Unfälle und Notfälle am laufenden Band

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Erlstätt - Unfall, Feuer, verletzte Menschen! Ein solches Horrorszenario erwartete die Einsatzkräfte am Samstag. Zum Glück handelte es sich um eine Übung.

Besorgte und fragende Blicke konnte man aus den Gesichtern der Menschen in Erlstätt und Umgebung ablesen, als am Wochenende stundenlang Feuerwehrfahrzeuge und Rettungswagen mit Blaulicht durch den Ort rasten und fast pausenlos das Martinshorn von Einsatzfahrzeugen zu hören war. Feuerwehrler legten eilig Schläuche aus, liefen ausgerüstet mit Atemschutzgeräten in verrauchte Gebäude und Sanitäter verschwanden mit Notfallkoffern und Tragen in Häusern.

Eindrücke vom Übungstag

Feuerwehren proben den Ernstfall

Schlimmes geschehen war gottlob nicht. Nicht etwa eine geheimnisvolle Unglücksserie war der Grund für das geballte Auftreten der Einsatzkräfte von Feuerwehren, Bayerischem Roten Kreuz und Malteser Hilfsdienst, sondern ein Übungstag der Feuerwehren im Trauntal, dem Inspektionsbereich „Traunstein Land 2-1“. Insgesamt fast 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, davon 150 Feuerwehrler aus Ruhpolding, Siegsdorf, Hammer, Eisenärzt, Vogling, Inzell, Vachendorf, Bergen, Holzhausen, Grabenstätt und Erlstätt, dazu 20 Malteser und 15 Rot-Kreuz-Helfer sowie Polizei und Übungsbeobachter nahmen daran teil.

An verschiedenen Stellen im Ortsgebiet wurden Notfallsituationen wirklichkeitsnah in Szene gesetzt. Aufgabe der Rettungskräfte war es, auf Alarm oder Anforderung hin zu den verschiedenen Unglückorten zu fahren und dort schnelle Hilfe zu leisten. Was die Helfer erwartete, wurde vorab streng geheim gehalten. Erst als die Rettungs- und Löschtrupps an den Unfallstellen ankamen, erfuhren sie, um welche Art von Notfall oder Unglück es sich handelte.

Die Aktiven der Feuerwehr Erlstätt als Organisatoren des Übungstages und mit ihnen die Gruppe für Realistische Unfalldarstellung des Malteser Hilfsdienst machten es den Übenden keineswegs leicht. Zehn verschiedene Notfallsituationen wurden nachgestellt und den Rettungskräften damit schwierige Aufgaben vorgesetzt, die in keinem Fall einfach zu löschen waren.

Kreisbrandinspektor Georg König, Initiator des Übungstages, zog am Ende eine insgesamt positive Bilanz und der gezeigten Leistungen, verschwieg aber auch nicht, dass es kleinere „handwerkliche“ Fehler gegeben hat. Die Übungen hätten gezeigt, dass die Feuerwehren insgesamt bestens ausgebildet sind und gute und professionelle Hilfe leisten. Deutlich wurde aber auch, wo noch Schulungsbedarf besteht. „Der Übungstag hatte das Ziel Probleme zu erkennen und danach besser zu werden“, so das Fazit des Kreisbrandinspektors. Grabenstätts 1. Bürgermeister Georg Schützinger, der die Übungen zusammen mit Rainer Schroll, 1. Bürgermeister der Gemeinde Vachendorf beobachte, zeigte sich begeistert vom Engagement und Eifer der Übenden, ob Floriansjünger oder Sanitäter. Sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit einzubringen und rund um die Uhr bereit zu stehen, um Menschen in Not zu helfen, verdiene höchste Anerkennung, betonte Schützinger. Er dankte allen Teilnehmern, dass sie ihre Freizeit für den Übungstag geopfert haben. Bei der abschließenden Besprechung aller Führungskräfte würdigte Kreisbrandinspektor Georg König die Feuerwehr Erlstätt für die perfekte Ausrichtung des Übungstages sowie alle Grundstücksbesitzer, die Gebäude und Anlagen für die Notfallstationen zur Verfügung stellten.

Nach fünfstündigem Übungsmarathon konnten sich die 200 Teilnehmer bei einer, von der Gemeinde Grabenstätt gespendeten Brotzeit stärken.

Peter Volk

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