G.T.E.V. Nußdorf feierte 90. Geburtstag

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Nußdorf/Chiemgau - 2500 Trachtlerinnen und Trachtler beim Festzug und 1000 Besucher entlang der Straßen - Am Festsonntag belohnte Traumwetter. den Jubiläumsverein zusätzlich.

Pünktlich zum großen Jubiläumstag des Gebirgs-Trachten-Verhaltungs-Vereins Nußdorf lachte die Sonne vom Chiemgau-Himmel und belohnte damit die vielen Mühen, die sich die Mitglieder des Festvereins für die Jubiläumsfeiern gemacht haben. Mehr als 2500 Trachtlerinnen und Trachtler, Buam und Dirndl aus 30 Trachten- und Ortsvereinen, 13 Musikkapellen und ein Dutzend prachtvoll geschmückter Festwagen und Gespanne zogen auf der Hauptstraße und über den Dorfplatz durch den Ort und erfreuten die vielen Hundert Zuschauer mit einem farbenprächtigen Bild.

G.T.E.V. Nußdorf feierte 90. Geburtstag

Den Auftakt zum eigentlichen Festtag als dem Höhepunkt der vier Nußdorfer Festtage machte am frühen Sonntagmorgen der Weckruf, lautstark verkündet von Kanonenböllern und der Festmusik der Jugendblaskapelle Traunwalchen. Nach der Begrüßung im Festzelt nahe der Pfarrkirche St. Laurentius machten sich die Jubiläumsgäste in einem langen Zug auf den Weg zum Festaltar an der Wanger Straße. Dort zelebrierte Pfarrer Mathias Häusl zusammen mit Ulrich Wimmer und Herbert Walter den Festgottesdienst. Mit dem Satz „Fortschritt und Zukunft heißen die Zauberwörter unserer, von Wettbewerb und Globalisierung beherrschten Welt“ leitete Häusl seine Ansprache ein. Dem Fortschritt werde viel geopfert, selbst der Sonntag sei davon nicht verschont. Um den Tag des Herrn unangetastet zu erhalten brauche es Widerstand. „Die Trachtenvereine sind als Bewahrer von Tradition und moralischen Werten ein Stück Widerstand“, betonte Häusl. Deshalb habe es ihn sehr gefreut, dass der Jubiläumsverein den Sonntag mit Festgottesdienst und Festzug zum Höhepunkt der Feierlichkeiten gemacht habe. „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“, zitierte Häusl ein Wort des Propheten Jessaja. Dies dürfe man wörtlich nehmen. Der Schwund des Glaubens habe viel mit dem Schwund von Werten zu tun. Die Trachtler seien lebendige Zeugen, die für den Erhalt von Brauchtum und Heimat eintreten. Der Mensch brauche Heimat als Raum von Geborgenheit und Zusammenhalt und als Basis seines Tuns. Dieses Erbe der Väter und Mütter dürfe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden; dies gelte es lebendig zu bewahren. Zum Abschluss der festlichen Messe wurde ein Erinnerungsband gesegnet und von Monika Osenstätter an die Vereinsfahne des Trachtenvereins geheftet.

Landrat Hermann Steinmaßl betonte in seinem Grußwort, dass „Tradition nicht in die Mottenkiste gehört, sondern mitten ins Leben und unter die Leute. Dies komme nicht von ungefähr und sei kein Selbstläufer, sondern müsse mit Engagement erarbeitet werden. Die Trachtenvereine tun dies, in dem sie die Liebe zur Heimat, Musik, Gesang, Bräuche, Tracht und Sprache pflegen und erhalten. Auch 1. Gauvorstand Peter Eicher gratulierte dem Festverein zu den gelungenen und würdevollen Jubiläumsfeiern und lobte den hohen Stellenwert, den das Plattln bei den Nußdorfern schon von jeher habe. Dies spiegelt sich in der über viele Jahre herausragenden Jugendarbeit mit vielen Erfolgen. Der Jugend Brauchtum, Tradition und Werte zu vermitteln sei eine überaus wertvolle Aufgabe, die von den Jugendleitern des Festvereins schon lange Zeit vorbildlich geleistet werde.

Rund 1000 begeisterte Zuschauer säumten den Weg, den der aus 13 Zügen bestehende Festzug durch das Dorf machte. Sie applaudierten dem prachtvollen Bild an schmucken Trachtengewändern, den blumenverzierten Motiv- und Festwagen und den Gespannen mit den Ehrengästen. Angeführt wurden die einzelnen Züge von 13 Musikkapellen mit schmissiger Marschmusik. Freudige „Juchezer“ und gekonntes Fahnenschwenken zeugten von der guten Stimmung der Trachtler. Zurück im Festzelt wurde der Jubiläumstag mit Ehrentänzen, Blasmusik, Auftritten der Paten- und Gastvereine und der Vergabe der Meistpreise gefeiert. Mit einem gemütlichen Beisammensein und Stimmungsmusik vom „Edelweiß-Express“ klang das 90. Gründungsfest des G.T.E.V. Nußdorf aus.

Vereinsvorsitzender Sepp Niederbuchner und sein Stellvertreter Andreas Osenstätter, zugleich Festleiter, zogen zum Abschluss der Festtage ein überaus positives Fazit. Zum guten Gelingen des Vereinsjubiläums trugen viele Helferinnen und Helfer bei, die unermüdlich arbeiteten, um ein würdevolles Fest feiern zu können. Der Zusammenhalt und die gemeinsame Anstrengung von Jung und Alt für ein schönes Fest, seien das eigentlich Wertvolle und der Erfolg der Jubiläumsfeiern.

Rubriklistenbild: © Peter Volk

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