Gelungener Einstand für Pfarrer Georg Lindl

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Nach dem Gottesdienst nahm sich der neue Pfarrer der Pfarrei St. Oswald, Georg Lindl Zeit für Gespräche mit den Kirchenbesuchern.

Traunstein - Der neue Pfarrer der Pfarrei Traunstein–St. Oswald, Georg Lindl, hat sich am Sonntag morgen mit seinem ersten Sonntagsgottesdienst den Kirchgängern vorgestellt.

In einem freundlichen, warmherzigen Empfang spürte man die gegenseitige „Neugierde“ und freundliche Erwartung von Pfarrer und Gemeinde aneinander. Die 1. Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Ursula Kösterke begrüßte die neue Geistlichkeit zu Beginn des Gottesdienstes: „Durch viele Begegnungen wird alles zusammen wachsen“ zeigte sie sich im Namen der Ratsmitglieder und der Kirchenmitglieder von einem guten künftigen Miteinander überzeugt. Der Begrüßung folgte ein sonst eher kirchenuntypischer lang anhaltender Applaus für den neuen Leiter der Stadtkirche. Pfarrer Lindl bedankte sich für den freundlichen Empfang und meinte in Anspielung auf Traunsteins Wahrzeichen, den Lindl: „Die Kirche zeigt Humor, wenn sie jemand nach Traunstein holt, der Lindl heißt. Ich habe nicht gedacht, dass es hier so viele humorvolle Bürger gibt.“

„Ungeschickte“ Stellenanzeige

In seiner Predigt ging der neue Traunsteiner Pfarrer auf die Evangeliumsstelle aus Lukas Kapitel 14 ein, in dem Jesus Christus auf die Bedingungen der Nachfolge eingeht und für den Glauben an ihn wirbt. Er zog einen Vergleich zu der zu Ende gehenden Wirtschaftskrise und den sich mehrenden Stellenanzeigen. Jesus habe auch eine „Stellenanzeige“ geschaltet. Motivationsseitig sei Diese jedoch „recht ungeschickt“ sagte er in Anlehnung an den Predigttext. Die Loslösung von Abhängigkeiten im Rahmen der Eltern bzw. der eigenen Familie („Wer lebenslang im 'Hotel Mama' ist bleibt unreif und wird nicht erwachsen“) und der völligen Fixierung auf das eigene Ego und der Meinung anderer über einen Selbst stünden der Nachfolge Jesu entgegen. Auch mit der irrigen Meinung, dass das befolgen der christlichen Gebote ein sorgen- und krisenfreies Leben versprechen würde räumte er genauso auf wie mit der Überzeugung, dass materieller Besitz ein Glücksgarant sei. „Besitz und materieller Wohlstand macht nicht glücklich und stillt die Sehnsucht der Menschen nicht. Diese kann nur Gott stillen.“

Die „radikale“ Stellenbeschreibung gelte aber nicht nur für vollzeitlich arbeitende Kirchenangestellte und Pfarrer: „Jesus spricht diese Aufforderung zur Nachfolge zu einer Menschenmenge und lädt sie dazu ein.“ Die rund 15-minütige, ermutigende und trotz eines schwierigen Textes unbedrängende Predigt hielt Lindl frei, was so manchen Kirchenbesucher doch etwas in zustimmendes Erstaunen versetzte. Von Seiten der Kirchenbesucher gab es viele freundliche Blicke und nach dem Gottesdienst erste Gespräche mit Pfarrer Lindl. „Ich bin von der Predigt beeindruckt“ meinte der Lektor und Mitglieder der Kirchenverwaltung Hannes Huber. Auch von anderen Kirchenbesuchern konnte man Zustimmung über die gehaltvolle Predigt hören. Pfarrer Lindl, dessen Einweihung in der Vorabendmesse am Samstag den 2. Oktober feierlich begangen wird, freute sich über die Aufnahme wie er im persönlichen Gespräch mit ihrer Zeitung mitteilte: „Das ist jetzt einfach ein neugieriges 'Beschnuppern'. Das freundliche aufeinander zugehen heute war ein sehr angenehmer Beginn.“ Vielleicht hilft im Prozess des Zusammenwachsens die Umsetzung des gewählten Eingangsliedes: In dem Kirchenlied aus dem 16. Jahrhundert „Mir nach spricht Christus“ lautet der Text dann auch fast wie ein geistlicher Ratschlag für das künftige Miteinander zwischen neuem Pfarrer und der Kirchengemeinde: „Fällt's euch zu schwer? Ich gehe voran. Ich stehe euch zur Seite.“ Mit dieser Zuversicht und dem gelungenen Beginn scheint das künftige Miteinander zwischen Beiden nichts im Wege zu stehen.

awi

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