Der Evolution auf der Spur

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Siegsdorf - Im Naturkundemuseum Siegsdorf ist seit Samstag eine neue Sonderausstellung zu sehen. Dabei dreht sich alles um die Evolution.

Die Beobachtungen von Charles Darwin (1809-1882), einem der bedeutendsten, Naturforscher des 19. Jahrhunderts, waren die Grundlage für den Begriff „Evolutionstheorie“, der heute allgemein bekannt ist. Weniger bekannt ist, wie sich diese Evolution in der Natur erkennen lässt. Die unabdingbare Voraussetzung für die Evolution ist, dass sich etwas ändert. Nachdem Darwin die Variabilität der Arten als solche erkannte, fand er auf seinen Reisen Belege wie die Darwin-Finken, die aufzeigen, dass diese Variabilität auch tatsächlich zur Entstehung neuer Arten führt.

In der Siegsdorfer Ausstellung sind nun vor allem solche Beispiele ausgestellt, deren Entwicklung durch Versteinerungen über Jahrmillionen verfolgt werden kann. Es sind die Studienobjekte aus der Paläontologie, der „Wissenschaft vom alten Sein“.

Die Dreiecksmuschel aus dem Jura zeichnet sich durch eine hohe körperliche Variabilität aus – ein Anzeichen für ein hohes Evolutionspotential.

Ein Paradebeispiel ist der Urvogel Archaeopteryx, dem Bindeglied zwischen Vögeln und Reptilien. Oder die Entwicklung der Pferde, die sich dank ihrer Versteinerungen über 55 Millionen Jahre verfolgen lässt. Die Skelettveränderungen während der Entwicklung der Pferde sind so dramatisch, dass man ohne die belegten Zwischenformen niemals eine direkte Verwandtschaft zwischen den ältesten Urpferden und den heutigen Pferden vermuten würde. Ähnliche Entwicklungsreihen konnte die Paläontologie auch bei Ammoniten, Schnecken und vielen anderen Tieren beobachten.

In neuerer Zeit hilft die Molekularbiologie, den Vorgang der Evolution besser zu verstehen. Sie untersucht die in Fossilien erhaltene Erbsubstanz, um Verwandtschaftsverhältnisse aufzuklären. So ist man gerade dabei die Erbinformationen des Neandertalers und des Mammuts zu entschlüsseln. Die Molekularbiologie als jüngster Teil der Evolutionsforschung rundet die Ausstellung ab. Trotz aller Neuerungen bleiben Fossilien die einzigen direkten Zeugen, wie die Evolution auf unserem Planeten tatsächlich abgelaufen ist.

Das Naturkundemuseum Siegsdorf ist in den Ferien täglich von 10-18 Uhr geöffnet, sonst Di – So 10 – 18 Uhr.

Pressemitteilung Naturkundemuseum Siegsdorf

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser