10.000 Proben binnen 24 Stunden an A8 genommen

Neuer Rekordansturm am Covid 19-Testzentrum in Bergen

Fußgänger vor Corona-Teststation an A8-Rastanlage Hochfelln bei Bergen
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Viel Betrieb herrschte am Wochenende (22./23. August) an der Corona-Teststation an der Rastanlage Hochfelln.

Bergen - Nach der Ausweisung neuer Covid 19-Risikogebiete in Kroatien Ende letzter Woche verzeichnete die Corona-Teststation an der Raststätte Hochfelln Nord in Bergen an der A8 am Wochenende einen neuen Rekordansturm.

Vor eineinhalb Wochen war dort die Datenerfassung auf digitale Abwicklung umgestellt worden. Freitagnachmittag musste die Ausfahrt nach einem drohenden Rückstau auf die Autobahn sogar kurzfristig für eineinhalb Stunden gesperrt werden. Das bayerische Gesundheitsministerium ordnete deshalb aufgrund des zu erwartenden erhöhten Rückreiseverkehrs für das Wochenende vorsorglich die Einrichtung einer weiteren Teststraße für Fußgänger ein. Diese wurde von Kräften des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) betreut. Die Logistik übernahm das Technische Hilfswerk.


Mit 10.000 Tests innerhalb von 24 Stunden ab Freitag um Mitternacht haben wir über dreimal soviel Proben genommen wie an normalen Tagen“, erklärte am Sonntag ein Sprecher des Dienstleisters Eurofins in Bergen. Das Unternehmen betreibt die drei Covid 19-Testcenter an den Autobahnen A3, A8 und A93 sowie in den Flughäfen München und Nürnberg.

Extreme Situationen für Einsatzkräfte


„Unsere Kräfte in Vollschutzanzügen mussten mit extremen Situationen zurechtkommen wie dem Gewitterregen und Temperaturen zum Teil über 35 Grad am Samstag“, erläuterte der Eurofins-Sprecher. Das Personal an den Teststationen musste spätestens nach 40 Minuten ausgetauscht werden. An der Teststation in Heuberg an der A93 soll die „unter dem Testzelt gemessene Temperatur“ zeitweise sogar bis auf 50 Grad geklettert sein.

Mit insgesamt 72 Einsatzkräften in zwei Schichten war das BRK von Freitag- bis Sonntagnacht im Covid 19-Testcenter in Bergen im Einsatz, wie Kreisbereitschaftsleiter Jakob Goёss gegenüber chiemgau24.de erläuterte. Die von DLRG und dem Malteser Hilfsdienst unterstützte Rettungsorganisation nahm die Proben in einem mobilen Testzelt für Fußgänger. „Das haben wir für Rückreisende eingerichtet, falls an unseren vier Teststreifen für Autofahrer die Kapazitäten nicht mehr ausreichen“, erläuterte der Eurofins-Sprecher ergänzend. Deren Team war über das Wochenende mit 200 Mitarbeitern im Einsatz. Bewährt habe sich dabei die Multinationalität des vielsprachigen Teams, „so dass wir vielen Rückreisenden, die nicht gut Deutsch sprechen, weiterhelfen konnten“.

Auf digitale Datenerfassung umgestellt

Hochbetrieb herrschte am Wochenende auch im Logistikzentrum für die Covid 19-Tests in Ebersberg, wohin die Probenröhrchen alle paar Stunden gebracht werden. Inwiefern die Benachrichtigung über die Testergebnisse durch die Umstellung auf digitale Datenerfassung inzwischen reibungslos verläuft, diese Frage konnte das zuständige Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Sonntag nicht beantworten. Laut Vorgabe sollen die Reiserückkehrer innerhalb von 48 Stunden über die Testergebnisse informiert werden: per Mail, sollte die Covid 19-Probe negativ ausfallen, per Anruf in Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsämter, sollte der Corona-Test positiv ausfallen.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums erläuterte, fallweise habe die Benachrichtigung über die Testergebnisse längere Zeit in Anspruch genommen, weil die verschlüsselten Mails vom Empfänger nicht geöffnet werden konnten. „In diesem Fall wurden die Testergebnisse auf dem Postweg zugestellt, was naturgemäß zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen kann.

Zur Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen mit dem Dienstleister Eurofins am Testcenter in Bergen erklärte BRK-Bereitschaftsleiter Jakob Goёss: „Die Teams haben sehr gut zusammengearbeitet und sich unterstützt. Nur muss nochmal ausdrücklich betont werden, dass die Hilfsorganisationen nicht die Lückenfüller für Fehlplanungen der Politik sein dürften.“ Der Sprecher von Eurofins ergänzte: „Die Situation der Covid 19-Pandemie ist außergewöhnlich und stellt alle Beteiligten täglich vor immer neue Herausforderungen. Von den Reiserückkehrern haben wir sehr viel positives Feedback erhalten. Die meisten kommen mit der digitalen Datenerfassung gut zurecht. Einige haben gesagt, in anderen Bundesländern hätte die Organisation der Testcenter wohl nicht so reibungslos funktioniert.“

Axel Effner

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