Freie Fahrt und Freibier für alle

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Oberbürgermeister Manfred Kösterke, Bürgermeister Karl Schleid, Südostbayernbahn-Geschäftsführer Christoph Kraller und Altenmarkts Vizebürgermeister Hans Stoiber (von links) zählten die Fahrgäste für die Wette (Bild links). Die Musikkapelle Altenmarkt unterhielt die Jubiläumsgäste auch während der Fahrt. Fotos buthke

Traunstein/Trostberg - Mit einer kostenlosen Sonderzugfahrt von Traunstein nach Trostberg und zurück feierte die "Südostbayernbahn" das 120-jährige Bestehen der Lokalbahnlinie.

Mehr als 200 Leute nahmen an der Fahrt von Traunstein nach Trostberg und zurück teil. Damit verlor die Südostbayernbahn die Wette, dass die Bürger der Anliegergemeinden es nicht schaffen, den Sonderzug der "Traun-Alz-Bahn" mit 120 Plätzen zu füllen.

In Trostberg zählten Traunsteins Ober-bürgermeister Manfred Kösterke, Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid, der Zweite Bürgermeister von Altenmarkt, Hans Stoiber, und der Geschäftsführer der Südostbayernbahn, Christoph Kral-ler, insgesamt 202 Fahrgäste. Damit hat die "Südostbayernbahn" ihre Wette verloren und muss in der letzten Ferienwoche ihren Wetteinsatz einlösen: Freie Fahrt bis einschließlich Freitag, 9. September, für alle Bürger der Anliegergemeinden im Traun-Alz-Netz.

Der Personalausweis reicht, aus dem hervorgeht, dass der Fahrgast aus Traunstein, Altenmarkt, Traunreut oder Trostberg kommt, um unentgeltlich mitzufahren. Im Gegensatz zu Wettverlierern in anderen Fällen zeigte sich Kraller "hocherfreut, dass wir die Wette verloren haben". Schließlich sei dies eine gute Möglichkeit, die Leute von der Attraktivität der Regionalbahn zu überzeugen.

Bereits am Traunsteiner Bahnhof, wo die Musikkapelle Altenmarkt die Zugreisenden musikalisch begrüßte, stiegen zahlreiche Jubiläumsgäste in den Zug, den die "Südostbayernbahn" in kluger Voraussicht mit zwei Zuggarnituren zusammengestellt hatte. Pünktlich ging es in Richtung Trostberg. Unterwegs füllte sich der Zug an jedem Haltepunkt zusehends, so dass an der Endstation in Trostberg deutlich mehr als die geforderten 120 Passagiere ausstiegen. Die Altenmarkter Blasmusik sorgte dafür, dass die rund 20-minütige Zugfahrt wie im Flug verging. Die Traunsteiner Brauereien Hofbräuhaus, Schnitzlbaumer und Wochinger hatten zudem Freibier spendiert, damit die ganze Angelegenheit nicht zu trocken wurde.

Beim rund zweistündigen Aufenthalt hatten die Mitfahrer und viele Trostberger Bürger viel Zeit, um gemeinsam ein großes Fest zu feiern. Eine Ausstellung informierte über die Geschichte der "Traun-Alz-Bahn", außerdem war Gelegenheit, das Stellwerk zu besichtigen, für die Kinder wurde ein Malwettbewerb organisiert und sie bekamen von der "Südostbayernbahn" auch Luftballons in Form eines Regionalzugs. Der Eishockeyclub der Trostberger "Chiefs" kümmerte sich um das leibliche Wohl.

Die Vorplanung der Strecke Traunstein-Trostberg wurde 1886 positiv entschieden. Grundlage war ein Gesetz, mit dem Bayern 1882 die Voraussetzung zum Bau von Strecken mit geringeren Anforderungen, den so genannten Lokalbahnen, schaffte. Die Genehmigung wurde 1888 erteilt. Der Baubeginn erfolgte 1890. Fast 290 Arbeiter erstellten die Bahnlinie fast nur in Handarbeit. Am 31. August 1891 fuhr der erste Probezug auf der knapp 22 Kilometer langen Strecke zwischen Traunstein und Trostberg. Die Kosten für die Bahnlinie betrugen damals 933.000 Mark. Die Fahrzeit dauerte eine Stunde und zwanzig Minuten, das Durchschnittstempo lag bei 22,5 km/h.

bjr/Chiemgau-Zeitung

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