Breitbandversorgung kommt nicht voran

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Über das Thema Breitbandversorgung im ländlichen Raum informierten Dr. Dietrich Schirm (links) und MdL Klaus Steiner bei einem Fachgespräch.

Traunstein - Die flächendeckende Versorgung mit Breitband-Internet komme immer noch nicht in dem gewünschten Maß voran, obwohl es auf Bundes- und Landesebene forciert werde.

Diese Feststellung traf der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner bei einem Fachgespräch mit Vertretern des Landkreises und der Kommunen im "Bräustüberl" des Hofbräuhauses.

Als Ursache macht Steiner Kenntnisdefizite über die Möglichkeiten der technischen Umsetzung und der staatlichen Förderung beim Netzausbau aus. Kompetenter Gesprächspartner war der zuständige Fachreferent im Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Dr. Dietrich Schirm.

Das Internet habe für radikale Umwälzungen gesorgt, auf die sich Bayern als Spitzenindustrieland einzustellen habe, sagte Schirm. Seit 2008 sei das Bayerische Breitband-förderprogramm in vollem Umfang in Kraft gesetzt und 2009 noch einmal verbessert worden, weil auch der Druck durch die Bürger immer größer geworden sei. Ziel der Förderung sei eine flächendeckende und bedarfsgerechte Breitbandversorgung für Privathaushalte und Gewerbetreibende.

Neben der Förderung müsse man auf den Wettbewerb setzen. "Wir bekommen Fortschritt auf dem Land nur, wenn dort Wettbewerb herrscht", lautete die Botschaft von Schirm. Es träten zunehmend kleine und mittelständische Anbieter mit alternativen Breitbandlösungen in Erscheinung.

Man dürfe nicht nur auf die unbezahlbaren Glasfiberverbindungen, sondern auch auf andere Techniken wie Hybrid mit Richtfunk, WLAN-Funk, UMTS-Funk, Digitale Dividende undsoweiter setzen. Der Wettbewerb sei "angeheizt".

Unterwössens Bürgermeister Hans Haslreiter fühlte sich durch die Privatisierung der Telekommunikation vom Staat vernachlässigt. Seine Gemeinde müsste 130000 Euro investieren. Nur durch Zufall habe er erfahren, dass die Deutsche Telekom im kommenden Jahr ein Glasfaserkabel in Unterwössen verlegt. Ebenfalls keine guten Erfahrungen hat Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer mit der Deutschen Telekom. "Wir bekommen keine Auskunft, wie beziehungsweise wo Kabel verlaufen." Die Telekom habe bei Anfragen nur abgewinkt.

Schirm warnte eindringlich, sich von der Deutschen Telekom abhängig zu machen. "Es gibt mittelständische Unternehmen, die es billiger machen." Der CSU-Kreisvorsitzende Steiner sprach mit Blick auf die Deutsche Telekom von "mangelhafter Kommunikation eines Unternehmens der Kommunikationsbranche" und kritisierte dessen Unbeweglichkeit. Er bezeichnete das Internet als die wichtigste Erfindung in der Information seit dem Buchdruck. Es sei entscheidend für Investitionen in den Standort ländlicher Raum und damit für dessen Entwicklung.

bjr/Chiemgau-Zeitung

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