DEKRA prüfte 73000 Fahrzeuge

Traunstein - Die Überprüfung der DEKRA zeigte, dass vorallem junge Fahrer mit erheblichen Sicherheitsmängeln unterwegs sind:

Die Autos vieler junger Fahrer weisen oft gravierende Sicherheitsmängel auf. Zu diesem Ergebnis kommt die Sachverständigenorganisation Dekra, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Verkehrswacht und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat in den vergangenen fünf Jahren insgesamt die Fahrzeuge von 73000 jungen Autofahrern überprüft hat.

Im Rahmen eines Verkehrssicherheitstages am gestrigen Montag auf dem Stadtplatz in Traunstein hat die Dekra den Abschlussbericht an Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer übergeben.

In dem Bericht werden vor allem Mängel im Bereich der Bremsen und der Reifen herausgestellt, die zu einer Beeinträchtigung der Fahrsicherheit für alle Verkehrsteilnehmer führen. Gerade junge Autofahrer würden oft ältere Fahrzeuge lenken, die mehr Mängel aufweisen würden.

"Gerade junge Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren sind leider häufig in Verkehrsunfälle verwickelt", sagte Ramsauer. Verschiedene Maßnahmen wie das "begleitete Fahren" mit 17 und das Alkoholverbot für Fahranfänger hätten die Unfallzahlen um 20 beziehungsweise 15 Prozent gesenkt. "Wir werden mit unserem Verkehrssicherungsprogramm weiter daran arbeiten, Risiken im Straßenverkehr für junge Fahrer zu verringern." Der Bundesverkehrsminister bezeichnete das Ergebnis der Studie als eine Mischung aus "erstaunlich und erschreckend". Es sei ein "Sparen an der falschen Stelle", wenn junge Fahrzeugeigentümer an der Sicherheit sparen würden.

Dekra-Vorstandsmitglied Clemens Klinke betonte, dass neben der oftmals fehlenden Fahrpraxis junger Autofahrer eine häufig höhere Risikobereitschaft Ursachen für Unfälle seien. Die Sachverständigenorganisation kritisiere zudem den Zustand vieler Fahrzeuge der jungen Lenker: "Viele von ihnen fahren überdurchschnittlich alte und oftmals schlecht gewartete Autos mit dementsprechend hoher Mängelquote", sagte Klinke.

Man habe in den vergangenen fünf Jahren, so Klinke, mehr als 73000 Fahrzeuge geprüft - und dann festgestellt, dass das durchschnittliche Alter und die Laufleistung der Pkws zunehmend eine steigende Tendenz aufweisen würden. Sicherheitsrelevante Einbauten wie ESP, Airbags und Anti-Blockier-Systeme wiesen vereinzelt deutliche Mängel auf.

Mit einer besonderen Aktion am Stadtplatz stellte die Dekra die Gefahren für Kinder im Straßenverkehr dar. Zwei überdimensioniert wirkende "Gulliver-Autos" machten deutlich, wie leicht Kinder im Straßenverkehr übersehen werden können. Die eindrucksvollen Fahrzeuge sollten für Fahrzeuglenker jeden Alters unter anderem einen Impuls geben, in der Nähe von Kindern rechtzeitig vom Gas zu gehen. Das "Zwergengefühl" zwischen den großen Fahrzeugen sollte Erwachsene für die schwächsten Verkehrsteilnehmer sensibilisieren.

Der Bundesverkehrsminister und der Dekra-Vorstand nahmen sich Zeit, mit jungen Verkehrsteilnehmern der Kohlbrenner-Mittelschule zu reden und sich deren Erfahrungen im Straßenverkehr anzuhören. Die Schüler fokussierten sich auf den Führerschein mit 17. Anna Jost sagte, die Anforderungen an die Prüflinge seien zu hoch, ihrer Klassenkameradin Daniela Dießlin war die Zeit der Begleitung zu lange. Einig waren sich aber der Verkehrsminister, Dekra-Verantwortliche und weitere Anwesende in ihren Wortbeiträgen, dass das begleitete Fahren eine positive Einführung für die jungen Fahrer und alle Verkehrsteilnehmer sei und auch für die Begleiter einen positiven Nebeneffekt habe. Denn wer diese Aufgabe übernehmen wolle, dürfe nur drei Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg aufweisen.

Auch Polizeioberrat Peter Böttinger vom Polizeipräsidium Oberbayern konnte der Einführung viel Positives abgewinnen: "Der Führerschein mit 17 macht uns die Arbeit leichter." Es sei eine traurige Pflicht, wenn Beamte den Eltern und Angehörigen die Mitteilung eines bei einem Verkehrsunfall zu Tode gekommenen jungen Menschen überbringen müssten.

Eine Anregung und einen Wunsch gab Traunsteins Zweiter Bürgermeister Hans Zillner Bundesverkehrsminister Ramsauer und Dekra-Vorstand Klinke mit: In der südostbayerischen Region fehle ein Verkehrsübungsplatz wie es ihn beispielsweise in Augsburg gäbe. Dieser werde auch von den Fahrlehrerverbänden befürwortet. Der Bundesverkehrsminister stand dieser "großartigen Idee" positiv gegenüber. Ein solches Projekt müsse aber von privater Seite in die Hand genommen werden.

wz/Chiemgauer-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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