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Mittlerweile 644.000 "Chiemgauer" im Umlauf

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Präsentierten die aktuellen Geldscheine der Regionalwährung „Chiemgauer“ vor der neu eröffneten Geschäftsstelle in der Ludwigstraße 9 in Traustein (v.l.): Vorstandsmitglieder Karl Schönberger, Elke Boehringer, Christophe Levannier und Stefan Schütz.

Chiemgau - Mittlerweile 15 Jahre gibt es die Regionalwährung „Chiemgauer“ in der Region. Der Verein informierte nun über die neue Geschäftsstelle und ihre Aktivitäten:

Mehr Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit: Unter diesem Motto will der Regionalgeldverein „Chiemgauer e.V.“ im neuen Jahr wieder stärkere Präsenz zeigen und sich weiter vernetzen. Seit 15 Jahren gibt es das aus einem Schülerprojekt der Waldorfschule in Prien hervorgegangene System einer regionalen Komplementärwährung inzwischen. 

Sehr ansehnlich ist die Fördersumme, mit der bisher regionale Projekte und Vereine unterstützt wurden: mehr als 650.000 Euro. Bekanntlich werden beim Eintausch von Euro in Chiemgauer Euro drei Prozent an Förderung für einen Verein der eigenen Wahl einbehalten. Aktuell sind 644.000 Chiemgauer in Umlauf. 535 Unternehmen, 295 Vereine sowie neun Städte und Gemeinden unterstützen den regionalen Wirtschaftskreislauf durch die Annahme von Chiemgauern. 

Mit dem bereits erfolgten Umzug in neue Geschäftsräume im Zentrum von Traunstein (Ludwigstraße 9), regelmäßigen Öffnungszeiten und einer neuen Homepage (www.chiemgauer.info) will der Verein mehr Präsenz zeigen und das Informationsangebot verbessern. Speziell durch mehr Kooperationen mit Kommunen soll die Akzeptanz weiter vergrößert werden. 

"Chiemgauer" auch im Berchtesgadener Land 

Nach dem Ende der Regionalwährung „Sterntaler“ im Landkreis Berchtesgadener Land, ist dort seit diesem Jahr der Chiemgauer mit zwei neuen Annahmestellen in Ainring (Zallis Naturkost Café) und Teisendorf (Optik Henseler) präsent. 

Seit kurzem gibt es zudem in Trostberg wieder eine Ausgabestelle: bei Vickie’s chat & chill Café in der Bahnhofstraße 14. 

Neues Design 

Mit einem frischen und überarbeiteten Erscheinungsbild präsentieren sich ab sofort auch die neuen Chiemgauerscheine, die jeweils für drei Jahre bis 2021 gültig sind. Sie können an 23 Ausgabestellen eingetauscht werden. Die regionalen Bildmotive der Scheine im Wert von eins, zwei, fünf, zehn, 20 und 50 Euro zeigen unter anderem ein Edelweiß vom Gipfel des Karlkopfes, den Gipfel des Hochgern, das ehemalige Kloster Höglwörth oder die Silhouette dreier Trachtler. 

Überregional bekannt 

Erstaunlich ist für Vorstand Christophe Levannier, „dass die Akzeptanz des Chiemgauers in der Region noch durchaus sehr ausbaufähig ist“, während das Regiogeld überregional hohe Anerkennung genießt. Neben einer Vielzahl von Medienberichten sind Chiemgauer-Scheine nicht nur in einem Raum des British Museum zum Thema „Euro“ oder im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main zu sehen. Auch in der Elite-Universität Harvard befasst man sich mit dem Regionalgeld vom Chiemsee

Ein vor kurzem gezeigter TV-Beitrag im japanischen Fernsehen nennt den Chiemgauer als Vorbild für aktuelle Alternativwährungen in Sardinien oder die neuen Regionalgeldscheine, die aktuell mehrere Stadtteile in Barcelona erobern. 

Regionalwährung als Stärkung der Demokratie 

Dass die Regionalwährung Chiemgauer sich auch gut in das Bestreben nach neuen bürgerlichen Mitwirkungs- und Entscheidungsprozessen für eine Stärkung der Demokratie einfügt, machte Professorin Dr. Isabel Feichtner deutlich. Sie ist Dozentin für Öffentliches Recht und Wirtschaftsvölkerrecht an der Universität Würzburg und Co-Sprecherin des vom Wissenschaftsministerium geförderten, bayernweiten Forschungsverbunds „For Democracy“. Zusammen mit Hanjo Achatzi, Aufsichtsrat der Sozialgenossenschaft Regios, die sich um die Geschäftsabwicklung des Chiemgauers kümmert, und Initiator Christian Gelleri wirkte Dr. Feichtner vor kurzem am Werkstatt-Workshop „Demokratisierung von Geld und Kredit“ mit. Rund 30 Teilnehmer beschäftigten sich in der Veranstaltung intensiv mit demokratischen Mitwirkungsprozessen, der Zusammenarbeit mit Kommunen oder rechtlichen Hürden und Rechtsfragen. 

Christian Gelleri (re.), Forscher und Initiator der Regionalwährung „Chiemgauer“, diskutierte beim Workshop „Demokratisierung von Geld und Kredit“ in Traunstein mit Teilnehmern über zukunftsfähige und demokratischere Formen des Umgangs mit unseren Finanzen.

Schwerpunkte bildeten die Fragen, inwiefern der Chiemgauer noch stärker „Teil eines gesellschaftlichen Designs der Zukunft“ werden kann. Etwa, wie er Gemeinden, Vereinen und Unternehmen nützt und wie eine bessere Vernetzung in der Region zu erreichen ist. Immerhin gilt die Regionalwährung als probates Mittel für Stabilität, sollte es zu weiteren Wirtschafts- und Finanzkrisen mit unabsehbaren Folgen kommen.

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