Feuerwehr übt Ernstfall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Traunstein - "Brand im Altenheim - Menschen eingeschlossen". Mit dieser Alarmierung übte die Traunsteiner Feuerwehr den Ernstfall im Altenheim St. Irmengard.

„Brand im Altenheim – Feuer in der Stationsküche im 5. Stock – Menschen eingeschlossen – Flutwege verraucht“ – diese Stichpunkte lassen den Adrenalinausstoß eines jeden Feuerwehrverantwortlichen auf einen Höchstwert schnellen. Ebenso ging es auch Peter Loban, Zugführer bei der Feuerwehr Traunstein und Einsatzleiter einer Übung, die in und um das Caritas Alten-Pflegeheim St. Irmengard abgehalten wurde. Um im Falle eines Brandes die Örtlichkeit und vor allem die Flut- und Rettungswege zu kennen, vereinbarten die örtlichen Feuerwehrchefs und Heimleiter Erich Schindler das Seniorenheim als Schauplatz für eine Lösch- und Evakuierungsübung aus.

Angenommen wurde, dass in der Stationsküche im 5. Stock – der obersten Etage des Gebäudes – ein Feuer ausgebrochen ist, dass das Treppenhaus verrauchte, was eine Flucht auf dem üblichen Weg unmöglich machte. Dieses Szenario hatte die Alarmierung des Löschzuges der Feuerwehr Traunstein zur Folge.

Wenige Minuten nach der Alarmierung traf die Löschmannschaft mit mehreren Fahrzeugen am Brandort ein. Zuerst wurde die Drehleiter vor dem Gebäude in Stellung gebracht, da sich Personen auf einen Balkon geflüchtet hatten und dort aufgeregt um Hilfe riefen. Während die Leiterbahnen bis zum obersten Stockweg ausgefahren wurden und die Betroffenen in den Leiterkorb aufgenommen wurden, hatten sich mehrere Floriansjünger ihre Atemschutzgeräte auf den Rücken geschnallt und rückten über das Treppenhaus bis zum Brandort vor. Schnell hatten sie das vermeintliche Feuer gelöscht. Die Übungsannahme, dass Treppenhaus und Gänge verraucht seien, machte die Evakuierung der Menschen über einen anderen „Ausweg“ notwendig. Die Atemschutzträger brachten die, von Jugendfeuerwehrlern gemimten Verletzten, auf eine Dachterrasse und von dort über eine spezielle Fluchttreppe in Sicherheit. Zeitgleich verlegten Feuerwehrler Schlauchleitungen von Hydranten aus dem Umfeld bis zum Brandobjekt und Löschtrupps postierten sich am Gebäude.

Insgesamt acht Personen retteten die Feuerwehrler aus den Zimmern der „brennenden Etage“ vor dem lebensgefährlichen und giftigen Brandrauch. Sicherheitshalber wurden alle Räume ein zweites Mal kontrolliert und abgesucht, um sicher zu gehen, dass keiner der Bewohner, die sich im Ernstfall vor dem Brandrauch unter Betten oder in Schränken verkriegen, übersehen wurde. „Das klappte schnell und gut“, lobte Stadtbrandmeister Werner Huber, der als Beobachter an der Übung mitwirkte. Besonders die unverzichtbaren Atemschutzträger seien in wenigen Minuten ausgerüstet und am Brandherd gewesen. Huber und Loban machten deutlich, dass bei dem angenommenen Szenario, nicht nur der Löschzug der Feuerwehr Traunstein mit rund 20 Mann alarmiert werden würde, sondern deutlich mehr Feuerwehren. Anrücken würden die anderen Wehren aus dem Stadtgebiet (Wolkersdorf, Haslach, Kammer und Hochberg) sowie weitere Feuerwehren aus der Umgebung. Im schlimmsten Fall müssten mehr als 100 Heimbewohner und Mitarbeiter evakuiert werden. Dazu seien viel mehr Helfer notwendig, nicht nur von den Feuerwehren, sondern auch der Rettungsdienste.

Wichtigste Erkenntnis der Übung war, dass den eingesetzten Helfer der Notfall- und Rettungsplan bekannt wurde, Flutmöglichkeiten gezeigt und abgeschritten und Zufahrtswege mit Aufstellflächen für Feuerwehr-Drehleitern und weitere Einsatzfahrzeuge besichtigt wurden. Als Belohnung für die Anstrengungen der Übung spendierte Heimleiter Erich Schindler den Feuerwehrlern eine stärkende Brotzeit.

Peter Volk

Rubriklistenbild: © Volk

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser