Eine ganz "coole" Sache

Nur 320 Liter Wasserverlust: Das ist übrig geblieben (links) vom Eisblock nach sechs Wochen... und das sind die Gewinner der Schmelzwette (Bild rechts): Hauptgewinnerin Viktoria Horres aus Kolbermoor (Mitte), der zweite Preis ging an Arni-Stefan Kirchner aus Schloßberg (auf der Bank links). Rechts Peter Spannring, Vorstand des Fördervereins "Qualitätsholz aus dem Chiemgau & BGL".

Traunstein/Stephanskirchen – Mit einem verblüffenden Ergebnis ging jetzt die Eisblockwette des Fördervereins „Qualitätsholz aus dem Chiemgau & BGL“, unterstützt durch die Zimmererinnungen Traunstein und Rosenheim, zu Ende.

Von dem Eisblock, eingefroren aus genau 1000 Litern Wasser, und sechs Wochen eingeschlossen in ein Holzhaus mit Passivhausstandard, waren trotz extremer Hitzewochen noch 68 Prozent vorhanden.

Um 11 Uhr stand nach harter Arbeit das Ergebnis fest: Dazu wurde vom Holzhaus das Dach abgehoben, die obere Dämmung entfernt, und der in einem Foliensack winddicht verschlossene Eisblock mit dem Lkw-Kran von Zimmerer-Obermeister Sepp Lechner herausgehoben. Das im Foliensack verbliebene Schmelzwasser wurde ausgeschöpft. Es waren nur 320 Liter. Somit konnte festgestellt werden, dass nach wie vor noch 680 Liter als Eis existierten. Über 500 Besucher des Zehentnerhofes in der Hofau, gegenüber der Landesgartenschau am Innufer in Rosenheim, gaben ihren Tipp ab, wie viel vom Eisblock noch vorhanden sein könnte, oder ob nur noch Gießwasser für Geranien vorzufinden sei. Die Wetten reichten von null bis 99 Prozent.

Nur eine Teilnehmerin, die achtjährige Viktoria Horres aus Kolbermoor, hatte genau 68 Prozent getippt. Sie hatte gemeinsam mit ihrer Mama den Teilnahmeschein ausgefüllt. Die ganze Familie freute sich sichtlich über den Hauptpreis, eine Hausbank, hergestellt in Behindertenwerkstätten des Landkreises Traunstein. Auch die Gewinner der weiteren Preise konnten zum Teil zur Preisverleihung kommen. Sie mussten teilweise ausgelost werden, weil sie dem Ergebnis alle gleich nahe waren. Je ein Verzehrgutschein im Wert von 25 Euro ging an Arni-Stefan Kirchner aus Schloßberg und an Alfred Bauer aus Rosenheim. Das Holzhaus haben Zimmererlehrlinge im Rahmen ihres Unterrichts an der Berufsschule Traunstein gebaut. Erst kürzlich wurde noch ein neues Satteldach unter dem Fachlehrer Alexander Sedlmeier dafür konstruiert.

Leider war das Holzbaufest des Fördervereins, in dessen Rahmen der Eisblock vermessen wurde, total verregnet. So konnten auch nur wenige Besucher einem Geschichtenerzähler zuhören, der zudem viele besondere Musikinstrumente wie zum Beispiel eine singende Säge klingen ließ. Mit vielen weiteren Aktionen wie Holztriathlon und Kinderspielplatz wurde kurzweilige Unterhaltung rund ums Thema Holz geboten. In einer lebenden Zimmererwerkstatt wurde gezeigt, wie verwitterte Teile eines alten Bundwerkstadels mit traditionellen Techniken erneuert werden. In einem Vortrag zeigte Zimmerer-Meister Vinzenz Bachmann aus Schleching an zahlreichen Beispielen die Lebensdauer eines Holzhauses auf, und wie man diese durch fachgerechte Konstruktion beherrschen und verlängern kann.

Besuchern wurde außerdem die Grundidee des Vereins erläutert, nämlich Verbraucher bei Kaufentscheidungen zu überzeugen, ausdrücklich Holz aus der Region zu verlangen, um heimische Arbeitsplätze zu erhalten. Heimische Hölzer tragen zum Klimaschutz bei, aufgrund des kurzen Transportweges. In heimischen Wäldern werde nachhaltig gewirtschaftet und es gebe Holz in hervorragender Qualität und in vielen schönen Holzarten. Dazu biete das Holz des Fördervereins noch zusätzliche Qualitäten, die von Mitgliedsbetrieben des Vereins durch eine Begleiturkunde dokumentiert würden, so Vorstand und Zimmerermeister Peter Spannring.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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