Endspurt beim Traunsteiner Frühlingsfest - Wetter trübt Bilanz

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Traunstein - Das Traunsteiner Frühlingsfest geht am Sonntagabend nach zehn Tagen Festzeltbetrieb und Vergnügungspark zu Ende. Das Fazit aller Beteiligten fällt überwiegend positiv aus.

Lob gab es von allen Seiten für den Festzug am Eröffnungstag, und auch die neue Volksfestverordnung wirkte sich in einem zum Teil schwierigen Umfeld letztlich positiv aus. Das kalte-nasse Wetter hingegen hinderte wohl so manchen am Besuch des Frühlingsfestes.

"Dem Wetter entsprechend sind wir noch mit einem blauen Auge davon gekommen" zog Festwirt Jochen Mörz Bilanz, der von rund 12000 Festzeltbesuchern ausgeht. "Das war nicht so ganz, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber für das Wetter kann keiner etwas." Zahlen über den Bierausstoß und Hendlverzehr wurden nicht veröffentlicht.

Das Frühlingsfest am Samstag

Viel Lob erntete der Festzug am Freitag Abend vergangener Woche, an dem gut 150 Teilnehmer aus Traunsteiner Traditionsvereinen für einen gelungenen Einstand gesorgt hatten. „Den wollen wir auf alle Fälle beibehalten und noch ausbauen“ freute sich Oberbürgermeister Manfred Kösterke über den guten Zuspruch auf den Festzug. Gut angenommen wurde auch die Einladung der Stadt Traunstein zum Seniorennachmittag am Dienstag. Rund 500 Senioren wurden von der Stadt auf eine Brotzeit und ein Getränk eingeladen. Der Abend wurde mit einem imponierenden Feuerwerk beendet. Gut besucht war auch der Mittwoch vor Christi Himmelfahrt. Die Stimmung im Festzelt war gerade bei den Partybands wie Jay Hauser, Top Spin oder Wipeout ausgelassen gut. Traditionell flogen am Sonntag Vormittag beim Boxkampf des BC Traunstein gegen den TSV 1860 München wieder die Fäuste die ganz vereinzelt in den zehn Tagen Festbetrieb auch unter den Frühlingsfestgästen gebraucht wurden, so dass die Polizei hier immer wieder eingreifen musste.

Die Bilanz der Schausteller aus dem Vergnügungspark fällt einigermaßen zufriedenstellend aus. Man sei mit dem überwiegend jugendlichen Publikum „ganz gut gefahren“, die Warengeschäfte hätten gerne etwas mehr Familien als Besucher gehabt. „Die Geschäfte sind aber noch ganz zufriedenstellend“ sagte Alexander Diepold vom Kettenkarussel bei der Abschlussbesprechung am Freitag Vormittag, an der Vertreter der Stadt Traunstein, der Schausteller und der Polizei teilgenommen hatten.

Volksfestverordnung gelobt

Zur Eindämmung des Alkoholkonsums und um Auswüchsen beim Frühlingsfest vorzubeugen, hatte die Stadt Traunstein im Vorfeld des Frühlingsfestes noch eine neue Volksfestverordnung erlassen. Die Einsatzkräfte der Polizei stellten diese lobend heraus, wie Einsatzleiter Andreas Hinterschwepfinger auf Anfrage mitteilte: „Die Verordnung hat uns in der Durchsetzung unserer Aufgaben viel geholfen“ so der Einsatzleiter, der auch deutlich machte, dass man damit eine zusätzliche Handhabe beim Jugendschutz habe, da die Verordnung auch eine zeitliche Begrenzung für unter 16-jährige vorsehe. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten am Eröffnungstag ("Da hat sich die Regelung im Erschließungsbereich noch nicht so richtig herumgesprochen") habe sich die Situation entspannt.

Schockiert zeigte er sich über zunehmende verbale Provokationen gegen die Beamten: "Wir sind überrascht, wie hoch die Aggressivität gegen die Einsatzkräfte war." Kleinere Körperverletzungen im privaten Bereich der Frühlingsfestbesucher seien immer wieder festzustellen gewesen, ansonsten sei es vor Allem im Verlauf der Festtage relativ ruhig geblieben.

Andererseits war – nicht zuletzt auch durch das konsequente Eingreifen der Polizei und ein Verweisen von Frühlingsfestbesuchern, die zum Teil mit Sixpacks Bier und Wodkaflaschen anrückten - ein gewisser „Verdrängungseffekt“ erkennbar. Meist junge Festbesucher lebten ihren ungebremsten Alkoholkonsum abseits der in die Verordnung mit einbezogenen Bürgerwaldstraße am Traunufer oder am Bahnhof Traunstein aus. Jugendliche, die auf das „Vorglühen“ angesprochen wurden, wiesen darauf hin, dass „die 6,50 Euro für eine Maß für sie zu viel sind“ wie der 17-jährige B. aus Traunstein erklärte. Die Flaschen, die die jungen Menschen oft dabei hatten waren indes in ihrer Menge kaum günstiger, das Versorgen mit Alkoholika schien offensichtlich auch beim Kauf in Supermärkten und Discountern kein unüberwindbares Hindernis zu sein. Anwohner in der Bürgerwaldstraße und der Siegsdorfer Straße freuten sich trotzdem über die erreichten Verbesserungen, die letztlich auf die Volksfestverordnung und deren konsequente Umsetzung durch die Polizei zurückzuführen waren.

Natürlich wird es auch im kommenden Jahr wieder ein Traunsteiner Frühlingsfest geben. Das Frühlingsfest 2011 wird aber eine Woche später in der Zeit vom 13. bis 22. Mai stattfinden. Grund ist das Patronatsfest der Gebirgsschützen in Traunstein. Dort hoffen alle Beteiligten dann auf mehr Glück mit dem Wetter.

awi

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