Bürgermeisterkandidaten für Bergen

Bergen: Die Kandidaten stellen sich vor

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Die vier Bürgermeister-Kandidaten für Bergen: Josef Gehmacher (links oben), Sepp Schweiger (rechts oben), Herbert Berger (links unten) und Stefan Schneider.

Bergen - Was läuft gut in der Gemeinde und was gilt es zu verbessern? Diese Fragen haben wir den vier Bürgermeister-Kandidaten für Bergen jetzt gestellt. Ihre Antworten:

Die Kandidaten:

Josef Gehmacher, CSU/Bergener Bürgerunion: 43 Jahre, verheiratet, 3 Kinder, 2. Bürgermeister in Bergen

Sepp Schweiger, SPD-Bergen/Freie Wähler Gemeinschaft Bergen: 51 Jahre, verheiratet, 1 Tochter, seit 12 Jahren Gemeinderat und 3. Bürgermeister der Gemeinde Bergen

Stefan Schneider, Bündnis 90/Die Grünen: 51 Jahre, verheiratet, 3 Kinder, von 2002 bis 2008 im Gemeinderat

Herbert Berger, Überparteiliche Wählergruppe Bergen-Bernhaupten-Holzhausen: 61 Jahre, verheiratet, 1 Tochter, von 2002 bis 2008 2. Bürgermeister von Bergen

Was läuft gut in der Gemeinde?

Josef Gehmacher: Hier möchte ich zunächst die sehr positive finanzielle Entwicklung in der Gemeinde Bergen nennen. So durfte ich als Fraktionsvorsitzender und 2. Bürgermeister entscheidend mitwirken, den Schuldenstand der Kommune deutlich von ca. 4.5 Mio. auf ca. 1,5 Mio. Euro zu senken. Neben den vielen Pflichtaufgaben der Gemeinde können nur so auch weiterhin die umfangreichen freiwilligen Leistungen, wie zum Beispiel Schwimmbad oder Seilbahn mit Winterbetrieb, erbracht werden. Auch unsere Vereine und Hilfsorganisationen sind eine große Stütze für unsere Dorfgemeinschaft und leisten hervorragende Arbeit in allen Bereichen, insbesondere auch bei der Jugendarbeit und verdienen daher auch weiterhin die volle Unterstützung auf Augenhöhe der Gemeinde. Als äußerst positiv sehe ich neben den Nahversorgungsmöglichkeiten auch, insbesondere für unsere Familien, das Betreuungs- und Bildungsangebot über Kinderkrippe, Kindergarten und Schule. Der dörfliche Charakter Bergens ist dank maßvoller Baulandausweisung erhalten geblieben und bietet somit ein hohes Maß an Lebens- und Wohnqualität. Als wichtige Investition in die Zukunft sehe ich den Ankauf der Gewerbefläche an der Autobahn. Somit können Ausbildungs- und Arbeitsplätze geschaffen, und nicht nur ein Leben und Wohnen, sondern auch ein Arbeiten in seinem Heimatort ermöglicht werden.

Sepp Schweiger: In der Gemeinde Bergen ist vieles in Ordnung. So wurden beipielsweise in den Jahren 2002 bis 2014 die Schulden um 2/3 reduziert. Eine intelligente Grund- und Bodenpolitik ermöglichte es der Gemeinde, die in ihrem Eigentum befindlichen Grundstücke um mehr als sieben Hektar zu vermehren. In Bergen gibt es ein sehr aktives Vereinsleben, die dörfliche Struktur mit vitalem Ortskern und der entsprechenden Infrastruktur wie beispielsweise Geschäfte, Ärzte, Apotheke etc. sind intakt, sodass man in Bergen sehr gut leben kann.

Stefan Schneider: Die gesunde Mischung aus örtlichem Gewerbe und liebenswertem sozialem Umfeld in einer der schönsten Landschaften Bayerns machen Bergens Charakter aus. Dies muss in der weiteren, nötigen Entwicklung unbedingt erhalten bleiben. Auch die folgenden Generationen sollen ein lebenswertes Dorf vorfinden. So brauchen wir ein miteinander im Dorfleben, eine weiterhin umfassende Geschäftswelt und eine sensible Baupolitik. Wir müssen den öffentlichen Nahverkehr modernisieren und ausbauen.

