Ettendorfer Tunnel nimmt Gestalt an

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Das Nord- und Südportal (von links) des 725 Meter langen Tunnels in Ettendorf, für den 120000 Kubikmeter Erdreich ausgehoben werden müssen. Das 27,5-Millionen-Projekt solle Ende 2011, die gesamte Nordumfahrung Traunsteins ein Jahr später fertig sein.

Traunstein - Seit knapp zwei Jahren wird die 4,5 Kilometer lange Umgehung von Traunstein gebaut, nun wurde für die B 304 die schwierigste Einzelmaßnahme in Angriff genommen: Der 725 Meter lange Ettendorfer Tunnel.

Renate Steinmaßl, die Frau des Landrats, nahm als Tunnelpatin die erste Sprengung vor.

Fotostrecke: Baufortschritt am Ettendorfer Tunnel

Ettendorfer Tunnel

Der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Sebald König, betonte: "Die Stadt Traunstein und die Gemeinde Surberg warten sehnsüchtig auf den Tag, an dem die vielen Bürger, die an der mit bis zu 25.000 Fahrzeugen belasteten Ortsdurchfahrt in Traunstein und der mit rund 10.000 Fahrzeugen belasteten Ortsdurchfahrt Hufschlag wohnen, aufatmen können." Er erinnerte im Beisein zahlreicher Ehrengäste wie Karin Roth, der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, und Staatssekretär Dr. Bernd Weiß vom bayerischen Staatsministerium des Innern, wie Karin Roth am 23. August 2007 mit dem Einbau des ersten Betons das Startsignal für den Bau der Umgehung gegeben habe: "Heute haben Sie ja eigentlich ein Heimspiel, nachdem die bauausführende Firma Baresel fast aus Ihrem Wahlkreis kommt." (nämlich aus Stuttgart, Anm. d. Red.) Bei Weiß bedankte sich der Leitende Baudirektor dafür, dass der bayerische Anteil, die Verlegung der Staatsstraße 2105, mit Sonderfinanzierungsmitteln schon vorab gebaut werden könne und die künftige Staatsstraße eine hervorragende Baustellenerschließung zum Tunnelportal Nord darstelle, die die Anwohner bestmöglich vor dem unvermeidlichen Baulärm schütze.

Diese Baumaßnahme stehe in der Prioritätenliste des Verkehrsentwicklungsplans für den Landkreis Traunstein, der vom Landratsamt, der Polizei und dem Straßenbauamt gemeinsam entwickelt worden sei, an vorderer Stelle. An dieser Stelle würdigte König Landrat Hermann Steinmaßl, "der sich ganz besonders um die infrastrukturellen Defizite in unserer Region kümmert". Zum Schluss freute sich der Baudirektor zusammen mit den beiden Bürgermeistern Manfred Köstercke und Josef Wimmer, dass die Traunsteiner und Surberger bald Licht am Ende des Tunnels sehen werden. Die Weihe der Barbarastatue und Segnung der Baustelle nahmen die beiden Pfarrer Konrad Kronast und Torsten Fecke vor. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Blaskapelle Surberg.

Zu den technischen Finessen führte König aus, zwischen dem Südportal und der Hochkreuzstraße in Halla-bruck werde der Tunnel auf rund 130 Metern in bergmännischer Bauweise aufgefahren. Daran schließe sich bis zum Veitsgraben ein rund 220 Meter langer Bereich an, der in halboffener beziehungsweise offener Bauweise errichtet wird. Nach Unterquerung der Gartenstraße wird die Bahnlinie München-Salzburg unterfahren. Da dort die Überdeckung zwischen Tunnel und Gleisbett nur drei Meter betrage, müsse in diesem Bereich ein Rohrschirm als zusätzliche Sicherungsmaßnahme erstellt werden. Nach Unterquerung der Bahnlinie wird der etwa 360 Meter lange Abschnitt bis zum nördlichen Tunnelportal wieder bergmännisch aufgefahren.

Am Veitsgraben wird ein Notausgang gebaut. Die Erschließung erfolge über eine Rettungsschleuse zur Hochkreuzstraße. An der Georgistraße sei ein zirka 16 Meter tiefer Rettungsschacht geplant, der über einen Querstollen an den Haupttunnel anschließt. Die Kosten für den Tunnel sind mit 27,5 Millionen, die Gesamtkosten des zweiten Abschnitts der 4,5 Kilometer langen B 304 - einer wichtigen Fernstraßenverbindung von München über Wasserburg und Traunstein weiter in Richtung Freilassing nach Österreich - mit 53 Millionen Euro veranschlagt. Abgesehen von der 1,4 Kilometer langen Staatsstraße kommt allein der Bund für die Kosten auf. re

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