Fußballgolf bald auch im Chiemgau?

Inzell - Die neueste Trendsportart "Fußballgolf" kommt mal ausnahmsweise nicht aus den USA, sondern aus Skandinavien. Ein Unterfranke will den Sport jetzt auch nach Inzell bringen.

Stephan Layer bei der Präsentation seiner Idee im Gemeinderat.

Der 44-jährige Stephan Layer aus dem unterfränkischen Miltenberg würde gern in Inzell auf einer Fläche von vier bis acht Hektar eine Fußballgolf-Anlage errichten. Damit könnte Inzell nach Dirmstein in der Pfalz und dem niederbayerischen Bodenkirchen, wo 2006 beziehungsweise 2009 solche Anlagen errichtet wurden, den dritten so genannten "SoccerPark" unter freiem Himmel in Deutschland stellen.

Derzeit gibt es nur vier 18-Loch-Fußballgolfplätze in Deutschland, wovon nur zwei "SoccerParks" gemäß einem eingetragenen Markennamen sind. Hinzu kommen in Deutschland und Österreich noch je eine Neun-Loch-Fußballgolfanlage.

In Skandinavien, wo Layer die erste derartige Anlage sah, ist dieser Sport schon seit etwa zehn Jahren populär. Dort existieren mittlerweile zirca 50 Anlagen. Das Thema ließ den gelernten Bau- und Möbelschreiner, der seit 21 Jahren im Küchenbau tätig ist, nicht mehr los.

Vergangenes Jahr hatte der Inzell-Fan bei einem Urlaub in Inzell seine Pläne, den Fußballgolf in den Chiemgau zu bringen, genauer ausgefeilt. Bauen und betreiben will er die Anlage mit seiner Lebensgefährtin, voraussichtlich in Form einer GmbH. "Hier steht kein Großinvestor hintendran", betonte Layer. Er bestätigte auf Anfrage, dass er das Investitionsvolumen von 150000 bis 200000 Euro alleine aufbringe, wobei er noch die Möglichkeit von Fördergeldern ausloten wolle.

Um auch Großveranstaltungen wie deutsche Meisterschaft, Europameisterschaft und Weltmeisterschaft - sie alle existieren bereits im Fußballgolf - ausrichten zu können, will sich Layer jedoch der Kooperation der "SoccerParks" anschließen.

Für ihn ist der Familienurlaubsort Inzell ein ideales Pflaster für diese Sportart, die nicht nur Profis, sondern der ganzen Familie Spaß mache. Fußballgolf ist eine Mischung aus Fußball, Golf und Minigolf und wird wie Golf auf 18 Bahnen gespielt. Die Bahnen sind je 40 bis 250 Meter lang. Dabei wird ein Fußball mit dem Fuß, ohne Schläger, mit möglichst wenig Abschlägen über verschiedene Hindernisse bis zum Loch gespielt. Für die Hindernisse will Layer ausschließlich Naturprodukte wie Holz oder Steine verwenden. Beim Rasen reicht in etwa Sportplatzqualität, es muss kein Golfrasen sein.

Seine Erwartungen - 10.000 spielende Gäste im ersten Jahr und 30.000 in den Folgejahren - seien keine Utopie, da sie im weit weniger touristischen Dirmstein bei Worms bereits realisiert seien, betonte der Unterfranke. Beim Bau will er heimische Firmen einbinden und die Vermarktung durch ein Netzwerk mit Tourismusbüros, Reiseveranstaltern, Medien, Vermietern und Gastronomen vorantreiben. Der SoccerPark könne zusätzliche Touristen in die Region bringen und neue Arbeitsplätze schaffen. Layer plant, für befristete Sponsorenverträge 18 "Bahn-Paten" zu finden, Profi-Fußballer einzuladen und auch Events zu veranstalten.

CSU-Rat Sigi Walch wollte wissen, was passiert, wenn die Anlage nicht läuft. Für diesen Fall werde ein Rückführungskonto gebildet, so Layer. In etwa drei Monaten könne der Platz in den Urzustand zurückgeführt werden. Warum er die Anlage nicht in seiner Heimat gebaut habe, lautete eine andere Frage. Wie Layer berichtete, hatte er dort dreieinhalb Hektar mit 17 Einzelverpächtern zur Verfügung. Er habe den Platz trotz Lage im Hochwasserschutzgebiet schon genehmigt gehabt, doch das Vorhaben sei an dem Eigentümer des größten Grundstücks gescheitert. Stefan Schwabl (Forum aktiv) fragte nach dem Genehmigungsaufwand. Dies auszuloten, wäre der nächste Schritt, so Bürgermeister Martin Hobmaier.

Layer will nun zunächst ein Grundstück suchen. Die Räte verfolgten die Vorstellung seiner Idee im Gemeinderat wohlwollend. Einrichtungen dieser Art sieht Bürgermeister Hobmaier als Chance für die Gemeinde Inzell, die zu 99 Prozent vom Tourismus lebe. vm

Rubriklistenbild: © dpa

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