Sprecher Dr. Martin Metz aus Übersee sieht Fortbestand vieler Praxen in Gefahr

Hausärzte wollen Planungssicherheit

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Landkreis Traunstein - "Mit dem erklärten Verzicht der bayerischen Hausärzte auf einen kollektiven Ausstieg aus dem Kassensystem ist das Problem nicht gelöst."

"Wir müssen jetzt eine tragfähige Lösung für die bayerischen Hausärzte finden", erklärte der Traunsteiner CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner bei einem Gespräch mit dem bayerischen Gesundheitsministerium sowie dem Vertreter der Hausärzte im Landkreis, Dr. Martin Metz.

Steiner hatte nach dem Verzicht der Hausärzte auf den Ausstieg mit dem zuständigen Abteilungsleiter im Ministerium die aktuelle Situation erörtert. In einem weiteren Gespräch mit dem Sprecher der Hausärzte im Landkreis Traunstein sagte Steiner den Ärzten weitere Unterstützung zu. "Jetzt muss alles getan werden, um für die Hausärzte eine faire Gesprächsgrundlage zu schaffen und daraus eine zukunftsfähige Basis aufzubauen."

Hintergrund waren Initiativen von 2008 im Landkreis, die mit die Grundlage für eine Gesetzesänderung gebildet hatten, die es dem Hausärzteverband ermöglichte, direkt mit den Kassen Hausarztverträge abzuschließen. Steiner hatte 2008 zusammen mit Dr. Metz ein Treffen der Traunsteiner Hausärzte mit der damaligen bayerischen Gesundheitsministerin Christa Stewens in Übersee organisiert, in dem die Ärzte die Notwendigkeit der Hausarztverträge darlegten.

Nicht zuletzt diese Überseer Gespräche waren Anstoß für die Initative Bayerns in Berlin, den Hausärzten die Möglichkeit direkter Vereinbarungen mit den Kassen zu ermöglichen. "Diese Änderung war dringendst notwendig, um für die Hausärzte Planungssicherheit und damit für junge Ärzte Anreize zu schaffen, sich als Hausarzt niederzulassen", sagte Steiner rückblickend.

"Der Grund für den aktuellen Konflikt liegt darin, dass der maßgebliche Paragraph 73 b nach gerade eineinhalb Jahren faktisch schon wieder außer Kraft gesetzt wurde", so Dr. Metz. "Zwar ist ein gesetzlicher Bestandsschutz der Verträge bis 2014 erreicht worden, aber es bestehen Zweifel, ob dieser Schutz bis dahin hält."

Steiner kündigte an, weiterhin auf eine Lösung über 2014 hinaus zu drängen. Es müsse allen bewusst sein, dass die hausärztliche Versorgung ein zentraler Eckpfeiler für die Zukunft des ländlichen Raumes sei. Auch im Landkreis Traunstein seien "Ärztliche Versorgungszentren" keine Alternative. "Wir brauchen den Hausarzt und dessen breites Behandlungsspektrum im Dorf. Wir dürfen das nicht irgendwelchen Gesundheitsunternehmern überlassen", so der Abgeordnete.

Nachfolger fehlen

Bereits jetzt würden in vielen Praxen Nachfolger fehlen. Mit 39 Euro für drei Monate pro Patient, unabhängig davon, wie oft der Arzt zu Hausbesuchen oder ins Pflegheim fahre, könne man eine Landarztpraxis nicht betreiben.

Dr. Metz nannte in dem jüngsten Gespräch mit Steiner den Fortbestand der Hausarztverträge für mindestens fünf Jahre als wichtigen Schritt. "Wir brauchen Planungssicherheit für uns und unsere Mitarbeiter."

Weiterhin forderte Dr. Metz gleiche Verträge mit allen Kassen, um weitere Bürokratie zu vermeiden und damit mehr Zeit für die Patienten sowie die Garantie für Anschlussverträge nach fünf Jahren zu haben. Der Fortbestand vieler Praxen im Landkreis sei gefährdet.

bjr/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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