Frühlingsfest: Viele zufriedene Gesichter

+
Da gab es noch etwas zum Jubeln beim Public Viewing im Festzelt als der FC Bayern auf der Siegerstraße im Champions League Finale war. Später sah man überwiegend versteinerte und betroffene Gesichter. Für den Festwirt hat sich das Fußballschauen nicht ausgezahlt. Der Samstag Abend war deutlich schwächer besucht, als erwartet.

Traunstein - Trotz des mäßigen Wetters sorgte das Frühlingsfest bei den meisten Besuchern und Beschickern für fröhliche Gesichter.

Ein gutes ausgewähltes musikalisches Programm bot das Traunsteiner Frühlingsfest auch in diesem Jahr. Renomierte Showbands brachten Füße, Hände und Hüften vieler Festzeltbesucher in Schwung.

Ein überwiegend positives Fazit zog der Festwirt des Traunsteiner Frühlingsfestes und die Beschicker am späten Sonntagabend nach zehn Tagen festlich-vergnüglichen "Ausnahmezustand" auf dem Traunsteiner Festplatz, das mit einem ruhigen Kehraus unter den Klängen der Blaskapelle Altmühldorf ruhig zu Ende ging. "Ich bin zufrieden" war das kurze und knappe Fazit, das Festwirt Jochen Mörz zog, dem auch der diesjährige Festbierlieferant Rudi Wochinger beipflichtete. Beide freuten sich über eine moderate Umsatzsteigerung auf einem ohnehin schon guten Niveau. Das teils nass-kalte Regenwetter, das sich nur indirekt auf den Festzeltbesuch auswirkte, aber überwiegend die Vergnügungspark-Beschicker tangierte machte dem Festbesuch keinen Strich durch die Rechnung. War schon der Auftakt am vergangenen Freitag Abend blendend, so war auch der Mittwoch Abend durch den folgenden Christi Himmelfahrts-Feiertag ein starker Abend.

Die Beschicker waren trotz des nicht ganz optimalen Wetters weitgehend mit dem gemachten Geschäft zufrieden. Noch am Sonntag Abend wurde mit dem Abbau begonnen.

Dem folgte gleich der gut besuchte Donnerstag. "Die Rosserer haben uns gut getan" betonte Mörz im Bezug auf den Festzug "150 Jahre Kaltblutpferdezuchtgenossenschaft Traunstein", der von der Chiemgauhalle zum Stadtplatz und wieder zurück ging und seinen Ausklang im Bierzelt fand. Auch das traditionelle Boxen am Sonntag fand guten Zuspruch und auch die Ringer waren gleich am ersten Samstag nach einigen Jahrzehnten Abstinenz erstmals wieder im Festzelt vertreten. Ringerverantwortliche und der Festwirt zeigten sich zufrieden. Nur das "Public Viewing" im Festzelt, die Live-Übertragung des Champions League Spiel des FC Bayern gegen Chelsea London blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück - und das nicht nur im Bezug auf das Fussballergebnis. So mancher FCB-Fan befand sich nach dem Elfmeter-Drama fast in Schockstarre. Das Festzelt leerte sich schnell und auch der Besuch blieb an dem Abend insgesamt weit hinter den Erwartungen zurück.

Packende Boxkämpfe auf dem Frühlingsfest

Trotz des durchwachsenen Wetters konnten die Beschicker überwiegend mit dem Geschäft zufrieden sein, was sich auch in der Schaustellerbesprechung am Freitag zeigte. Ein gutes Geschäft machte Josef Kollmann mit seinem Jugend-Magneten "G-Force" um das sich allabendlich Trauben von vor allem jungen Leuten scharten. "Wir sind jetzt im dritten Jahr da. Heuer war unser bestes Jahr" betonte Kollmann und machte deutlich, dass er auch im kommenden Jahr gerne wieder im Traunsteiner Frühlingsfest mit dem "G-Force" dabei sein möchte. Bernd Noli aus Augsburg mit seiner "Glückspyramide" zeigte sich beim Abbau am Sonntag Abend bedingt zufrieden. Die Geschäfte seien recht gut gelaufen. "Aber das schlechte Wetter am ersten Samstag und der Familientag am Mittwoch hat uns weh getan."

Ein Extra-Lob erhielt von so manchem Festzeltbesucher das freundliche Bedienungspersonal. Zumeist alle Hände voll zutun, Masskrüge oder Tabletts mit knusprigen halben Hendl schleppend, boten diese auch in Stresszeiten praktisch stets einen freundlichen Service oder hatten für die Festzeltgäste ein freundliches Wort oder auch einmal ein charmantes Lächeln parat.

"Bitte Foto": Diesen Satz hörte unser Berichterstatter oft wenn er durch das Festzelt oder den Vergnügungspark auf dem Traunsteiner Volksfest ging. Kurze Dirndl und bayerische moderrne Tracht waren bei den jungen Leuten angesagt.

Von Seiten des Malteser Hilfsdienstes, der sich medizinisch um die Erstversorgung von so manchem Frühlingsfestgast kümmerte, den das eine oder andere Weh-Wehchen plagte oder bei dem sich - mit oder ohne Karussell - alles drehte, sprach man inoffiziell von einer erwarteten Situation. Die "Fälle" seien im Rahmen der Erwartung gewesen hies es. Eine etwas andere Situation schilderten die Polizeibeamten, die am Sonntag Abend ihren Dienst von ihrem Einsatzstandort an der Chiemgauhalle ausführten. Sie sprachen von einer deutlichen Erhöhung der Straftaten. Gefälschte Ausweispapiere, Streitereien und vor Allem der Widerstand gegen die Polizei machte den Beamten zu schaffen. Vier Polizisten seien durch Gewalt gegen Polizisten derzeit im Krankenstand hieß es von den Beamten. "Die Besoffenen werden daneben immer jünger" machten sich die Beamten Sorgen. Diese problematische Situation zeigte sich oft schon auf dem Weg zum Festgelände hin, wie beispielsweise am "Rewe-Parkplatz" und das trotz eindeutiger Hinweise, mit denen Stadt und Hausverwaltung dem Alkoholkonsum der zumeist jungen Gruppen her werden wollte, was vor dem Hintergrund des beliebten "Vorglühens" auf und um das Gelände herum nur bedingt gelang. Auch die Anwohner rund um das Festgelände litten unter so manchem spät Nachts gröhlend Frühlingsfestbesucher, der sich hier noch um jeden Preis bemerkbar machen wollte.

Für viele junge Leute aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus war das Traunsteiner Frühlingsfest in diesen Tagen praktisch der Treffpunkt in der Region. Und so wurden über die Sozialen Netzwerke im Internet und über weitere - zumeist elektornische - Kanäle wie Email und SMS die Verabredungen für den Frühlingsfestbesuch fixiert und ausgelassen-fröhlich und weitestgehend friedlich gefeiert. Für Partyfreunde, die auch nach zehn Tagen auf dem Traunsteiner Frühlingsfest nicht genug bekommen haben gibt es Anschlussfeste in Holzhausen, Pang oder Waldkraiburg. Oder man wartet auf das Frühlingsfest 2013 in Traunstein, das wohl auch wieder stattfinden wird und wieder tausende junger und älterer Frühlingsfestfreunde in seinen Bann ziehen dürfte.

awi

Zurück zur Übersicht: Frühlingsfest

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser