Ursache wahrscheinlich ein Hochbehälter

Trinkwasser im Versorgungsgebiet Bergen-Enthal muss noch Monate gechlort werden

Bergen - Die Chlorung des Trinkwassers im Versorgungsgebiet Enthal wird noch Monate andauern. 

Im August wurden bei Kontrollen coliforme Keime im Trinkwasser von Bergen, Versorgungsgebiet Enthal, festgestellt. Seitdem wird das Trinkwasser dort gechlort. Ein Ende der Chlorung ist aber offenbar nicht in Sicht, wahrscheinlich wird der Vorgang noch bis nächstes Jahr andauern.


Die Gemeinde Bergen hat dazu eine Pressemitteilung auf ihrer Internet-Seite veröffentlicht:

Die Gemeinde Bergen hat ein Ingenieurbüro beauftragt, eine Netzberechnung für die Trinkwasserleitungen zu erstellen. Erst mit dem Ergebnis lassen sich dann weitere Maßnahmen abschätzen und planen, wie z.B. der Neubau von Leitungen oder Hochbehälter. Leider ist noch nicht absehbar, wie lange noch gechlort werden muss, da auch nach Kenntnis des Ergebnisses der Untersuchung die Maßnahmen erst umgesetzt werden müssen (Leitungsbau oder Hochbehälter etc.). Dies wird jedoch noch mehrere Monate Zeit in Anspruch nehmen.Erst nach Freigabe durch das Gesundheitsamt darf dann das Chlor wieder abgesetzt werden.


Das Landratsamt informiert hierzu:

Das Gesundheitsamt überwacht und kontrolliert die Trinkwasserversorgungsanlagen. Dazu gehören auch Aufbereitungs- und Desinfektionsmaßnahmen, wenn diese notwendig sind.

Die Gemeinde Bergen als Wasserversorger im Versorgungsgebiet Enthal führt derzeit notwendige Maßnahmen (Chlorung) durch.

Die Trinkwasserverordnung in Verbindung mit der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren des Umweltbundesamtes gemäß § 11 Trinkwasserverordnung gibt hierfür entsprechende Konzentrationen vor.

Im Versorgungsgebiet Enthal werden die vorgegebenen Konzentrationen eingehalten und engmaschig überwacht. Das Wasser hält die gesetzlichen Werte ein und darf gemäß der Definition der TrinkwV als Wasser für den menschlichen Gebrauch verwendet werden – beispielsweise zum Trinken, zum Kochen, zur Zubereitung von Speisen und Getränken oder zu anderen häuslichen Zwecken wie Körperpflege, Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß mit Lebensmitteln in Berührung kommen und Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß nicht nur vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen.

„Chlorgeruch“ entsteht vor allem dann, wenn das sogenannte freie Chlor beispielsweise mit Partikel reagiert und gebunden wird. Bei diesem Prozess entsteht das gebundene Chlor, welches als Geruch wahrgenommen wird. Dieser Prozess findet vor allem in Wasserleitungen der einzelnen Häuser statt, da diese meist weniger Durchflusszeiten (nutzungsbedingt) wie die „Zubringerleitungen“ des Wasserversorgers haben. Hierdurch können sich dort z. B. sogenannte „Biofilme“ bilden, welche dann mit freiem Chlor zu gebundenem Chlor reagieren und als Geruch wahrgenommen werden.

Ursache für den Chlorungsbedarf ist vermutlich der Hochbehälter. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten kann aktuell nicht gesichert davon ausgegangen werden, dass das Wasser ohne eine Desinfektionsmaßnahme die vorgegebenen Grenzwerte der TrinkwV einhalten würde. Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes wird die Chlorung unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben weitergeführt, bis der Wasserversorger wirksame Maßnahmen umgesetzt hat.

bcs/Pressemitteilung Gemeinde Bergen

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