Traunsteiner Christkindlmarkt

Wie wird der Christkindlmarkt noch besser?

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Bei einem Spaziergang über den Traunsteiner Christkindlmarkt diskutierten Stadtrat Ernst Haider (Mitte), Ordnungsamts-Chef Manfred Bulka (links) und chiemgau24-Leser Johann Eder über die Zukunft des Traunsteiner Christkindlmarkts.

Traunstein - Über die Zukunft des Traunsteiner Christkindlmarkts diskutierten am Mittwoch Vertreter der Stadt mit einem kritischen chiemgau24-Leser.

Eigentlich hat Johann Eder aus Pittenhart den Traunsteiner Christkindlmarkt immer sehr gerne besucht. Besonders die Handwerkerhütten und das Veranstaltungsangebot hatten es dem gebürtigen Traunsteiner angetan. Heuer jedoch - nach einer kleinen Christkindlmarkt-Rundreise durch die Region - war er enttäuscht vom Traunsteiner Christkindlmarkt. Das Angebot auf den anderen Märkten erschien im einfach bunter. In Traunstein, so Eders Eindruck, gehe es inzwischen vor allem ums Essen und ums Trinken. In einem Leserbrief an die Redaktion von chiemgau24 kam Eder zu dem Schluss, der Traunstein Christkindlmarkt bedarf einer "massiven Verbesserung".

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Chiemgau24 brachte den kritischen Geist und Vertreter der Stadt Traunstein zusammen. Auf einer Art "konstruktivem Spaziergang" über den Christkindlmarkt sollten sie gemeinsam über dessen Zukunft sprechen. Aus einem kleinen Spaziergang wurde eine fast einstündige, angeregte Diskussion darüber, was künftig besser werden kann, und über die Herausforderungen, die der Veranstalter meistern muss. Zum Gespräch gekommen waren Stadtrat Ernst Haider und Manfred Bulka vom Ordnungsamt der Stadt. Bulka ist seit vielen Jahren federführend in die Planung und Organisation des Christkindlmarkts eingebunden und Haider ist als Referent für Marktwesen und Tourismus der Experte in Sachen Christkindlmarkt im Stadtrat.

Viele Handwerker bevorzugen kleinere Märkte

Eders wichtigstes Anliegen war die Ausgewogenheit zwischen Handwerk und Ernährung. Er wünsche sich einfach mehr Handwerkliches, erklärte er Bulka und Haider. Auf anderen Märkte gebe es ja sogar Handwerker, die direkt am Stand ihre Waren herstellen.

chiemgau24-Leser Johann Eder

Haider und Bulka gaben Eder unumwunden recht. Mehr Handwerker mit einem breiteren Angebot wären wünschenswert, aber: "Die Öffnungszeit ist das Problem", erläuterte Haider. Der Markt sei "non stop offen" und die Handwerker seien nur nebenerwerblich auf den Christkindlmärkten unterwegs. "Sie können während der durchgehenden Öffnung nicht da sein." Viele Handwerker bevorzugten deshalb kleinere Märkte, die nur am Wochenende geöffnet haben, so Haider. Einzelne große Stände nur am Wochenende zu öffnen ist für die Stadt aber keine Alternative - schon alleine aus Rücksicht auf das Stadtbild. Auch für Eder muss der Traunsteiner Christkindlmarkt unbedingt durchgehend geöffnet haben. "Die Stadt lebt und stirbt damit", so Eder.

Sind "Kleinststände" die Königslösung?

Um dennoch möglichst viele Handwerker nach Traunstein zu locken, arbeitet die Stadt schon heute mit wechselnden Belegungen der Hütten. Ein Korbflechter beispielsweise kommt für 14 Tage auf den Christkindlmarkt. Die Königslösung könnte eine Erweiterung des Marktes um eine Reihe kleiner Stände sein. Der Markt könnte nach hinten in Richtung Kreissparkasse mit "Kleinstständen für das Wochenende" erweitert werden, erklärte Bulka und Haider ergänzte, man könnte diese dann "optisch unter der Woche abtrennen".

Ordnungsamts-Chef Manfred Bulka

Wie schwer oftmals die Akquise guter Handwerker ist, führte Bulka aus: "Sie kriegen keine Kunsthandwerker mit einer Anzeige, Sie müssen selber raus." Um einen Glasbläser für den Traunsteiner Christkindlmarkt zu gewinnen, habe er 250 oder sogar 300 Betriebe in ganz Süddeutschland angeschrieben, erzählte der Leiter des Ordnungsamts. Lediglich 15 Antworten kamen zurück, allesamt Absagen. In der Weihnachtszeit seien die Handwerker eben auch schon ohne einen Stand auf dem Christkindlmarkt sehr beschäftigt, erläuterte Bulka.

Schon die Absage eines einzigen Fieranten kann so ein harter Schlag für den Christkindlmarkt sein. Früher gab es in Traunstein beispielsweise einen riesigen Stand mit Christbaumschmuck, doch weil es sich irgendwann nicht mehr rentiert hat, kehrte der Fierant dem Christkindlmarkt den Rücken. "Es ist unheimlich schwierig, dass man solche Dinge wieder her kriegt. Das tut uns in der Seele weh", sagte Bulka.

Diskussion über die Zukunft des Christkindlmarkts

Gibt es 2014 eine ganz neue Dekoration?

Schon heute berät die Arbeitsgruppe Christkindlmarkt der Stadt über unzählige Ideen, die den Christkindlmarkt in Zukunft noch besser machen sollen. Ordnungsamt, Stadträte und Oberbürgermeister haben in der AG freilich längst den kommenden Christkindlmarkt im Blick. 2014 feiert der Christkindlmarkt sein 40-jähriges Jubiläum.

Stadtrat Ernst Haider

Bis dahin soll die Dekoration am Stadtplatz in neuem Glanz erstrahlen. Auch Eder ist dies ein großes Anliegen. Auf anderen Christkindlmärkten bekomme man schließlich "heimeliges Ambiente pur" präsentiert, findet der Pittenharter. Tatsächlich gab es schon im letzten Jahr Überlegungen, die Häuser entlang des Stadtplatzes einzubeziehen und festlich zu schmücken. "Wir wollten es umsetzen, aber man braucht die Hauseigentümer", erzählte Haider und Bulka ergänzte, dass man schon erste Eigentümermeinungen eingeholt habe. Weil der eine aber begeistert und der andere eher reserviert reagiert, dauert es eben, bis das neue Dekorations-Konzept umgesetzt werden kann. "Ich kann mir vorstellen, dass es nächstes Jahr schon ganz anders aussieht", sagte Haider.

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