Lawinenabgänge an Hochries und in Tirol

Schneemassen lösen sich auch am Hochfelln: Sechs Menschen teilverschüttet - Retter im Dauereinsatz

Großalarm für die Bergwacht Bergen und die umliegenden Bereitschaften am Samstag (20. März).
+
Großalarm für die Bergwacht Bergen und die umliegenden Bereitschaften am Samstag (20. März).

Zwei Lawinenabgänge im Bereich der Hochries bei Samerberg und am Hochfelln haben am Wochenende die Retter in der Region in Atem gehalten. Ebenfalls in Tirol hatten die Helfer alle Hände voll zu tun.

Bereits am Samstagvormittag, 20. März, wurde der Bergwacht Bergen und den umliegenden Bereitschaften eine Lawine im Bereich der Skiabfahrt Hochfelln gemeldet. Zunächst war die genaue Einsatzstelle unklar, auch ob möglicherweise Tourengängern verschüttetet worden waren, konnte nicht ausgeschlossen werden.

Aufgrund der unklaren Lage wurde eine Vielzahl von Rettern der Bergwacht - inklusive der Lawinenhundestaffel Chiemgau - zur Hilfe gerufen. Eine Vorausgruppe mit Einsatzkräften aus Bergen und zwei Suchhunden machte sich umgehend mit der Seilbahn, sowie einer Pistenraupe auf dem Weg zum durch Informationen vermuteten Einsatzort.

Ein Einsatz mit dem Rettungshubschrauber Christoph 14 musste leider abgebrochen werden, da teils starker Schneefall und stürmischen Böen einen Suchflug unmöglich machten. Für das Wochenende galt auch eine hohe Lawinengefahr, die sich im Laufe der Woche noch erhöhen soll.

Durch einen Bergwachtler aus Freilassing wurde im Bereich Kohlstatt begonnen, Augenzeugen zu befragen, wodurch immer mehr Informationen bekannt wurden. Im Verlauf stellte sich heraus, dass sechs Skitourengeher durch eine Lawine teilverschüttet wurden. Diese konnten sich aber glücklicherweise alle selbst befreien. Die Einsatzmannschaft richtete vor Ort sofort einen Lawinen Warnposten ein und suchte den Lawinenkegel mit zwei Lawinenhunden, Suchgeräten sowie einem RECCO Suchsystem ab. Erfreulicherweise konnten keine weiteren Verschütteten gefunden werden und der Einsatz abgebrochen werden.

Neben der Bergwacht Bergen waren auch Lawinenhunde-Teams aus Bad Reichenhall und der Bergwacht Marquartstein im Einsatz.

Großeinsatz am Samerberg: Lawinenabgang südlich des Hochries-Gipfels

Einen Tag später, am Sonntagnachmittag, lösten sich Schneemassen auf der südlichen Seite des Hochries-Gipfels in der Nähe der österreichischen Grenze. Es gab keine Hinweise darauf, dass Personen die Lawine ausgelöst haben könnten. Auch gingen keine Hinweise über vermisste Personen bei der Polizei ein. Der Einsatz wurde nach mehreren Stunden abgebrochen.

Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen vor Ort, darunter auch die alpine Einsatzgruppe. Nach Augenzeugenberichten befanden sich neben den Einsatzkräften der Bergwacht auch der ADAC sowie drei Helikopter im Einsatz.

Lawinenabgang in Auffach - Schneebrett reißt Mann 100 Meter mit

Auch in Auffach in Tirol kam es am Wochenende zu einem Lawinenabgang. Laut Polizei brachen ein 46-jähriger Österreicher und ein 44-jähriger Österreicher am 30. März zu einer Skitour im Gemeindegebiet von Auffach/Wildschönau in Richtung des 2.202 Meter hohen Lämpersberg auf. Aufgrund des schlechten Wetters entschlossen sich die beiden, auf einer Seehöhe von etwa 2.000 Metern umzukehren.

Der 44-jährige Österreicher fuhr als erstes in den nordseitigen Hang ein und löste dabei ein Schneebrett aus, welches ihn circa 100 Meter weit mitriss. Nach dem Stillstand der Lawine konnte er seinen Kopf selbstständig aus den Schneemassen heben. Sein 46-jährige Begleiter setzte sofort den Notruf ab und begab sich zum Verschütteten, um diesen aus der Lawine zu befreien. So konnte der 44-Jährige unverletzt aus der Lawine befreit werden.

Im Einsatz standen zwei Notarzthubschrauber, die Bergrettung Auffach sowie zwei Mitglieder der Alpinen Einsatzgruppe Kufstein.

Lawinenunfall in See in Tirol

Am selben Tag unternahmen ein 25-jähriger Österreicher und sein 20-jähriger Bruder im Paznauntal eine Skitour mit dem Ziel des Mittagkopfs (2.249m), welcher sich in der Samnaungruppe, auf der Gemeindegrenze zwischen Kappl und See befindet.

Vorerst stiegen sie nordseitig durch bewaldetes Gebiet auf. Auf einer Seehöhe von etwa 1700 -1800 Meter spurten die beiden Brüder ostseitig in Richtung des Gipfels. Etwa 200 Meter unterhalb vom Mittagkopf mussten sie ihre Tourenskier ausziehen, da es aufgrund vom sehr bis extrem steilen Gelände nicht mehr möglich war, mit den Skiern weiter aufzusteigen. In weiterer Folge stapften die Brüder entlang der Ostseite in Richtung Gipfel, wobei der 25-Jährige die Spurarbeit übernahm. Plötzlich löste sich aus dem sehr steilen Gelände eine Schneebrettlawine, von der der 20-Jährige, der sich circa 10m unterhalb des Lawinenanrisses befand, erfasst wurde.

Der Tourengeher wurde durch das teilweise felsdurchsetzte Gelände mitgerissen und blieb etwa 70 bis 100 Meter unterhalb der Anrissstelle liegen. Der 20-Jährige wurde nicht verschüttet, zog sich bei dem Lawinenabgang jedoch eine schwere Verletzung am rechten Oberarm zu. Der Notruf wurde vom Bruder abgesetzt, welcher auch die Erstversorgung durchführte. Die Crew des Notarzthubschraubers barg den Verletzten mittels Tau und flog ihn in das KH Zams, wo er stationär aufgenommen wurde.

mz/arg

Kommentare