Chiemseeregion schützt ihre seltenen Arten

Wiesenbrüter bedroht - Bitte bis Ende Juni auf den Wegen bleiben!

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Gebietsbetreuer Dirk Alfermann (2. v. links) zusammen mit Mitarbeitern der Naturschutzwacht, die noch bis Ende Juni in den Wiesenbrütergebieten die Einhaltung der Wegegebote kontrollieren.

Chiemgau - Einige der seltensten Vogelarten Deutschlands können nach wie vor in der Chiemseeregion gefunden werden. Doch zum Schutz der Tiere bedarf es die Umsichtigkeit aller Beteiligten: 

Die bayernweiten Bestände des Braunkehlchens sind in den letzten 20 Jahren um über 70% zurückgegangen. In den Wiesenbrütergebieten um den Chiemsee ist es noch mit wenigen Brutpaaren vertreten.

Wiesenbrütende Vogelarten, wie der Große Brachvogel, der Wiesenpieper oder das Braunkehlchen, zählen zu den seltensten Vogelarten in Deutschland und sind vom Aussterben bedroht. Umso erfreulicher ist es, dass es noch einige von ihnen in unserer Chiemseeregion gibt. Insbesondere im Bergener und Grabenstätter Moos sowie am Lachsgang bei Übersee, aber auch im Irschener und Aiterbacher Winkel, finden sie noch letzte geeignete Brutmöglichkeiten.

Die für die Vögel wertvollen, extensiven Streuwiesen werden von ortsansässigen Landwirten erst spät im Jahr gemäht. Dank dieser Unterstützung, für die die Landwirte eine zusätzliche Förderung über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm bekommen, können die Bruthabitate erhalten bleiben.

Gerade jetzt ist für die Vögel eine gefährliche Zeit, da sie in der Regel mit der Aufzucht der Jungvögel beschäftigt sind. Jede noch so kleine Störung kann dazu führen, dass sie natürlichen Feinden, wie Fuchs oder Rabenkrähe, zum Opfer fallen.

Der Große Brachvogel kommt als Brutvogel mittlerweile nur noch im Bergner Moos vor. 

Der Gebietsbetreuer Chiemsee, Dirk Alfermann, der seit April nun auch für den Wiesenbrüterschutz in den Mooren südlich des Chiemsees zuständig ist, bittet daher alle Besucher, nur auf den ausgewiesenen, freizugänglichen Wegen unterwegs zu sein und diese nicht zu verlassen

Zudem sollten Hundehalter ihre Vierbeiner stets an kurzer Leine führen. So sieht es auch die Wiesenbrüterverordnung des Landkreises Traunstein vor. In den nächsten Wochen werden Mitarbeiter der Naturschutzwacht verstärkt in den Gebieten unterwegs sein, um auf die Einhaltung des Wegegebotes hinzuweisen.

„Wenn sich alle an die Regeln halten, dann wird man auch zukünftig diese seltenen Arten hier antreffen und wir können uns alle an dieser wunderbaren Natur erfreuen.", so Alfermann.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein 

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