Fritz Stahl Träger des Ehrenrings

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Mit großer Freude nahm Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl aus den Händen seines Amtsnachfolgers Manfred Kösterke (von links) den Ehrenring der Stadt Traunstein entgegen.

Traunstein (CH-Z) - Fritz Stahl ist neuer Träger des Ehrenringes der Stadt Traunstein. Vor rund 100 Gästen überreichte Stahls Amtsnachfolger Manfred Kösterke die Auszeichnung im Alten Ratssaal.

Er würdigte Stahls Verdienste um Traunstein und seine Bürger. 36 Jahre, davon 18 als Stadtoberhaupt, habe Stahl die Geschicke der Großen Kreisstadt gelenkt und sich "durch seinen weit über die Dienstpflichten hinausgehenden persönlichen Einsatz als Oberbürgermeister um die Stadt Traunstein besonders verdient gemacht". So steht es in der Urkunde, die ihm Kösterke überreichte.

Erste Trägerin war die Heimatschriftstellerin Franziska Hager, die ihn im Jahre 1959 bekam. Fritz Stahl ist der neunte Bürger, dem diese Auszeichnung zuteil wurde. Dem zu Ehrenden Reverenz erwies Kösterke als Laudator gleich zu Beginn seiner Festansprache, in der er Wilhelm Busch zitierte: "Wirklich, er war unentbehrlich. Überall, wo was geschah, zum Wohle der Gemeinde. Er war tätig, er war da." Neben Busch hatte es Stahl sich in den letzten Jahren seiner Amtszeit als Oberbürgermeister zunehmend angewöhnt, Gedichte von Ringelnatz und Eugen Roth in seine Reden einzuflechten.

Im Rückblick auf Stahls politisches Wirken in Traunstein während mehr als dreieinhalb Jahrzehnten hob Kösterke vor allem dessen Wiederwahl als Oberbürgermeister in den Jahren 1996 und 2002 hervor, wobei Stahl jeweils Rekordergebnisse verzeichnen konnte, die eindrucksvoll belegten, welch großer Wertschätzung sich der Geehrte bei den Traunsteinern erfreute und dass er "Oberbürgermeister für alle" war. Diese Wertschätzung reichte und reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus: Bei den Wahlen zum Kreistag habe Stahl immer eines der besten Stimmenergebnisse aller Kandidaten erreicht.

Dass Fritz Stahl ein besonderer Förderer von Städtepartnerschaften war, hob Kösterke ebenfalls hervor. Bester Beweis dafür aber war die Anwesenheit von Vertretern aller Traunsteiner Partnerstädte: Wesseling, Gap, Pinerolo und Haywards Heath. Der Bürgermeister von Pinerolo, Alberto Barbero, beschrieb es in seinem Glückwunschbrief treffend: "Mit Fritz Stahl verbindet uns eine enge Freundschaft, so wie wir eine große Hochachtung für ihn haben. In den Jahren seiner Amtszeit wurde der Austausch zwischen den Städten belebt und bei vielen Gelegenheiten konnte ich selbst feststellen, wie die schöne und gastfreundliche Stadt unter der Ägide von Fritz Stahl ihre Vorzüge verbessern konnte." Das unterstrich auch der Wesselinger Bürgermeister Hans-Peter-Haupt.

Einige negative Wegmarken seiner von vielen Erfolgen geprägten Amtszeit nannte Stahl stellvertretend für manch Belastendes, was er in all den Jahren auch erfahren habe. Als erstes erinnerte er an die Anfeindungen, denen er und Stadtrat über Monate ausgesetzt waren, als man die wegweisende Entscheidung für den Standort der Feuerbestattungsanlage am Waldfriedhof getroffen hatten. Damit hat Traunstein Verantwortung übernommen in einer Frage, bei der reihenweise Kommunalparlamente in anderen Orten "gekniffen" haben.

Als härtesten Tag seiner Amtszeit bezeichnete Stahl den 12. August 2002, als der Traundamm zu brechen drohte. Umso schöner sei es gewesen, dass die Fernsehsender, die Traunstein belagerten, um den Dammbruch im Bild einzufangen, ohne die erhofften Aufnahmen abreisen mussten. Die bittersten Stunden seien in seiner Amtszeit jene gewesen, in denen er die Todesnachrichten des damaligen Dritten Bürgermeisters Max Burghartswieser und zuletzt seines Nachfolgers Wilfried Arsan überbringen musste.

Die Rede von Fritz Stahl war jedoch keineswegs geprägt von solchen negativen Nachrichten; vielmehr hielt er eine positive Rückschau auf seine Arbeit für die Stadt. Diese habe er nur deshalb so verrichten können, weil seine Frau Helga und seine ganze Familie hinter ihm gestanden seien und ihn unterstützt haben. Er freue sich herzlich über die Auszeichnung.

Am Rande der Veranstaltung, die von einem Klarinetten-Trio der Musikschule Traunstein (Anna Heiler, Philipp Thiele und Shana Ebert) ansprechend umrahmt wurde, berichtete Goldschmied August Perchermeier über das Entstehen des Ehrenringes. Als diese Auszeichnung im Jahre 1959 geschaffen wurde, habe sein Vater den Ring aus Gold mit dem in Onyx geschnittenen Stadtwappen entworfen. An den beiden Ringseiten ist eine Blattornamentik mit dem Seerosenmotiv des Klosters Frauenchiemsee eingraviert. Für das aktuelle Exemplar habe er rund 40 Arbeitsstunden aufgewendet.

obk/Chiemgau-Zeitung

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