Herbert Berger: Bergen ist eine Gemeinde, in der man die Infrastruktur und die finanzielle Situation durchaus positiv beurteilen kann. Die vielfältigen Aktivitäten und der große Zusammenhalt unserer Ortsvereine beweist auch, dass es in Bergen eine funktionierende Dorfgemeinschaft gibt.

Was läuft falsch in Bergen?

Josef Gehmacher: Als dringendste Aufgabe des neuen Bürgermeisters bzw. Gemeinderates sehe ich die Fortführung der Hochwasserschutzmaßnahmen, speziell an der Weißache, aber auch am Bergener Bach. Die hierfür notwendigen Grundstücksankäufe müssen zu fairen und gerechten Bedingungen getätigt werden, um möglichst schnell mit den Baumaßnahmen fortfahren zu können. In diesem Zusammenhang will ich aber auch die Schaffung von Retentionsräumen und Puffermöglichkeiten, die einen kontinuierlichen Abfluss der Gewässer ermöglichen, ins Spiel bringen. Die Erweiterung bzw. Ertüchtigung der Kläranlage unter ökologischen und energetischen Gesichtspunkten sehe ich als dringend notwendig. Um nicht an der Realität vorbei zu planen, muss Dies auf Grundlage von belastbaren Zahlen über Menge und Art des Abwassers geschehen. Um eine Überdimensionierung der Anlage zu vermeiden, sollte auf Basis dieser Daten über Rückhaltemöglichkeiten nachgedacht werden, welche einen kontinuierlichen Zulauf des Abwassers zur Kläranlage ermöglichen.

Sepp Schweiger: Bei einer sehr guten Ausgangslage in der Gemeinde Bergen gibt es dennoch eine Reihe von Aufgaben, welche in den nächsten Jahren anzugehen sind. An erster Stelle ist hier der Ausbau des Klärwerkes und der dazugehörigen Rückhaltemaßnahmen zu nennen. In der Prioritätenliste ganz oben stehen auch die Hochwasserschutzmaßnahmen. Eine möglichst rasche Umsetzung ist hier notwendig. Die vorhandene Infrastruktur im Straßen- und Brückenbereich zu erhalten und bei Bedarf zu erneuern wird eine weitere Aufgabe des zukünftigen Gemeinderates sein.

Stefan Schneider: Anders als es die CSU-Nachfolger von Bürgermeister Bernd Gietl sehen, ist sehr vieles zu erledigen. Es darf keine Zeit verloren werden, nur weiter so reicht nicht. In der Energiewende im Ort, Ausbau der Kläranlage, im Gewerbegebiet an der Autobahn, aktive Mithilfe im Bürgersozialbereich, bei den Asylbewerbern, Hochwasserschutz,…es passiert seit Jahren viel zu wenig. Sechs Jahre war ich im Gemeinderat. In den letzten zwölf Jahren habe ich erkennen müssen, dass die meisten Entscheidungsprozesse nichtöffentlich diskutiert werden. Dabei sollten alle Bürgerinnen und Bürger Bescheid wissen oder bekommen. Ich werde mich weiterhin für eine bessere Transparenz in der Gemeindepolitik einsetzen.

Herbert Berger:  Dass in Bergen vieles grundlegend falsch läuft kann ich so nicht erkennen. Aus meiner Sicht sind aber die Prioritäten zu überdenken. So soll schnellstmöglich der Hochwasserschutz und die seit Jahren geplante Klärwerkserweiterung angepackt werden. Eine Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten, Belebung des Dorfplatzes, Gemeindewohnungen, Geh- und Radweg nach Holzhausen, Lärmschutz für Holzhausen beim beabsichtigten Autobahnausbau, Offensive zur Verwertung der Gewerbegrundstücke an der Autobahn (mit Deutz-Grundstück), Unterstützung der örtlichen Firmen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, Sicherung der Wasserversorgung, Förderung von alternativen Energien, Bauland für Einheimische, Erhalt der Schule und die Kindergärten aber auch der Erhalt des lebenswerten Dorfbildes liegen mir besonders am Herzen. Vielleicht kann man mit dem neuen Gemeinderat sogar Haus- und Grundsteuern, Kindergartenbeiträge usw. günstiger gestalten. Ziele sind da. Jetzt gilt es, darauf hin zu arbeiten.

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