wir pushen uns da gegenseitig. Aktuell absolvieren wir dazu 6-10 Trainingseinheiten pro Woche, bestehend aus Mattentraining oder Lauf- und Fahrradeinheiten, um Kraft, Koordination und Schnelligkeit zu trainieren."

Für den Leistungssport ist das Team mehrere 1.000 Kilometer im Jahr unterwegs und auch finanzielles Eigenengagement ist dabei gefragt. "Da kommt über's Jahr ganz schön was zusammen, aber wir haben das Glück einige sportaffine Sponsoren in der Region zu haben. Es gibt viele, die sich der Disziplin, der Sportart und vor allem der Gemeinschaft im Verein verbunden fühlen," weiß Bombik über die Förderer der Abteilung zu berichten.


Auch im Privatbereich wird dabei den Sportlern einiges abverlangt. Anja Guercke kann in diesem Zusammenhang von proteinhaltiger Ernährung erzählen und auch von auch von Schokoladenabstinenz. "Aber das gehört dazu. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben bei der Weltmeisterschaft teilzunehmen und wer bekommt schon so eine Chance." Damit spielt Guercke auf die Chancen und Leidenschaften in diesem Sport an, denn im Ju-Jutsu Kampfsport werden technische Fähigkeiten, Ausdauer und Fairness groß geschrieben. "Natürlich geht es bei uns auch mal hart zu, wir sind schließlich kein Schachverein. Im Wettkampf können wir uns messen, aber wir bieten auch die klassische Selbstverteidigung an und im Kinder- und Jugendtraining fördern wir Selbstvertrauen und stärken das Bewusstsein für eigene Fähigkeiten."

Sophie Büscher ist das Nesthäkchen im Trio und bestreitet in der Mubadala Arena ihre erste Weltmeisterschaft in der U21. Büscher ist bereits seit zwei Jahren im deutschen Bundeskader und hat im Juli die Fachoberschule in Traunstein absolviert. Im September wird sie mit dem Studium beginnen und kann sich somit gerade verstärkt in der Jugendarbeit engagieren. "Zusätzlich zum Leistungssport stehen wir jede Woche als Trainer auf der Matte. Die Eltern bringen ihre Kinder zu uns ins Training und sind immer ganz begeistert, wenn neben all der Wildheit ein richtiges Training stattfindet. Und am Ende bekommen sie ihre verschwitzten Kinder zurück, mit hochrotem Kopf und glücklich."

Da Bombik mit einem starken Teilnehmerfeld in Abu Dhabi rechnet, wurden die Trainingseinheiten im Fighting intensiviert. "Als Vereins- und Landestrainer will ich die Athleten voranbringen. Da gibt es kein einheitliches Erfolgsrezept, weil jeder eigene Fähigkeiten und Schwächen hat," berichtet der 27-Jährige, aber an der Zielsetzung ändert das natürlich nichts. "Wir wollen so weit kommen wie möglich und am besten wieder Medaillen holen."

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