Eisrettung – eine besondere Herausforderung

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Während einer Eisrettungsübung testete die BRK-Wasserwacht Tengling-Törring ihren neuen Rettungsschlitten. Trotz brüchigem Eis übten ausgebildete Wasserretter die Bergung eines „Opfers“ im Uferbereich des Tenglinger Strandbades.

Tengling/Törring - Eine Eisrettungs-Übung führte die Wasserwacht Tengling-Törring des Bayerischen Roten Kreuzes am Ufer des Tenglinger Strandbades durch, die viele Besucher anlockte.

Das dünne Eis knirschte und bebte, als der nagelneue Rettungsschlitten darüberglitt. Trotz des Tauwetters führte die Wasserwacht Tengling-Törring des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Ufer des Tenglinger Strandbades eine Eisrettungs-Übung durch, die bei strahlendem Sonnenschein mehrere Besucher anlockte.

Hält das Eis oder hält es nicht? Das war die bange Frage für die Tenglinger Wasserwachtler. Da aber der neue Rettungsschlitten seit November unbenutzt am Ufer des Tachinger See gelegen hatte, wollten ihn die Wasserretter wenigstens ein Mal in Aktion erproben, bevor er im Frühjahr weggeräumt wird. „Heuer gab es wenig Eis“, erklärt Lothar Wagner, stellvertretender Ortsvorsitzender der Wasserwacht Tengling-Törring, „deshalb sind wir mit dieser Eisübung ziemlich spät dran.“ Zwei ausgebildete BRK-Wasserretter stiegen schließlich auf den Rettungsschlitten, ausgerüstet mit Helm, Schwimmweste, Tauchanzug und Sicherheitsleinen. Mit Hilfe von Eishaken brachten sie den großen Rettungsschlitten in Bewegung, bis er das „Opfer“ im Wasser erreicht hatte. Tom Hilscher, technischer Leiter der Wasserwacht Tengling-Törring, hatte sich zuvor in einen Tauchanzug gezwängt und dann eine offene Wasserstelle nahe des Ufers am Tenglinger Strandbad gesucht, wo er jetzt als „Opfer“ auf seine Bergung wartete. Mühsam versuchten ihn die beiden Wasserretter aus dem Wasser zu ziehen. Doch immer wieder zerbröckelte das dünne Eis, so dass so sie ihr „Opfer“ schließlich mit Hilfe des Schlittens an Land zogen.

Schwierige Bergung

Am Ufer beobachteten die Wasserwachtler aufmerksam die Übung. „Für uns war diese Übung richtig spannend“, so Lothar Wagner, „denn nun kennen wir die Möglichkeiten mit diesem großen Schlitten.“ Wichtig für die Wasserretter ist es zu wissen, wie weit sie sich mit dem Gerät an das Opfer heranwagen können und wie sie die Person am schnellsten bergen. Bei den nächsten Fortbildungen für die Eisretter werden all diese Erfahrungen einfließen. Obwohl zur Ausbildung der Wasserretter ein spezieller „Eisteil“ in Praxis und Theorie gehört, ist der Einsatz dann doch aufregend. „Die Eisrettung hat ihren besonderen Reiz“, beschreibt es Lothar

Wagner, „sie ist eine Herausforderung, die auch eine gewisse Überwindung kostet. Denn das Eis ist immer schwer einzuschätzen und der Eisretter kann jederzeit mit seinem Schlitten einbrechen.“ Sollte der Frühling in den kommenden Wochen einziehen, werden die Tenglinger Wasserretter ihren Rettungsschlitten einmotten und am Rande der der Wasserwachtshütte lagern. Der Schlitten, hergestellt von einer Priener Firma, hat einige Neuerungen: Er ist ganz aus Aluminium und wiegt 180 Kilo, damit ist er wesentlich leichter als die älteren Modelle. Zusammen mit Tengling ist auch die Tachinger Wasserwacht mit diesem Rettungsgerät ausgerüstet worden. Anlass für die Anschaffung war ein Unfall vor zwei Jahren in Taching, wo zwei Buben im Eis eingebrochen waren und glücklicherweise vom Ufer aus lebend gerettet werden konnten. „Seither diskutierten wir intensiv über eine bessere Eisrettung in Taching und Tengling.“

Kein Eis mehr betreten!

In den Wintermonaten liegen ab sofort rund um den See fünf Rettungsschlitten bereit, die jederzeit auch von Passanten im Notfall benutzt werden können. Glücklicherweise gab es in diesem Winter keinen Eisunfall - sowohl am Tachinger und Waginger See - als auch am Chiemsee. „Gerade weil es jetzt stark taut, warne ich dringend davor, irgendwo ein Eis zu betreten“, so Wagner, „es hält einfach nicht mehr. Die Eiszeit scheint vorbei zu sein.“

Presseinformation Bayerisches Rotes Kreuz

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