Filmtempel Rathausplatz

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Beim zweiten Ruhpoldinger "Film-OpenÄR" verwandelte sich der Rathausplatz zum Filmtempel, das passende Ambiente für die gezeigten historischen Filme.

Ruhpolding - Ruhpolding auf dem Weg in den Kreis der großen Filmfestspielstädte wie Berlin, Venedig oder Cannes? Nein, sicher nicht. Aber dies ist auch nicht die Absicht der Protagonisten des zweiten Ruhpoldinger "Film-OpenÄr".

Vielmehr wollten Gerhard Guggenbichler, Helmut Müller und die beiden Kulturbeauftragten der Gemeinde, Simon Geierstanger und Hermann Hipf, mit alten Filmen über den Ort einen Beitrag zur "Heimatkunde" leisten.

Beflügelt vom Erfolg der ersten Veranstaltung dieser Art vor zwei Jahren, wagten die Organisatoren mit dem Verkehrs- und Kulturverein als Veranstalter den Versuch, den Rathausplatz in einen Filmtempel zu verwandeln. Das passende Ambiente der örtlichen Historie lockte schließlich so viele Besucher an die große Leinwand vor der Fassade der "Alten Schule", dass die aufgestellten Stühle und Bänke nicht ausreichten. Grundlage für das Ereignis waren die von Gerhard Guggenbichler und Fritz Kecht gesichteten alten Filme, vorwiegend aufgenommen von Lehrer Josef Stummer, Dr. Sittenauer, Hans Zeller oder Benno Schweiger, die die beiden von einer Spezialfirma digitalisieren ließen. Dass diese Streifen zum Teil Stummfilme waren, tat der Vorführung allerdings keinen Abbruch. Müller führte als versierter Heimatkundler mit passenden, hintergründigen und humorvollen Worten durch die Szenerie und das Abendprogramm.

Ein Thema war zum Beispiel der Georgiritt im Wandel der Zeit mit historischen Aufnahmen aus den 30er bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Zum Programm gehörten auch die Filme "Auf geht's" aus dem Jahr 1942, über das Grasbahnrennen 1959 auf dem "Posthalterfeld" an der Maiergschwendterstraße, ausgerichtet vom Motorsportclub Ruhpolding, oder über die "Elektrische Eisenbahn" aus dem Jahr 1955. Szenen des legendären Fußballspieles "Beutelclub" gegen die "Wetzstoana" vor mehr als 30 Jahren weckten bei manchen Besuchern nicht nur Erinnerungen an ein "ganz besonderes sportliches Ereignis", sondern lösten auch den ein oder anderen Lachanfall aus.

Der älteste gezeigte Streifen stammte aus dem Jahr 1936 und war dem damaligen Lehrer Stummer, ab 1938 Schulleiter der Volksschule, gewidmet. Sehr zeitkritisch mit dem Massentourismus in Ruhpolding Anfang der 60er Jahre befasste sich der Filmbeitrag "Urlaub von der Stange", der aber andererseits den damaligen Stellenwert des Fremdenverkehrsortes unter Beweis stellte. Ein Eintritt wurde nicht erhoben, die Besucher aber um eine Spende gebeten. Dieser Betrag soll als Grundstock für die weitere Digitalisierung alter, historischer Ruhpoldinger Filme verwendet werden.

hbw/Chiemgau-Zeitung 

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