„Ein richtiges Schmuckstück“

Traunstein - „Noch nie war der Weg unter dem Traunsteiner Bahnhof so komfortabel wie jetzt.“ Mit diesen Worten eröffnete am Montagnachmittag Traunsteins Bürgermeister Manfred Kösterke die Einweihung der neuen Fußgänger-Bahnunterführung. **Video**

Grußworte von Oberbürgermeister Manfred Kösterke:

„Heute feiern wir die offizielle Einweihung der Fußgängerunterführung, die den Bahnhofsplatz mit der Güterhallenstraße verbindet. Sie tut das zwar schon seit Anfang der 50er Jahre, aber noch nie war der Weg unter dem Traunsteiner Bahnhof hindurch so komfortabel ausgebaut wie jetzt. Ich glaube es ist keine Untertreibung, wenn ich feststelle, dass unsere 90 Meter lange Fußgängerunterführung ein richtiges Schmuckstück geworden ist.

Fotostrecke: Einweihung der Fußgänger-Bahnunterführung

Einweihung Fußgänger-Bahnunterführung

Zu diesem schönen Ereignis darf ich Sie alle im Namen der Stadt Traunstein herzlich begrüßen. Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind und heute der Einweihung beiwohnen.

Fotostrecke: Die neue Fußgänger-Bahnunterführung

Die neue Fußgänger-Bahnunterführung

Ich begrüße Pfarrer Eberhard Spörlein und Pastor Thorsten Fecke, die heute die Unterführung und die Aufzüge segnen werden, wie es bei der Einweihung öffentlicher Gebäude in unserer Stadt gute Tradition ist. Ein herzlicher Gruß gilt auch Ihnen, sehr geehrter Herr Konhäuser! Wenn Sie heute als Vertreter von Landrat Hermann Steinmaß gleich einige Worte zu uns sprechen, werden Sie sicher auch auf den Anteil des Landkreises hinweisen. Ohne Ihren Ausführungen vorgreifen zu wollen, möchte ich nur einen Punkt betonen: Über den Ausbau der Fußgängerunterführung wurde in Traunstein seit vielen Jahren nachgedacht, den Auslöser gab aber der Landkreis mit seiner Entscheidung, an der Güterhallenstraße den Neubau für das Anette-Kolb-Gymnasium zu errichten.

Für den Traunsteiner Stadtrat war die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler letztlich das Hauptargument, den Ausbau der Unterführung auf den Weg zu bringen. Ich begrüße die Damen und Herren des Stadtrates und meinen Vorgänger, Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl, der sich mit großer Energie für das Projekt eingesetzt hat. Lieber Herr Stahl, Sie haben sich hier ein Denkmal gesetzt – und ich füge hinzu: ein Denkmal, das für die Stadtentwicklung nur förderlich sein kann.

Warum das so ist, möchte ich Ihnen kurz erläutern:

Ein Argument für den Ausbau war wie bereits erwähnt die Fußgängersicherheit. Durch den Neubau des Anette-Kolb-Gymnasiums hat sich die Zahl der Schüler, die von den Bushaltestellen am Bahnhofsplatz auf die andere Seite müssen, auf über 2000 fast verdoppelt. Ohne die Verlängerung der Unterführung würde der Schulweg nach wie vor über die Güterhallenstraße führen – und ich spreche hier nicht nur vom Weg zum Anette-Kolb-Gymnasium, sondern auch zum Schulzentrum an der Wasserburger Straße. Alleine aus Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Jugendlichen war der Ausbau der Fußgängerunterführung eine gute und richtige Entscheidung!

Auf der Hand liegen aber auch die Vorteile für die Autofahrer. Vor und nach der Schule haben sich in der Vergangenheit auf der Güterhallenstraße immer wieder Staus gebildet. Und nun stellen Sie sich einmal das Chaos vor, wenn im Berufsverkehr 2000 statt 1000 Schüler die Straße überqueren müssen! Ich kann nur sagen: Gott sei Dank gehören die Wartezeiten auf der Güterhallenstraße der Vergangenheit an!

Der Ausbau der Unterführung sollte aber nicht nur für die Schüler und Autofahrer erfolgen, sondern auch für unsere behinderten und älteren Mitbürger, die nicht mehr so gut zu Fuß sind und beim Treppensteigen Probleme haben.

Wenn man sich einmal vor Augen führt, dass 30 Prozent der Einwohner unserer Stadt älter als 60 Jahre sind, dann war es nur folgerichtig, die Unterführung auch mit Aufzügen auszubauen. Ich danke dem Stadtrat ausdrücklich für den Weitblick, den er mit dieser Entscheidung bewiesen hat!

Von den Aufzügen profitieren auch Rollstuhlfahrer, Familien mit Kinderwägen und sicher auch Bahnreisende mit schweren Koffern. Das Stichwort Bahn bringt mich zum nächsten Punkt: Ich finde es sehr erfreulich, dass die Initiative der Stadt auch die Deutsche Bahn AG dazu bewogen hat, über Verbesserungen am Bahnhof nachzudenken. Das Interesse der Bahn an einer Aufwertung des Bahnhofs zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass wir einen der Aufzüge auf Bahngrund errichten durften. Dafür danke ich den heute anwesenden Vertretern der DB Station & Service AG, die ich an dieser Stelle noch herzlich begrüße. Für die Planung zeichnen Walter Schirocky und Hans Althammer vom Ingenieur-Büro SAK verantwortlich. Den Auftrag als Generalunternehmer erhielt die Firma Swietelsky, die mit ihren Bauleitern Matthias Schauer und Herbert Voit die Bauarbeiten umsetzen.

Meine Damen und Herren, wenn ich vom Ausbau der Fußgängerunterführung spreche, so sind damit gleich mehrere Maßnahmen gemeint, die seit dem Baubeginn im Mai 2008 verwirklicht wurden. Ich möchte Ihnen kurz berichten, um welche Maßnahmen es sich handelt und wie das Projekt finanziert wurde:

Im ersten Schritt wurde die bestehende Unterführung um 36 Meter unter die Güterhallenstraße hindurch verlängert und pünktlich zum Ende der Sommerferien wieder eröffnet, damit die Schüler problemlos vom Bahnhof zu ihren Schulen gelangen können. Für den Freistaat Bayern gab die Verbesserung der Fußgängersicherheit den Ausschlag, einen Zuschuss in Höhe von 610.000 Euro zu gewähren. Wir sind für diese Förderung ebenso dankbar wie für die Kostenbeteiligung des Landkreises in Höhe von 150.000 Euro.

Wenn ich von der Finanzierung spreche, möchte ich auch nicht verschweigen, dass die Gesamtkosten von rund 1,75 Millionen Euro der Stadt Traunstein eine Eintrag ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler eingebracht haben. Natürlich kann man über die Rüge geteilter Meinung sein. Sie können mir glauben, dass auch wir es gerne billiger gehabt hätten. Fakt ist aber, dass es im Zuge der Planungen viele Verbesserungen hinzugekommen sind, die das Projekt verteuert haben. Von einer „Kostenexplosion" zu sprechen, wäre aber verfehlt und ist so, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen – um bei diesem Bild zu bleiben: Wir haben keinen Apfel und auch keine Birne bekommen, sondern mindestens eine Melone.

Wenn unsere Bürger die Unterführung benutzen, sollen sie sich auch sicher fühlen. Wir haben darum die Beleuchtung komplett erneuert. Bestimmt erinnert sich jeder an das schummrige Licht der alten Beleuchtung, die hinter einer Lochblende angebracht war. Die neuen Leuchtstoffröhren bringen eine doppelt so hohe Lichtausbeute, ohne jedoch mehr Strom zu verbrauchen. Zum freundlichen Erscheinungsbild der Unterführung tragen auch die bemalten Fliesen bei, für deren Gestaltung ich mich bei der Schule der Phantasie herzlich bedanke.

Meine Herren, ich danke Ihnen und Ihren Mitarbeitern für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Traunstein! Ein großer Dank gilt auch den Mitarbeitern der Stadtverwaltung, allen voran dem Leiter unserer Tiefbauabteilung Gerhard Hogger und unserem Stadtplaner Elmar Schwäbisch.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich freue mich, dass ich das Bauwerk nun offiziell seiner Bestimmung übergeben kann. Ich danke nochmals allen, die zum erfolgreichen Abschluss des Projekts beigetragen haben und wünsche mir, dass die Unterführung von unseren Bürgerinnen und Bürgern gerne und häufig benutzt wird.“

Rubriklistenbild: © Max Karpf

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