"Abenteuer" Container-Terminal soll gestoppt werden

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Ein solches Terminal soll in Teisendorf entstehen.

Teisendorf - Die Bürgerinitiative, die Grünen und zahlreiche Anwohner wollen nur eines: dass die Gemeinde endlich einen Schlussstrich unter das geplante Container-Terminal zieht.

Ortstermin in Ufering. Mit dabei der Sprecher der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag, Sepp Daxenberger. Johann Aicher, ein betroffener Anwohner, kritisiert gleich zu Beginn: „Obwohl wir nicht verkaufsbereit sind, plant die Gemeinde trotzdem weiter und gibt dafür Geld aus.“ Gemeinderat Edwin Hertlein von den Grünen formulierte es noch drastischer: "Es ist eine Sauerei, dass Bürgermeister und eine Mehrheit der Gemeinderäte, es zulassen, dass weiter Geld in Planungen investiert wird, obwohl die meisten Grundbesitzer in dem in Frage kommenden Gebiet nicht bereit sind zu verkaufen! Die Gemeinde muss die Planungen zum Abenteuer "Container-Terminal" beenden!“

Tatsächlich ist es wohl so, wie Klaus Richter, Sprecher der Bürgerinitiative, bei der Begehung schilderte: Acht Grundstücksbesitzer in dem in Frage kommenden Gebiet in dem Halbkreis südlich der Bahnlinie seien nicht bereit zu verkaufen. Allerdings gehöre hier auch eine größere Fläche der Brauerei Wieninger, die durchaus Verkaufsbereitschaft signalisiert habe. Da jedoch die Einschleifung in die bestehende Bahn nur auf einem geraden Stück möglich sei, brauche die Gemeinde unbedingt den westlichen Bereich, in dem so gut wie niemand verkaufen möchte. Allerdings rätselt man seitens der Terminal-Gegner immer noch, wo denn jetzt genau der geplante Containerterminal-Standort zu liegen kommen werde. Die Gemeinde gebe, wie es bei dem Ortstermin hieß, keine Auskunft, berufe sich darauf, es selber noch nicht genau zu wissen. Andererseits, so Richter, sei ja der Antrag auf Bezuschussung beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht worden, und dazu sei ein detaillierter Plan notwendig gewesen.

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Inzwischen hat BI-Sprecher Richter eine Rechtsanwaltskanzlei damit beauftragt, bei der Gemeinde die Herausgabe des Plans zu erreichen. Falls auch das nicht funktioniere, wolle man sich direkt an das Eisenbahn-Bundesamt wenden.

Auch wenn es immer behauptet werde: Transparent sei das Verfahren ganz bestimmt nicht, erklärte Edwin Hertlein. BI-Sprecher Richter sieht in der Gemeinde keine Akzeptanz für das Großprojekt, das wohl um die 20 bis 25 Millionen Euro kosten soll: Bei der letzten großen Versammlung zu dem Thema habe sich außer Bürgermeister und Gemeinderäten nur ein Bürger dafür ausgesprochen. Hertlein sprach auch noch eine Verzögerungstaktik des Bürgermeisters an. Die Grünen haben nämlich für den Gemeinderat den Antrag eingereicht, das Verfahren zum Container-Terminal einzustellen. Aber weder sei dieser Punkt in die letzte Sitzung aufgenommen worden, noch erscheine er in der Tagesordnung der kommenden Sitzung. „Die Gemeinde spielt wohl auf Zeit“, meinte er. Und Vorsitzender Richter konkretisierte: Ganz offenbar warte die Gemeinde auf die Zuschusszusage.

Anlieger Johann Aicher, Klaus Richter von der Interessensgemeinschaft, Grünen-Landtagsabgeordneter Sepp Daxenberger und Gemeinderat Edwin Hertlein vor Ort.

Denn um den Containerterminal-Standort hat sich neben Teisendorf auch die Stadt Traunstein beworben. Und nach Richters Meinung wollte Bürgermeister Franz Schießl das Verfahren so lange weiterlaufen lassen, bis eine Entscheidung des Eisenbahn-Bundesamtes gefallen sei. Bund-Naturschutz-Ortsvorsitzender Robert Strauß sprach schließlich die Nähe zum Kolping-Hotel an, das eines der größten Tourismus-Objekte in der Gemeinde sei: Gerade für dieses Haus wären durch ein Terminal große Lärmprobleme zu befürchten. Hertlein kleidete seine feste Überzeugung in folgende Worte: „Die Gemeinde will aus Teisendorf einen Industrie-Standort wie Traunreut machen. Aber das passt nicht zu Teisendorf.“

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