Feuerwehren im Landkreis rückten 2736 Mal aus

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
282 Mal gab es im letzten Jahr Feueralarm für die Wehren im Landkreis Traunstein. 149 Kleinbrände waren zu löschen; 63 Mal war der Brand bei Eintreffen der Feuerwehr schon gelöscht. 29 Großbrände waren im letzten Jahr zu löschen.

Traunstein - Zu 2736 Einsätzen rückten die 81 Feuerwehren im Landkreis Traunstein im letzten Jahr aus. Das sind 324 Einsätze weniger als im Vorjahr – ein Rückgang um fast 12 Prozent.

Gestiegen ist hingegen die Zahl der Einsatzstunden. 67.568 Stunden ehrenamtlichen Dienstes leisteten die 4579 Feuerwehrmänner und –frauen im Landkreis Traunstein, 945 Stunden (1,4 %) mehr als 2009. Besonders personal- und zeitintensiv waren die Löscheinsätze. Deutlich erhöhten sich die Einsatzstunden, um 9,4 Prozent auf 19.121 Stunden. Insgesamt gab es 282 Mal Feueralarm und 1805 Einsätze betrafen technische Hilfeleistungen, zum Beispiel die Rettung eingeklemmter Personen bei Verkehrsunfällen, die Beseitigung von Sturm- und Hochwasserschäden oder Einsätze zum Schutz der Umwelt, wie das Binden von Ölspuren auf Fahrbahnen oder Gewässern. Die technischen Hilfeleistungen sind mit 66 Prozent der Gesamteinsätze die Hauptaufgabe der Floriansjünger im Landkreis Traunstein. Dem gegenüber waren nur 10,3 Prozent der Feuerwehreinsätze des letzten Jahres Löscheinsätze.

Die Einsatzbilanz 2010 stellte Kreisbrandrat Hans Gnadl bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein vor, die zugleich Dienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter im Landkreis Traunstein ist und in der Aula der Gewerblichen Berufsschule I in Traunstein stattfand.

Der außergewöhnlichste Einsatz des letzten Jahres war der Felssturz in Stein, bei dem ein riesiger Gesteinsbrocken auf ein Haus fiel und es dem Erdboden gleich machte. Zwei Menschen konnten von der Feuerwehr lebend gerettet werden; für zwei Hausbewohner kam jede Hilfe zu spät. Sie konnten nur noch tot geborgen werden. Glücklich verlief die Rettung eines 13-jährigen Buben, der bei Übersee 15 Meter tief in einen Schacht gestürzt und mit relativ glimpflichen Verletzungen gerettet werden konnte. 29 Mal gab es Großbrand-Alarm: Gnadl erinnerte an die Löscheinsätze in der Trostberger Altstadt (4.1.), in Chieming-Weidboden (19.9.), in St. Georgen (3.10.) und in Marquartstein, wo an Silvester beim Brand eines Wohn- und Geschäftshauses Sachschaden in Millionenhöhe entstand und mehr als 250 Floriansjünger im Einsatz waren.

Die 76 Freiwilligen Feuerwehren, drei Werk- und zwei Betriebsfeuerwehren im Landkreis Traunstein wurden außerdem zu 233 Rettungseinsätzen alarmiert. Der Großteil davon wurde von der First-Responder-Einheit (Helfer vor Ort) der Feuerwehr Waging geleistet. Im letzten Jahr wurden 234 Sicherheitswachen bei Veranstaltungen aller Art geleistet. Insgesamt 182 Mal kam es zu Fehlalarmierungen und damit etwas weniger oft, als im Vorjahr (206 Fehlalarmierungen). Der Grund für Fehlalarmierungen lag meist bei automatischen Brandmeldeanlagen in öffentlichen oder gewerblichen Gebäude, die Alarm auslösten, obwohl tatsächlich kein Feuer entstanden war. Bezogen auf die Tageszeit waren die Feuerwehren des Landkreises zwischen 16 und 20 Uhr am häufigsten, genau 752 Mal im Einsatz. Der Juni des letzten Jahres war mit 451 Alarmen, davon 360 technische Hilfeleistungen, der einsatzreichste Monat.

159 Mal wurden die Floriansjünger im Landkreis Traunstein zu Verkehrsunfällen alarmiert, meist um Schwerverletzte und im Fahrzeug eingeklemmte Personen zu befreien.

