Grundschule Unterwössen will Kombiklasse

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Unterwössen - In der Grund- und Hauptschule Unterwössen rumort es: Im Hinblick auf das künftige Schuljahr sind in der ersten Klasse 32, in der zweiten 30 Schüler zu erwarten.

Um jedem Mädchen und Buben gleichermaßen gerecht zu werden, macht sich Schulleiter Klaus Biersack in Ergänzung einer ersten und zweiten Klasse für eine sogenannte Kombiklasse stark. Dagegen begehren Eltern künftiger Zweitklassler aber auf.Eingedenk der Lehrerstundenzahl, die pro Schüler eine Einheit von etwa 1,22 Stunden vorsieht, würden sich ab Herbst die Lehrer - rein rechnerisch - den Erstklasslern in der Woche 39, denen der Zweiten nur 36 Stunden widmen können, so Biersack. Das bedeute zwar nicht, dass die in der sogenannten Stundentafel zusammengefassten Regelstunden geringer würden, wohl aber das zusätzliche Angebot in Arbeitsgemeinschaften oder Lese- und Rechtschreibehilfen. Die zunächst naheliegende Lösung mit zwei Anfängerklassen à 16 Schülern und einer zweiten mit 30 hätte somit zur Folge, dass für letztere weniger individuell aufgebrachte Stunden als für die Abc-Schüler übrig blieben.

Wie der Rektor der insgesamt 268 Schüler zählenden Schule, auch aus Schleching und Reit im Winkl, gestern im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung weiter berichtete, lud er die betroffenen Eltern zu einer Aussprache ein, um als "gerechtere" Lösung folgende Alternative anzubieten: eine erste und eine zweite Klasse mit je 22 sowie eine "Kombiklasse" mit 18 Schülern.

Während der "extrem sachlichen" Debatte, zu der 59 von möglichen 62 Elternteilen erschienen waren und durchweg "konstruktive" Vorschläge eingebracht hätten, habe zumal bei den Mamas und Papas der künftigen Abc-Schützen eine große Bereitschaft für dieses Modell geherrscht.

Weniger bei den Erziehungsberechtigten der Zweitklassler in spe. Es wurde geargwöhnt, die gerade entstandene Klassengemeinschaft werde gesprengt, auch müsste die "Kombiklasse" in den kommenden Schuljahren ja fortgesetzt werden, die Chancen in der späteren vierten Übergangsklasse würden sinken.

Biersack hatte, so zusagen als Verstärkung für seine Kombi-Idee, die Schlechinger Lehrerin Irmtraud Demler geladen, die einschlägige Erfahrung auch mit einer kombinierten dritten und vierten Jahrgangsstufe gemacht hatte. Sie berichtete, die Chancengleichheit im Hinblick auf den Übertritt auf weiterführende Schulen bleibe gewahrt, ja: "Kombinierer" verhielten sich im Vergleich zu den Mitschülern in nur einer Jahrgangsstufe selbstständiger. Sie führte das Tutorenprinzip an, nach dem die Älteren die Jüngeren gemäß "learning by teaching" unterstützten.

Da sich aber nur vier Eltern der künftigen Zweitklassler für die "Kombiklasse" erwärmen konnten, will Biersack nach den Pfingstferien eine zweite Gesprächsrunde einberufen - dann aber nur mit den Eltern der schon schulerfahrenen Kinder.

Michael Thun/Chiemgau-Zeitung

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