„Am Förderzentrum hängt ihr Herz“

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Traunstein - In diesen Tagen ist für einige verdiente und langjährige Schulleiter in der Region die Zeit des Abschieds aus ihrem beruflichen Arbeitsleben gekommen:

Nach Hans Holzner (FOS/ BOS) und Maria Scharbert (Annette-Kolb-Gymnasium) war nun am Mittwoch Vormittag Wolfgang Bösl vom Sonderpädagogischen Förderzentrum in Traunstein „an der Reihe.“ In einem künstlerisch-musisch sehr ansprechendem Programm wurde deutlich, welch gute Arbeit in der Schule geleistet wird und wie beliebt der Schulleiter war. Daneben merkte man sehr deutlich, wo er sich am Wohlsten fühlte: Unter „seinen“ Kindern, für die er seit 2003 als stellvertretender Schulleiter und ab 2006 als Schulleiter ein hohes Engagement gezeigt hatte, das am Mittwoch von Schüler, Eltern, Amts- und Regierungsvertretern, sowie Vertretern der Polizei und der Freiwilligen Feuerwehr Traunstein gewürdigt wurde.

Die einzelnen Gruppen der Schule brachten ihren Dank an den Schulleiter mit Musik, Tanz- und Theaterstücken zum Ausdruck. Die vier Gruppen der SVE (Schulvorbereitende Einrichtung) der vier bis sechsjährigen Kinder führten einen „Elementetanz“ vor, und verbanden die Elemente Wasser, Feuer und Luft mit guten Wünschen wie der „Energie und dem Optimismus sich lang gehegte Wünsche erfüllen zu können.“ Aus den sechs Klassen der DFK (Sonderpädagogische Diagnose- und Förderklasse) des ersten und zweiten Jahrganges gab es gute Rezepte aus der Schulküche für den Ruhestand, verbunden mit dem Überreichen der süßen und salzigen Köstlichkeiten durch die Schüler. Aber auch die dritten bis neunten Klassen und die Theatergruppe mit ihrem lustigen „Froschkönig“ waren so ganz nach dem Geschmack der Anwesenden und des sichtlich gerührten Schulleiters, der jede nette Überraschung geduldig über sich ergehen lies. Auch als Frosch musste er im Theater einspringen und die Küsschen von zwei (!) Prinzessinnen machten dann aus dem Frosch einen freudestrahlenden Pensionisten der die Momente des Dankes still genoss.

Dass der Schulleiter auch bei Eltern, den Mitgliedern des Fördervereins und dem Kollegium sehr beliebt war, machte das Puppenspiel mit einer ihm „nachgebauten“ Figur deutlich, in dessen Stück man ihn vergeblich vom nächsten Lebensabschnitt „abbringen“ wollte: „Ein Mann gesund und fit wie sie – das glauben wir nie.“ Aber auch der Beitrag der Lehrer der Schule, die einen lustig gestalteten „Rückblick mit Ausblick“ anhand alter Fotos des Schulleiters machten, war Zeugnis einer guten Verbindung zwischen ihm und dem Kollegium.

„Yesterday“ für den Beatles-Fan

Regierungsschuldirektorin Irmgard Doll-Edlfurter lobte die Arbeit des Schulleiters, der die Schule, durch die „untiefen des Schullebens steuerte und das Schiff auf Kurs hielt“ - gerade in Zeiten, in denen „schwierige Böen“ über die Schule gefegt seien. An Landrat Hermann Steinmaßl gewandt führte sie aus: „Sie können an die Nachfolger einen Luxusliner übergeben“ und an die künftige Schulleiterin Kira Nay aus München verband sie die Glückwünsche mit dem Satz: „Sie werden den guten Kurs beibehalten.“ Für den begeisterten Musikfan Wolfgang Bösl gab es dann noch eine Überraschung. Eine Sekretärin aus dem Bereich der Regierung von Oberbayern sang gekonnt intoniert und vom Konrektor Gerd Rinner an der Gitarre unterstützt den melancholischen Oldie „Yesterday“ von den Beatles.

Landrat Hermann Steinmaßl nahm in seiner Rede Abschied eines „begeisterten Pädagogen, Sonderpädagogen und Schulleiters“ der den Schülern mit großer Begeisterung Freude am Lernen vermittelt habe. Fordern und fördern sei die Devise gewesen, die Bösl mit „Kompetenz, Weitblick, Einfühlungsvermögen und Ausdauer“ praktiziert habe. Der Landrat hielt ein klares Plädoyer für den Schultyp: „Inklusion ist das eine, aber hier wird das Richtige gemacht.“ Die Schule sei im Landkreis eine besondere und wichtige Schule: „Und wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dann hätten sie dafür gesorgt“ sagte er in Richtung des Schulleiters.

Wichtigstes Projekt Turnhalle

Der Landrat machte in seiner Rede klar, wie sehr ihm der Turnhallenbau, der in rund einem Jahr fertig ist, persönlich am Herzen liegt: „Das Projekt hat uns zusammengeschweißt.“ Die fehlende Förderung der gerade bei dem Schultyp sinnvollen Tribüne wurde durch den Kreistag bewilligt, der sich trotz schwieriger Haushaltslage voll hinter das Bauprojekt gestellt habe und die nötigen Gelder zur Verfügung stellt.

Neben dem Schulleiter wurde auch der beliebte Lehrer Reinhard Aberger in den Ruhestand verabschiedet. Bösl selbst bedankte sich anschließende in einem netten Gedicht bei den vielen Personen, die seinen beruflichen Weg begleitet hätten , das abschließend auch seine Ehefrau mit einschloss.

wz

Rubriklistenbild: © awi

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