Tourist-Info: Ehemaliger Leiter vor Gericht

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Vor dem Traunsteiner Gericht wird der Fall um den ehemaligen Leiter der Tourist-Information verhandelt.

Traunstein - Der Ex-Leiter einer Tourist-Info sieht sich am Donnerstag gleich zehn Anklagepunkten gegenüber. Er soll Computerdaten manipuliert und sich immer wieder Geld abgezweigt haben.

Die Vorwürfe gegen den ehemaligen Leiter einer Tourist Information im südlichen Landkreis Traunstein wiegen schwer: Er soll Gelder an Gemeinde und Geschäftspartner abgezweigt, Computerdaten manipuliert und uneidliche Falschaussage begangen haben.

Der Angeklagte betrieb in der Gemeinde im südlichen Landkreis Traunstein, zeitgleich zu seiner Tätigkeit als Leiter der Tourist Information, ein Pension mit zwei Ferienwohnungen. Zwischen 2007 und 2009 soll er gegenüber dem Fremdenverkehrsamt keine Übernachtungen angemeldet und die Kurtaxe (Kommunalabgabe, die auf Gemeindeebene je Person und Übernachtung im Gemeindegebiet erhoben wird) für sich behalten haben. Immerhin ein Betrag von rund 1700 Euro.

Vor einer anschließenden Rechnungsprüfung im Jahr 2010 soll er die Computerdaten so manipuliert haben, dass dem Ausschuss die fehlenden Kurtaxe nicht auffallen würden. Darüber hinaus wird dem 57-Jährige zur Last gelegt, dass er die Standgebühren bei einigen Flohmärkten in seiner Gemeinde für sich abgezweigt und einbehalten hat. Auch bei den Übernachtungen zu den Biathlon-Wettkämpfen in Ruhpolding soll er getrixt haben. Bei der Vermittlung von Unterkünften und Bustransfers für Zuschauer der Wettkämpfe soll er fast 50 Prozent auf den eigentlichen Preis aufgeschlagen haben, um diese Differenz dann in die eigene Tasche zu stecken. Und dass ohne eine Maklertätigkeit oder andere Aufschläge auszuweisen. Über 4000 Euro soll er so für sich abgezweigt haben.

Dazu wird dem 57-Jährigen vorgeworfen, dass er die Kosten für Werbemittel seiner eigenen Pension auf die Gemeinde abgewälzt hat - Kosten von rund 10.000 Euro. Außerdem soll er im Zusammenhang mit der Vermittlung einer Unterkunft für die Reisegruppe einer Münchner Firma eine Falschaussage vor dem Amtsgericht in München begangen haben.

In zehn Anklagepunkten muss sich der ehemalige Leiter der Tourist-Information ab Donnerstag vor dem Traunsteiner Gericht jetzt verantworten.

ps/red

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