Zu Besuch bei der Lebenshilfe

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Der Kreisvorstandschaft der FW/UW Kreisverband Traunstein bei der Besichtigung der Werkstätten der Lebenshilfe Traunstein.

Traunstein - Die FW/UW Kreistagsfraktion hat auf Einladung der Lebenshilfe ihre jüngste Fraktionssitzung im Konferenzraum der Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten Süd in Haslach Mühlwiesen abgehalten.

Der Werkstättenleiter und Hausherr Andreas Galla und der Geschäftsführer der Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten GmbH Wolfgang Enderle empfingen die Fraktion und die Vorstandschaft der FW/UW mit großer Freude über deren Interesse im Foyer der Werkstätten.

Zunächst gab es eine kleine Einführung über das Haus, das Aufgabengebiet und die Finanzierung. Das Haus wurde vor vier Jahren für maximal 30 Jahre gemietet. Der bedarfsgerechte Umbau kostete 1,5 Millionen Euro, die die Lebenshilfe aus Eigenmitteln finanzieren musste. Acht Fachkräfte kümmern sich um 84 Mitarbeiter. Die Zuweisung erfolgt über die Agentur für Arbeit. Wenn die Zuweisung erfolgt ist bekommt die Lebenshilfe einen Entgeldersatz von 1340 Euro vom Bezirk. Die Mitbürger mit Behinderung bekommen ein Gehalt von 200 Euro. Die Anreise zum Arbeitsplatz erfolgt teilweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, teilweise sorgen die Werkstätten für den Transport. Die Werkstätten sind nach EFQM zertifiziert und stehen bei der Auftragsvergabe im normalen Wettbewerb mit anderen Anbietern.

Besonders beeindruckt hat die Fraktion und die Vorstandschaft der FW/UW die professionelle Gestaltung der Arbeitsplätze, sowohl logistisch, als auch ergonomisch und maschinell. Im Augenblick haben die die Werkstätten zwei Arbeitsschwerpunkte Antennenbau und Verpackung von Teeprodukten. In der sich an die Führung anschließenden Diskussion sprach man auch über zu überwindende Probleme.

Durch sehr häufig wechselndes Personal beim Bezirk, ist dort der Kenntnisstand der Mitarbeiter leider in vielen Fragen nicht ausreichend. Wenig erfahrene Mitarbeiter des Bezirks entscheiden mit über Fragen im Betrieb. Die Entgeldverhandlungen mit dem Bezirk gleichen einem Diktat. Die Prüfung der Kostenübernahme erfolgt in immer kürzer werdenden Abständen. Dies erhöht den Verwaltungsaufwand auf beiden Seiten. Teilweise sind die Prüfungen unsinnig weil sich bei bestimmten Erkrankungsformen, bezüglich der Integrationsmöglichkeit in den ersten Arbeitsmarkt, wenig ändert.

Erfreulich ist die Einsatzbereitschaft und die Identifikation der Menschen mit Behinderung mit Ihrer Arbeit. Deswegen wünschen sich Galla und Enderle vom Bezirk, den die Landkreise und damit die Kommunen finanzieren, mehr Gesprächsbereitschaft, Kompetenz und Flexibilität. Eine Beseitigung der Personalprobleme beim Bezirk könnte die Kontinuität in der Zusammenarbeit verbessern.

Nach einer lebhaften Diskussion, die entscheidend zum Verständnis der Probleme der Lebenshilfewerkstätten beitrug, dankte der Fraktionsvorsitzende Dr. Lothar Seissiger Enderle und Galla für die sachliche Information. Die FW/UW war beeindruckt mit welcher persönlichen Einsatzbereitschaft, Menschlichkeit und Fachwissen die Mitarbeiter der Lebenshilfe die Menschen mit Behinderung im Berufsleben führen.

Pressemitteilung FW/UW Kreistagsfraktion Traunstein

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