Kreisfeuerwehrchef Gnadl lobte die Feuerwehren, die auch schwierigste Einsatzsituationen meisterten und unter höchster Anspannung und trotz psychischer Belastungen beste und professionelle Arbeit leisteten. Gnadl betonte, dass der Dienst zum Schutz und zur Hilfe der Allgemeinheit freiwillig und ehrenamtlich erbracht wurde. Dieses ehrenamtliche Engagement der 4288 Feuerwehrmänner und 291 Feuerwehrfrauen hob der Kreisbrandrat besonders würdigend hervor. In mehr als zwei Drittel aller Feuerwehren im Landkreis Traunstein wirken Frauen aktiv mit. Einschließlich der Ausbildung, Übungen, Lehrgängen sowie Vor- und Nachbereitung von Einsätzen haben die Aktiven rund 450.000 Stunden ihrer Freizeit in den Dienst der Feuerwehren und das Wohl der Allgemeinheit gestellt. 730 Aktive unterzogen sich im letzten Jahr einer Leistungsprüfung. 303 Feuerwehrler absolvierten die Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung mit Erfolg; die Prüfung der „Gruppe im Löscheinsatz“ absolvierten 427 Teilnehmer. Der Kreisfeuerwehrverband veranstaltete 44 Fachlehrgänge, an denen 836 Aktive teilnahmen. 1597 Feuerwehrmänner und –frauen im Landkreis sind als Atemschutzträger ausgebildet. Davon nahmen im letzten Jahr 1429 an den regelmäßigen Belastungstests teil. In der Brandsimulationsanlage im Feuerwehrgerätehaus Traunreut wurden 46 Lehrgänge mit 260 Atemschutzträgern veranstaltet.

774 Buben und Mädchen gehören den Jugendfeuerwehren im Landkreis Traunstein an. Fast alle Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis betreiben aktiv Jugendarbeit und Nachwuchsförderung, berichtete Florian Reiter, Fachkreisbrandmeister für die Jugendarbeit. 163 Jugendliche haben im letzten Jahr die Prüfung zur Jugendleistungsspange und damit die Grundausbildung für den Anwärter erfolgreich bestanden. Auch die „Jugendflamme“, ein Leistungstest des Deutschen Feuerwehrverbandes von zahlreichen Anwärtern erfolgreich absolviert. Den Wissenstest bestanden 416 Jugendfeuerwehrler. Besondere Ereignisse des letzten Jahres war der Kreisjugendfeuerwehrtag in Wonneberg, an dem über 500 Jugendfeuerwehrler mitwirkten. Die feierliche Übergabe des Friedenslichts aus Bethlehem in Tittmoning, die bereits zum 11. Mal stattfand, stellt für die Jugendfeuerwehren, aber auch für den Kreisfeuerwehrverband einen würdevollen Abschluss des Jahres dar.

Trotz der insgesamt positiven Situation in der Jugendarbeit sei es notwendig, sich intensiv und nachhaltig für die Werbung junger Menschen für den Feuerwehrdienst einzusetzen, sagte Kreisbrandrat Gnadl. Basis der erfolgreichen Jugendarbeit sei das engagierte Bemühen der Jugendwarte, Gruppenführer und Kommandanten in den einzelnen Wehren, die die Anwärter hervorragend ausbilden und stets bemüht sind den Interessen der Jugendlichen zu entsprechen.

„Ehrenamtlich tätig zu sein ist keine Selbstverständlichkeit, schon gar nicht im Einsatz für Menschen in Not“, betonte Landrat Hermann Steinmaßl und sprach den Feuerwehrlern ein „herzliches Vergelt's Gott“ für den Dienst am Gemeinwohl aus. „Ob des um Brände, technische Hilfeleistung oder Menschenrettung bei Unfällen geht – auf die Feuerwehren ist Verlass“, lobte der Landrat. Die Floriansjünger seien rund um die Uhr parat, schnell und wirksam beste Hilfe zu leisten. „Die Feuerwehren sind als starke Gemeinschaft die Basis für die Sicherheit von 170.000 Menschen in 35 Kommunen“, würdigte Steinmaßl den Dienst der Feuerwehren. Auch der hervorragenden Nachwuchs- und Jugendarbeit und der steten Bereitschaft den Feierabend und die Freizeit mit Aus- und Fortbildung sowie Übungen auszufüllen, zollte Steinmaßl Respekt und Anerkennung. Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke hob die Wichtigkeit der Feuerwehrvereine für das soziale Leben in den Kommunen hervor. „Ohne die Feuerwehren wäre das gesellschaftliche Leben in den Städten und Gemeinden erheblich ärmer.“ Franz Parzinger, 1. Bürgermeister der Stadt Traunreut und Sprecher der Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis Traunstein versicherte, dass die Kommunen bereit sind, die Feuerwehren mit der notwendigen Infrastruktur in Form von Einsatzfahrzeugen, Gerätschaften und Ausrüstung auszustatten. Parzinger machte seinem Ärger über das Kartell mehrerer Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen Luft, die „die Kommunen zu ihrem Spielball machten.“ Ziel sei nun eine außergerichtliche Einigung, mit der die Kommunen hoffen, den entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen, berichtete Parzinger.

pv

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser