Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit

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Ehrenamtliches Engagement ist die Stütze der vielfältigen Dienste der Malteser. Einen Teil seiner Freizeit freiwillig und unentgeltlich für Bedürftige und Menschen in Not einzusetzen, bringt kein bares Geld, aber Dankbarkeit, Freude und wertvolle persönliche Erfahrungen.

Traunstein - Sich ehrenamtlich für den Dienst am Nächsten und das Gemeinwohl einzusetzen ist schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Deshalb suchen die Malteser personelle Verstärkung.

Sie stehen in der Regel am Rande oder dezent im Hintergrund, werden kaum wahrgenommen und wenn sie zum Einsatz kommen, geht es meist um unerfreuliche Situationen. Meist besteht die Meinung, dass es sich um gut bezahlte Mitarbeiter in tollen Uniformen und Fahrzeuge mit hochtechnischen Geräten handelt.

Die Helferinnen und Helfer der Malteser, die sich in den ehrenamtlichen Diensten, wie dem Sanitätsdienst oder Katastrophenschutz engagieren, fühlen sich häufig so wahrgenommen, wenn sie ihren freiwilligen Dienst leisten. „Die Bevölkerung weiß in der Regel nicht, dass unsere Einsatzkräfte rein ehrenamtlich in der Notfallvorsorge tätig sind. Auf unseren Fahrzeugen steht im Gegensatz zur Freiwilligen Feuerwehr auch nicht „Freiwilliger Katastrophenschutz“ oder „Ehrenamtlicher Rettungsdienst.“

"Sie opfern ihre Freizeit, um sich sozial zu engagieren und Bedürftigen zu helfen“, sagt Max Rauecker, Kreisbeauftragter der Malteser im Landkreis Traunstein. Ab einer bestimmten Größenordnung sind Veranstalter verpflichtet, einen Sanitätsdienst bereit zu stellen und die Notfallvorsorge zu gewährleisten. Die Beauftragung kommerzieller Anbieter können sich meist nur große Profivereine, Hallenbetreiber oder Veranstaltungsagenturen leisten.

Hinzu kommen Aufgaben der Gefahrenabwehr der Landkreise, Städte und Gemeinden, die Feuerwehren gemeinsam mit den freiwilligen Hilfsorganisationen, wie dem Malteser Hilfsdienst zu bewältigen haben. Durch den ehrenamtlichen Einsatz stehen die Malteser den, für öffentliche Sicherheit verantwortlichen Behörden zur Verfügung und können mit sehr gut ausgebildeten Helferinnen und Helfern Sanitätsdienste für Kommunen, Vereine oder Kirchengemeinden kostengünstig anbieten.“

Die geringen Aufwandsentschädigungen reichen nur zu einem kleinen Teil zur Kostendeckung aus, denn die Aus- und Fortbildung der Helfer, die Dienstbekleidung, Fahrzeuge, Technik und regelmäßige Übungen verschlingen viel Geld. Ohne die zahlreichen Fördermitglieder der Malteser wären diese Aufgaben und die anderen ehrenamtlichen Dienste des gemeinnützigen Verbandes, wie Jugendarbeit, Begleitungs- und Besuchsdienste und Auslandshilfe, nicht zu leisten.

„Am wichtigsten ist jedoch die soziale Einstellung und Motivation unserer Helferinnen und Helfer“, so Rauecker. „Malteser zu sein ist in der Tradition unserer über 900 Jahre alten Ordensgeschichte eine Berufung und bedeutet tatkräftigen sozialen Einsatz.“ Die Dankbarkeit der Bedürftigen gebe den Helferinnen und Helfern dabei immer wieder viel an menschlicher Begegnung und beglückenden Erfahrungen zurück.

Sich ehrenamtlich für den Dienst am Nächsten und das Gemeinwohl einzusetzen ist jedoch keine Selbstverständlichkeit mehr. Deshalb brauchen auch die ehrenamtlichen Einheiten der Malteser personelle Verstärkung.

Mit dem Wegfall der Wehrpflicht würde für junge Männer die Alternative entfallen, eine Dienstzeit im Katastrophenschutz bei Hilfsorganisationen oder bei der Feuerwehr abzuleisten. Auf der anderen Seite werden die aktiven Malteser zu immer mehr realen Einsätzen und Übungen gerufen und stoßen dabei zunehmend an die Aus- und Belastungsgrenzen.

Die bundesweite „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ (17.9. bis 26.9.), die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Christian Wulff steht, nutzen die Malteser dafür, um für ehrenamtliches Engagement zu werben. „Mitmachen kann jeder über 18, der sozial engagiert, teamfähig und verantwortungsbewusst ist“, betont der Malteser-Kreisbeauftragte. Geboten werden eine kostenlose Aus- und Fortbildung, regelmäßige Gruppentreffen und viel Freude bei interessanten, auch überregionalen Einsätzen, z. B. bei Konzerten, Wallfahrten oder Sportveranstaltungen aller Art.

So mancher Jugendliche habe durch sein zunächst ehrenamtliches Mitwirken bei den Maltesern sogar seinen Berufswunsch entdeckt, berichtet Rauecker. Mitmachen im Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Sanitätsdienst, Krisenintervention oder den vielfältigen sozialen Diensten für Senioren und Menschen mit Behinderung können übrigens auch Frauen. In Landkreis Traunstein gibt es 250 Aktive und 10.000 Fördermitglieder, die die Arbeit der Malteser mit einem Jahresbeitrag unterstützen. Jährlich leisten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Malteser im Landkreis Traunstein rund 120.000 Einsatz- und Bereitschaftsstunden.

Nähere Informationen zur ehrenamtlichen Mitarbeit gibt auch die Kreisgeschäftsstelle der Malteser, Telefon 0861 / 986600.

Pressemeldung Malteser Hilfsdienst e.V.

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