"Haschisch ist nicht harmlos"

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Traunstein - Von einer Cannabis-Legalisierung, wie zur Zeit politisch diskutiert, hält der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein Dr. Franz Heigenhauser überhaupt nichts.

Cannabis ist der lateinische Name für die Hanfpflanze, aus der die Rauschmittel Haschisch und Marihuana hergestellt werden. Dabei ist Haschisch das Harz der weiblichen Blüte der Hanfpflanze, die getrockneten Blätter werden als Marihuana bezeichnet. Beide Drogen werden vornehmlich geraucht. Umgangssprachlich dominiert der Begriff Haschisch.

Von einer Cannabis-Legalisierung, wie zur Zeit politisch diskutiert , hält der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein Dr. Franz Heigenhauser überhaupt nichts. Eine Legalisierung würde den Eindruck verstärken, es würde sich um eine harmlose Droge handeln, die lediglich eine berauschende Wirkung hat, aber im Gegensatz zu Heroin nicht abhängig macht. Heigenhauser: „Dass dem nicht so ist, belegen großangelegte internationale Studien. Sie kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass der Cannabiskonsum schwerwiegende Langzeitwirkungen insbesondere für die Entwicklung von psychischen Erkrankungen hat.“

Demnach entwickeln „Vielkiffer“ im Laufe ihres Lebens doppelt so häufig eine Psychose wie Cannabis-Abstinenzler. Doch auch „Gelegenheitskiffer“ tragen ein hohes Risiko, Gedächtnis- bzw. Orientierungsstörungen zu erleiden. Sie können sich nichts mehr merken. Es wird vermutet, dass im Körper entstehende und lange verbleibende Abbauprodukte wie die Carbonsäuren eine Gehirnschädigungen verursachen bzw. die latent vorhandenen Dispositionen zur Entwicklung psychischer Erkrankungen verstärken. Seitens des Gesundheitsamtes wird beobachtet, dass bei Zwangseinweisungen aufgrund psychischer Auffälligkeiten oft eine positive Cannabisanamnese vorliegt.

Dabei sind Einstiegsalter und Dosis von entscheidender Bedeutung. Je jünger das Einstiegsalter, um so gravierender die Folgen. „Da das jugendliche Gehirn noch reift, macht es aus neurobiologischer Sicht sehr wohl einen Unterschied, ob jemand mit 14 oder mit 24 Cannabis konsumiert“, so Dr. Heigenhauser. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Alkoholkonsum. Da der Cannabiskonsum antriebs- bzw. motivationslos macht , sind neben den medizinischen auch die sozialen Folgen nicht zu unterschätzen. So steigt das Risiko eines Schul- bzw. Ausbildungsabbruches deutlich. Heigenhausers Meinung nach hat man zwischenzeitlich genug Beweise für die Gefährlichkeit der sogenannten weichen Drogen. Der Droge sei auch deshalb so schwer beizukommen, da den berauschenden Kurzzeitfolgen weniger berauschende Langzeitfolgen gegenüberstünden.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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