Kreis Traunstein hat nun die meisten Brauereien Oberbayerns

Neues Bier aus altem Kuhstall: Der "Brauschmied" aus Holzhausen

+
Helles, Weißbier und Bockbier gibt's von Maxi Willingers "Brauschmied Holzhausen". Voriges Jahr hat er begonnen, heuer waren es etwa 5500 Liter, die Willinger gebraut hat. Nächstes Jahr will er auch Braukurse anbieten.

Bergen - Brauen, abfüllen, etikettieren: Maxi Willinger macht alles selbst - mit seiner Kleinbrauerei in einem alten Kuhstall bringt er den Landkreis Traunstein nun an die Spitze Oberbayerns.

Es dampft und brodelt wie in einer Großküche - aber hinter den Sudkesseln steht ganz allein ein Mann: Maxi Willinger, 30 Jahre alt, hat seine eigene Brauerei gegründet. "Brauschmied Holzhausen" nennt sich seine Kleinbrauerei im gleichnamigen Dorf nördlich der Autobahn A8 bei Bergen. Vom Brauen bis zum etikettieren: gearbeitet wird im früheren Kuhstall bei den Eltern, der renoviert und sauber herausgeputzt ist. Und es funktioniert prächtig.


100 Liter in der Woche: "Es braucht Liebe und Geduld"

Drei volle Tragerl Bier stehen noch einsam und alleine in Maxi Willingers Brauerei: "Aber die müssen wir lassen, die sind schon reserviert." Mehr hat er nicht mehr. "Eigentlich sind wir mit Brauereien in der Region ja gut gesegnet und trotzdem komm' ich nicht hinterher", so Willinger. Gut 100 Liter füllt er in der Woche ab - aber alles hat seine Zeit: "Brauen braucht Liebe und Geduld. Unter fünf oder sechs Wochen Lagerzeit geht bei mir kein Bier raus." 

Das Weißbier hat er nach seiner Freundin benannt ("Drescher-Weiße") und das Helle nach dem Papa ("Heller Hertie"). Auch einen hellen Bock, ganz exklusiv für den "Laden Bergen", gibt's bei Maxi Willinger. Los ging's vor Jahren mit einer Lehre bei der Brauerei Wochinger in Traunstein, dann das Studium in Weihenstephan. Nachdem er dann ins elterliche Wirtshaus mit eingestiegen ist, tüftelte Willinger doch wieder an Bier-Rezepten. Und für den Geburtstag der Freundin  probierte er sich dann mal an einem Weißbier.


Weißbier nach der Freundin und Helles nach dem Papa benannt

Das Bier gibt's nur bei Willinger daheim, im "Laden Bergen", im "Salzburger Hof" in Bergen, im Schusterwirt Humhausen oder im Almdorf Rauschbergblick bei Inzell.

"Mitte 2018 wollte ich das mit der Brauerei dann richtig umsetzen und größer werden", erzählt Willinger. Und woher der Name Brauschmied? "Bei den Brauereien haben wir ja schon einen Wochinger und einen Wieninger, da braucht's nicht auch noch einen Willinger", lacht der junge Bräu. Der Name richtet sich nach der Geschichte des Hauses, in dem vor langer Zeit eine Schmiede untergebracht war. Inzwischen hat er zwei Gärbottiche und sechs Lagertanks für 300 Liter Bier im alten Bauernhaus.

Wie beschreibt Willinger sein Helles? "Kräftig im Geschmack mit guter Hopfennote und malzig. Aber mit 4,8 Prozent ist es nicht zu stark", so der Jungbrauer. Vom internationalen Craft-Beer-Hype hält Maxi Willinger wenig: "Mit den vier Zutaten, die das Reinheitsgebot zulässt kriegt man alles hin. Was aber alles unter 'Craft Beer' läuft ist schon eher grenzwertig." Das Tragerl aus Holzhausen kostet 30 Euro, es gibt aber auch Zwölfer- oder Sechser-Holzsteigen.

Inzwischen 13 Braustätten im Landkreis Traunstein

Mit Willingers Brauerei hat der Landkreis Traunstein inzwischen die Führung in ganz Oberbayern übernommen. 13 aktive Braustätten zählt der Landkreis inzwischen - nirgendwo in Oberbayern sind es mehr, auch nicht in München

In den heimischen Supermärkten gibt es den "Brauschmied Holzhausen" noch nicht. "Ich hatte schon Anfragen, aber das kann ich noch nicht liefern." Wer Willingers Bier will muss freitags zwischen 14 und 16 Uhr direkt in der Brauerei vorbeischauen, auch im elterlichen "Salzburger Hof" in Bergen wird es ausgeschenkt. 

xe

Kommentare