25 Jahre evangelische Freikirche

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Von links: Kirchengründer Lorenz Warkentin, der mit seiner Ehefrau Selma aus Kanada angereist kam, Traunsteins 3. Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner und der jetzige Pastor Artur Baerg.

Traunstein - Sogar der kanadische Kirchengründer hat es sich nicht nehmen lassen, bei diesem Jubiläum dabei zu sein. Mit 120 Gästen feierte er einen großen Festgottesdienst.

Die Evangelische Freikirche Traunstein, die ihr Räumlichkeiten in der Trauner Straße im "Alten Vereinshaus" in Traunstein hat, feierte am Sonntag mit einem großen Festgottesdienst ihr 25-jähriges Jubiläum.

Unter den rund 120 Gästen und Gemeindemitgliedern, die überwiegend aus Traunstein aber auch aus umliegenden Städten und Landkreisen kamen, war auch Traunsteins 3. Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner, die sich sichtlich von dem Festgottesdienst bewegt zeigte: "Das war ein wunderschöner Gottesdienst. Ich wünsche ihnen viel Glück bei ihren großen Zukunftsplänen" nahm die 3. Bürgermeisterin Bezug auf die Neubaupläne der Freikirche, deren Beginn in kleinen Anfängen in die Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück reichen.

Heute sind die Kirchengemeinden in einem eigenen Verband zusammengeschlossen. Prägend für die Entwicklung der Kirche war die Gründung durch das kanadische, freikirchliche Pastorenehepaar Selma und Lorenz Warkentin, deren Stationen von Kanada ausgehend, über das österreichische Wels, Traunreut, Traunstein, Bad Reichenhall, Dresden und Berlin führten - und jeweils in eine Kirchengründung mündete.

Indirekt sind sie auch für freikirchliche Gründungen in Burghausen und Wasserburg zuständig. Das Ehepaar, trotz seines hohen Alters von jeweils 79 Jahren, hatte es sich nicht nehmen lassen, zur 25-Jahr Feier in Traunstein und zum 40-jährigen, das die Evangelische Freikirche am kommenden Sonntag in Traunreut begeht aus Kanada anzureisen. Warkentin, wies darauf hin, dass man 1971 mit Gottesdiensten in einem Gasthaus in der Schützenstrasse begonnen hatte, und nach ihrem Umzug nach Traunstein in Empfing mit einer "Hauskirche" begonnen habe.

Über 30 Besucher führten schnell dazu, dass man über Versammlungen im Aubräu und Räumlichkeiten unter den Arkaden, die man für die Jugendarbeit nutzen konnte, schließlich 1985 im Vereinshaus "gelandet" war, das mit Hilfe der beiden Schreinermeister Walter Podmelle aus Traunstein und Herbert Niedernhuber aus Übersee ausgebaut wurde und seit 25 Jahren die Kirchenräume der Evangelischen Freikirche sind. "Ich habe hier Hunderte von Predigten gehalten. Das ist eine besondere Erinnerung für mich" meinte der sichtlich bewegte kanadische Pastor, der heute noch viele Freunde und Bekannte in den Städten hat, in denen er Kirchen aufgebaut hat.

Stets war ihm wichtig, sich mit seiner evangelischen Glaubensgemeinschaft, die ihren Ursprung in der mennonitischen Glaubensbewegung hat, in das Leben der Stadt einzubringen. Seit rund 20 Jahren ist man beispielsweise am Christkindlmarkt der Stadt Traunstein vertreten und verkauft Selbstgebasteltes zur Unterstützung der ausgesandten Missionare. Die Kirche hätte viele Freunde in der Welt, wie auch die Grussworte von Missionaren aus vielen Ländern zeigte führte der jetzige Pastor Artur Baerg aus, der der Kirche mit einer kurzen Unterbrechung seit 1995 zusammen mit einem Kreis von gewählten, ehrenamtlichen Gemeindegliedern vorsteht: Verbindungen in die USA, aber auch Mitarbeiter und Missionare, die von der Kirche aus nach Israel und den Libanon geschickt wurden, zeigten, dass der diakonische Auftrag und der christliche Missionsbefehl ernst genommen werde, wie es Baerg formulierte.

Die freundschaftliche Verbindung zur Evangelisch-Lutherischen Auferstehungskirche dokumentierte Kirchenvorstandsmitglied Alexander Fietz, der in Vertretung des erkrankten Pfarrers Sebastian Stahl ein Grußwort sprach: "Wir brauchen das ökumenische Miteinander." Es sei wichtig, über den "Tellerrand der Konfessionen" zu schauen. "Es ist wichtig dass es eine Vielfalt gibt" so Fietz.

Neubau eines Gemeindezentrums geplant

Nachdem die Eigentümer des Vereinshauses den Mietvertrag mit der Freikirche aufgrund einer geplanten Nutzungsänderung des Grundstücks nicht mehr verlängert haben, geht die Kirche einen grossen Schritt nach vorne und plant in Traunstein einen eigenen Kirchenbau mit angeschlossenen Kinder- und Jugendräumlichkeiten, über den Baerg die Anwesenden informierte.

In der kommenden Woche wolle man die Planunterlagen bei der Stadt Traunstein einreichen, die bereits Unterstützung signalisiert habe. Da sich die Kirche ausschließlich aus Spenden finanziert, ist die geplante Maßnahme sehr ambitioniert, wie auch Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke feststellte: "Ihre Zukunfspläne zeigen, dass sie eine lebendige Gemeinde sind. Hoffentlich können sie diese mit vielen Bürgern teilen. Meine Unterstützung zu ihrer ausgezeichneten Vision haben sie."

Pressemeldung Aktivnews

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