Erbeuteter Schmuck bleibt verschwunden

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Traunstein/Rosenheim - Eine kriminelle Familiengang stand jetzt in Traunstein vor Gericht. Die Italiener erbeuteten im Raum Rosenheim/Chiemsee Schmuck und Bargeld von knapp 255.000 Euro.

Für jeweils dreieinhalb Jahre müssen zwei italienische Profi-Diebe hinter Gitter. Die beiden Brüder, 31 und 35 Jahre alt, standen zusammen mit ihrem 18-jährigen Neffen in Traunstein vor Gericht, weil sie bei vier Einbrüchen im Raum Rosenheim-Chiemsee Schmuck und Bargeld im Wert von knapp 255.000 Euro erbeutet hatten. Über den Verbleib der Beute machten die Angeklagten keine Angaben.

Wie seine Onkel wurde der 18-Jährige ebenfalls wegen schweren Bandendiebstahls und Sachbeschädigung verurteilt. Nachdem er aber keine Vorstrafen hatte, kam er mit zwei Jahren Jugendstrafe mit Bewährung davon.

Eigentlich war der Prozess vor der Jugendkammer auf vier Verhandlungstage mit zahlreichen Zeugen angesetzt. Die Angeklagten rangen sich jedoch überraschend zu Geständnissen durch, allerdings nur durch pauschale Erklärungen ihrer Verteidiger. Zu den Motiven, Hintergründen und vor allem dem Verbleib der Beute sagten die Täter nichts.

Dennoch kürzten die Geständnisse das Verfahren enorm ab. Das Gericht hörte lediglich einen einzigen Zeugen. Der Kriminalbeamte schilderte Einzelheiten der Ermittlungen zu den vier Einbrüchen zwischen 20. und 26. Oktober 2009 in Häuser in Gstadt, Schechen, Prien und Breitbrunn. Über Fenster und Türen, die sie aushebelten, waren die Diebe jeweils am helllichten Tag eingedrungen. In Prien stießen sie in einem Wandtresor auf die größte Einzelbeute - wertvollsten Schmuck und kostbare Uhren im Gesamtwert von rund einer Viertelmillion Euro. Die Täter rissen den Safe aus der Verankerung und nahmen ihn ungeöffnet mit. Bei den anderen Taten war die Beute einige Hundert bis zu 2000 Euro wert.

Der entscheidende Hinweis auf die Profidiebe kam nach Worten des Kriminalbeamten aus der Bevölkerung. Die Polizei hatte um Hinweise auf einen Pkw mit italienischem Kennzeichen, der an den Tatorten aufgefallen war, gebeten. Einen Tag nach dem Einbruch in Breitbrunn wurde der Alfa Romeo nahe Rosenheim gesehen. Die Polizei nahm die Verfolgung auf und stellte die Täter schließlich auf einem Parkplatz im Aicher-Park. Von der Beute wurde im Wagen nur Schmuck im Wert von rund 2000 Euro gefunden. Endgültige Beweise erbrachten DNA-Untersuchungen an zwei Tatorten.

Zu Prozessbeginn hatte die Jugendkammer auf Anregung der Verteidiger Obergrenzen für die Strafen im Fall von Geständnissen in Aussicht gestellt. Die Anträge der Verteidiger und von Staatsanwältin Julia Hager wichen daher nicht wesentlich voneinander ab. Einigkeit herrschte, bei dem 18-Jährigen Jugendstrafe anzuwenden und die Strafe zur Bewährung auszusetzen.

Alle Angeklagten erklärten sich bereit, die Strafen zu akzeptieren. Wenn die Staatsanwaltschaft zustimmt, steht der Rechtskraft der Urteile nichts mehr im Wege. Der junge Mann konnte als Einziger die Heimreise in den Piemont antreten.

kd/Oberbayerisches Volksblatt

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