Heftige Diskussion wegen Flächennutzung

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Der Gemeinderat Nußdorf sprach sich in seiner jüngsten Sitzung gegen die großflächige Ausweisung von Gewerbeflächen im Norden der Stadt Traunstein aus. Das Ratsgremium hält eine Ausweisung eine Fläche von 118.000 Quadratmeter – (in türkis dargestellt) im Anschluss an die bestehenden Gewerbeflächen an der Industriestraße für ausreichend. Die Planung für das Güterterminal (lila) sollte zurückgestellt werden, bis ein konkreter Bedarf vorliegt.

Nußdorf - Erhebliche Bedenken zur Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Traunstein äußerten die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung.

Von den Plänen des Stadtrates das Gewerbegebiet zwischen Industriestraße und Bundesstraße 304 nach Norden, bis zur Stadtgrenze hin zu erweitern und damit eine Fläche von rund 28 Hektar als Gewerbeflächen auszuweisen, zeigte sich das Nußdorfer Ratsgremium wenig begeistert. Als Nachbargemeinde und sogenannter Träger öffentlicher Belange wurde der Gemeinderat Nußdorf um eine Stellungnahme zum künftigen Flächennutzungsplan gebeten. In ihrem Beschluss wiesen die Gemeinderäte darauf hin, dass der Eingriff in die Waldflächen des Haidforst so gering wie möglich gehalten werden soll. Das Nußdorfer Ratsgremium forderte deshalb dazu auf, zunächst nur eine Fläche von maximal 120.000 Quadratmeter im Anschluss an die bestehenden Gewerbeflächen, auszuweisen. Die Planung für das möglicherweise am nördlichen Stadtrand entstehende Güterterminal und die dazu notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes sollten zurückgestellt werden, bis ein konkreter Bedarf vorliegt. Die Stellungnahme an die Stadt Traunstein wurde vom Gemeinderat einstimmig als Beschluss gefasst.

Bei der Beratung zur gemeindlichen Stellungnahme entbrannte eine heftige Diskussion. Für Hans Stöger ist es ein „Irrsinn“ eine so riesige Fläche als Gewerbegebiet auszuweisen. „Ein Güterterminal bringt uns überhaupt nichts, deshalb wird die Verkehrsbelastung nicht geringer.“ Die Autolobby werde alles tun, dass kein Containerumschlagplatz entsteht. „Die haben doch überhaupt kein Interesse, dass Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird.“ Für Hans Dandl ist das Güterterminal nur „vorgeschoben“, als Begründung für die Gewerbeflächenausweisung. In Burghausen werde ein Güterterminal gebaut und in Salzburg bestehe der Containerumschlag schon sehr lange. Dandl hält es deshalb für unwahrscheinlich, dass in Traunstein ein weiteres Güterterminal notwendig ist. Seines Wissens sei der konkrete Bedarf an Gewerbeflächen in Traunsteins Norden auf zwei Firmen beschränkt, die lediglich 2,5 Hektar an Fläche benötigen. Er glaube zwar nicht, dass es eine vollständige Rodung und einen Kahlschlag auf den geplanten Flächen gebe, die Vorstellung aber, dass zwischen Aiging und Traunstein entlang der B 304 ein durchgängiges Gewerbegebiet entstehen könne, bereitet ihm große Sorge. „Wir müssen nicht alle Natur zupflastern, so dass nur noch ein paar Berggipfel als Reservate übrig blieben.“

Bürgermeister Hans Gnadl widersprach Dandls Aussagen: Es gebe durchaus Bedarf für einen Containerterminal und auch positive Gutachten, die für einen Standort bei Traunstein sprechen. „Zahlreiche Firmen und Industriebetriebe zwischen Trostberg und Siegsdorf brauchen das Terminal,“ so Gnadl. Die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen dürfe dabei nicht unberücksichtigt bleiben. Für Hans Posch, der in Mögstetten unmittelbar an der B 304 wohnt, „ist es schon ein Problem, wenn das Güterterminal herbeigebetet wird.“ Die Verkehrsbelastung werde weiter steigen und daran werde auch die Nordostumfahrung von Traunstein nichts ändern. Auch Ludwig Kroiß sprach sich gegen die Pläne der Stadt Traunstein aus. „Wir züchten uns Konkurrenz zu unseren eigenen Gewerbeflächen bei Aiging.“ Die Stadt Traunstein habe jahrelang geschlafen und wolle nun auch am großen Kuchen teilhaben. Thomas Ober schlug vor, nur der Ausweisung einer Teilfläche nahe den schon bestehenden Gewerbeflächen, nicht aber des gesamten, 28 Hektar großen Gebietes zuzustimmen. Dem schloss sich der Gemeinderat einstimmig an und sprach sich in seiner Stellungnahme zur Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Traunstein für einen möglichst geringen Eingriff und eine eng begrenzte Gewerbegebietsausweisung aus.

pv 

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