Daxenberger: Mittelschulen sind "Umettiketierung"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Sepp Daxenberger

Traunstein/Waging - Der Grüne Landtagsabgeordnete Sepp Daxenberger kritisiert das Mittelschulkonzept. Für ortsnahe Schulen seien diese ein "Sargnagel".

Daxenberger stellte eine Anfrage zum Plenum, in der er hinterfragte, wie es mit dem Schulstandort Waging weiter geht.

Aus der Antwort des Kultusministeriums ist ersichtlich, dass Waging alleine keine Mittelschule bilden können wird. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, "dass die Hauptschule Waging als Mitglied eines Verbundes den Status einer Mittelschule erlangt. Soll die Bezeichnung Mittelschule noch für das kommende Schuljahr wirksam werden, müsste ein Beitritt zu einem Verbund allerdings noch bis zum Ende des laufenden Schuljahres fest vereinbart werden." Nach einem Telefonat mit dem Schulamt Traunstein wurde die konkrete Möglichkeit genannt, einen Verbund mit Teisendorf zu bilden.

Der örtliche Abgeordnete Sepp Daxenberger bedauert diese Entwicklung sehr: "Das Mittelschulkonzept kann dem Hauptschulsterben faktisch nichts entgegen setzen. Im Gegenteil: die Mittelschulen sind ein weiterer Sargnagel für wohnortnahe Schulen. Es zeigt sich, dass selbst einem Hauptschulstandort wie Waging am See, der in der Vergangenheit Schülerinnen und Schüler aus den umliegenden Gemeinden Petting, Taching und Wonneberg aufgenommen hat, keine Zukunftschance gegeben wird." Er kritisierte, dass es sich bei der Umbenennung in "Mittelschulen" hauptsächlich um eine Umetikettierung handle, die mit einem großen Aufwand, wie etwa den Dialogforen oder der Tour von Minister und Staatssekretäre durch die Landkreise, in die Öffentlichkeit gebracht werde. An den tatsächlichen Problemen aber ändere sich trotzdem nichts. Aus derzeit achtzehn Hauptschulen im Landkreis sollen laut Informationen des Schulamts Traunstein nach Durchführung des Mittelschulkonzepts schließlich sieben Mittelschulen und vier Hauptschulen werden. So wären schon ab dem Schuljahr 2011/12 sechs Standorte weniger gegeben. Stattdessen schlägt Sepp Daxenberger eine längere gemeinsame Schulzeit vor: "Längeres gemeinsames Lernen bietet einerseits die Möglichkeit des miteinander und voneinander Lernens und einer einhergehenden neuen Pädagogik, andererseits können so auch kleine Schulstandorte erhalten bleiben und ein starkes, attraktives Angebot vorweisen."

Presseinformation, Sepp Daxenberger

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser