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In Waging am See im Ortsteil Fisching

Frau vermutlich von Bekanntem (35) vergewaltigt - Kripo bittet um Hinweise

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Prozess gegen 29-jährigen Biker aus Rosenheim

Das Urteil ist gefallen: Hells Angel geht mehrere Jahre ins Gefängnis

Unerlaubter Waffenbesitz und Handel mit Betäubungsmitteln: Rosenheimer Hells Angel vor Gericht
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Ab Mittwoch steht ein 29-jähriger Hells Angel in Traunstein vor Gericht

Traunstein/Landkreis Rosenheim – Ab Mittwoch muss sich ein Mitglied der Hells Angels aus dem Landkreis Rosenheim vor Gericht verantworten: Neben dem Handel mit Betäubungsmitteln wirft ihm die Staatsanwaltschaft auch den unerlaubten Besitz einer scharfen Waffe vor. chiemgau24 berichtet aktuell aus dem Gerichtssaal.

Update, 18.17 Uhr - Das Urteil ist gefallen: Hells Angel geht mehrere Jahr ins Gefängnis

„Im Namen des Volkes“ verkündet die Vorsitzende Richterin Christina Braune das Urteil der 7. Strafkammer am Landgericht in Traunstein: Der Angeklagte geht für seine Taten für 4 Jahre und 6 Monate hinter Gitter. Eine Unterbringung in einer Entzugsklinik wird angeordnet. Auf seine anstehende Haftzeit könnten dem Angeklagten 9 Monate Untersuchungshaft angerechnet werden. „Sie waren der Vertrauensmann“, ist sich die Kammer in der Urteilsbegründung sicher.

Das verhängte Strafmaß sieht die Kammer als „untere Grenze“ an. Besonders das Geständnis und damit der Wegfall vermehrten Prozessaufwands rechnet Braune dem Angeklagten hoch an. „Ansonsten hätten wir bestimmt ein Jahr mehr Vollzug gehabt“, so die Richterin weiter. Als Wertersatz ordnet das Gericht schließlich das Einziehen von 17.580 Euro an. Der Betrag orientiere sich an dem Erlös, der mit den Betäubungsmitteln laut Anklageschrift vermeintlich erzielt worden war.

Komplize des 29-jährigen Bikers ab Montag vor Gericht

Sollten weder Verteidiger noch Staatsanwalt binnen einer Woche Einspruch erheben, tritt das Urteil in Kraft. In der kommenden Woche soll dann ein weiterer Mann aus dem Milieu um die Rosenheimer Hells Angels vor Gericht stehen - die Person, die der Angeklagte als Kurier zur Abholung der Drogen aus Taufkirchen eingesetzt haben soll.

Update, 17.03 Uhr - Fällt heute bereits das Urteil? Die Plädoyers im Hells-Angels-Prozess

Nach der Pause folgen jetzt die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung; den Anfang macht Nils Wewer. In seinem Schlussantrag sieht der Staatsanwalt die Anklageschrift umfassend bestätigt. So habe der Angeklagte nach anfänglichem Zögern den Sachverhalt ja schließlich eingeräumt. Zahlreiche Erkenntnisse aus einem anderen Verfahren – gemeint ist der Prozess gegen die Drogenhändler – würden auch den 29-Jährigen schwer belasten. Seine Verbindungen zu den Hells Angels habe der Angeklagte entgegen eigener Angaben nicht gekappt; „damit das Kokain fließt von München nach Rosenheim“, so der Staatsanwalt.

Auch die Observation habe gezeigt, dass der Angeklagte die Kontakte und Geschäfte seines Vorgängers weitestgehend übernommen habe. „Und auch den absoluten Freundschaftspreis für Kokain kriegen nur wenige“, sieht Wewer als Indiz für die vollzogenen Straftaten. „Der Angeklagte hat sich zudem eine Pistole mit Schalldämpfer und Munition besorgt“; auch dieser Punkt stehe außer Frage. „Wir haben nur wenige Taten angeklagt. Ich gehe davon aus, das ist nur die Spitze des Eisbergs“, ist sich Wewer sicher. Dafür spreche der große Geldzuwachs auf dem Konto des Angeklagten im Jahr 2021 und der Kauf eines Autos mit Bar-Mitteln. „Das ist keine Kleinkriminalität, das ist organisierte Kriminalität“, so der Staatsanwalt zuletzt. Zusammengefasst fordert der Staatsanwalt für den unerlaubten Waffenbesitz und die Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz eine Gesamt-Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten.

Koks gegen Schmerzen und die Waffe nicht genutzt

„Mein Mandant hat heute ein Geständnis abgelegt; und es war kein leichtes Geständnis“, steigt Rechtsanwalt Udo Krause in sein Plädoyer ein. Er glaube seinem Mandanten, dass dieser Kokain lediglich gegen seine Schmerzen und weitere Probleme genommen habe. Im Grunde „nur eine Art Automatismus, der in die Straffälligkeit führt“. Auch sein Bekanntenkreis habe den Einstieg sehr einfach gemacht. Die Waffe habe der Angeklagte nicht benutzt; sie sei lediglich aufbewahrt worden und spiele daher „nur eine untergeordnete Rolle.“ Und weiter: „Wenn man sieht, wie er an sich gearbeitet hat, sieht man eine enorme Aufrichtigkeit, sein Leben zu ändern.“

Sein Mandant habe sein Gesicht gezeigt und wolle etwas gegen seine Sucht-Situation tun, so Krause abschließend. Die von Staatsanwaltschaft geforderte Strafe inklusive Unterbringung in einer Entzugsklinik sehe der Anwalt als angemessen an, blieb mit einer Forderung von 3 Jahren und 6 Monaten aber dennoch etwas unter dessen Vorschlag. Auf Nachfrage des Gerichts schließt sich der Angeklagte den Ausführungen seines Anwalts an und „will nichts mehr hinzufügen“. Die Kammer zieht sich zur Beratung zurück und will noch heute ein Urteil verkünden.

Update, 15.15 Uhr - Hells Angel vor Gericht: Polizei mit tiefen Einblicken

Weitere Angaben macht ein zweiter Ermittler; diesmal ein Zivilpolizist, der zahlreiche Personen aus dem Umfeld des Angeklagten observiert hatte. Er schildert Beobachtungen, die er bei der Verfolgung des Drogenkuriers gemacht hatte – unter anderem bei den vermeintlichen Übergaben von Kokain und Cannabis in Taufkirchen.

Danach tritt ein dritter Polizist vor die Kammer. Er liefert dem Gericht wertvolle Einblicke in die internen Abläufe und Zusammenhänge der Hells Angels in und um Rosenheim. Er untermauert die in der Anklageschrift ausgeführten Tatbestände und stellt Querverweise zu anderen Verfahren her, die vor kurzem in Traunstein aus demselben Milieu verhandelt wurden. Sein Fazit: Der Angeklagte sei an den ihm vorgeworfenen Geschäften in jedem Fall beteiligt gewesen. Selbst ein Telefonat aus der JVA zwischen dem Angeklagten und einem weiteren Mitglied der Hells Angels habe die Polizei abgehört. Darin wurde der Angeklagte als „Urlaubsvertretung“ betitelt; ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass der 29-Jährige die Drogen-Kontakte und auch Geschäfte seines Vorgängers übernommen habe.

Festnahme des Angeklagten und Durchsuchungen

Der Beamte war ebenfalls am Zugriff und der Festnahme des Angeklagten in dessen Wohnhaus beteiligt. Bei der Durchsuchung des Anwesens sei die Waffe sowie die Munition „für jeden zugänglich“ aufgefunden worden. Zudem seien mehrere Mobiltelefone gefunden worden. Die Auswertung eines dieser Smartphones laufe derzeit aber noch, so der Zeuge. Auf einem weiteren Handy seien aber die Kontaktdaten der Drogenhändler gefunden worden; „viele Inhalte waren aber bereits gelöscht.“ Auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft bestätigt der Beamte, dass bei der Durchsuchung auch Schlagringe, Messer und eine nicht geringe Menge an Bargeld, aber keine Betäubungsmittel gefunden wurden.

Dealer machen keine Angaben zur Sache

Wie Richterin Christina Braune anschließend an die Vernehmung verliest, machten die beiden Dealer und auch der Kurier von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Gegen die drei Männer laufen parallel eigene Verfahren; sowohl Staatsanwalt Wewer als auch Rechtsanwalt Krause verzichten auf eine Ladung als Zeugen vor Gericht.

Erheblicher Drogenkonsum beim Angeklagten

Vor dem Ende der Beweisaufnahme spricht Richterin Braune noch mit dem Angeklagten über dessen persönliche Daten. Hier gibt er an, die Hells Angels bereits im Dezember 2020 verlassen zu haben. Danach macht ein Psychologe vom Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg Angaben zur geistigen Verfassung des Angeklagten. „Aus psychiatrischer Sicht gibt es keine Anhaltspunkte, dass es eine erhebliche Minderung des Steuerungsvermögens gegeben hätte,“ folgert der Gutachter nach den Gesprächen mit dem Angeklagten. Ein ausgeprägter Konsum unterschiedlichster Substanzen sei zwar nachweisbar, würde sich auf die Schuldfähigkeit aber nicht auswirken. Eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt befürwortet der Sachverständige.

Nach einer weiteren Pause sollen bereits die Plädoyers folgen. Und auch ein Urteil könnte Richterin Braune schon heute Nachmittag fällen.

Update, 12.40 Uhr - Überraschende Wende: Gibt es einen Deal für den Angeklagten?

Nach einer längeren Unterbrechung, in der sich Rechtsanwalt Udo Krause mit seinem Mandanten ausgiebig beraten hat, wird der Prozess gegen den 29-jährigen Biker fortgesetzt. Zunächst gibt Richterin Christina Braune bekannt, dass sich die Einlassung des Angeklagten nicht mit der Aktenlage in Einklang bringen ließe. Dies habe unter anderem das zuvor geführte Rechtsgespräch gezeigt. Der Verteidiger des Angeklagten habe die Kammer im weiteren Verlauf gebeten, einen Verständigungsvorschlag zu unterbreiten.

Danach erhebt sich Rechtsanwalt Krause von seinem Platz. „Der Angeklagte möchte sich weiterhin nicht äußern. Er lässt aber über mich erklären, dass die Anklageschrift in allen Punkten richtig ist“. Weitere Details, etwa zur Gewinnverteilung der Drogen-Deals, möchte der Angeklagte auf Nachfrage des Gerichts hingegen nicht nennen.

Ermittler schildert zahlreiche Details vor der Kammer

Die Hauptverhandlung beginnt mit der Vernehmung von Zeugen zur Sache. Den Anfang macht ein Kriminalbeamter vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Der Sachbearbeiter berichtet von den Überwachungsmaßnahmen, die in Bezug auf den Angeklagten erfolgt sind. Für das Jahr 2021 habe die Polizei umfangreiche Abhör-Protokolle vorzuweisen. Darin sei unter anderem die Kommunikation zwischen dem Angeklagten und seinen Drogen-Lieferanten sehr gut nachzuvollziehen.

So berichtet der Zeuge ausführlich von der Vorbereitung und auch der Ausführung der Geschäfte des Angeklagten. Alle in der Anklageschrift angeführten Drogen-Deals könne der Polizist lückenlos bestätigen. „Die Verkäufer reden dabei immer vom Angeklagten als Geschäftspartner; in ihrer Wahrnehmung ist immer von ihm die Rede“, so der Zeuge; auch wenn ein Kurier die Betäubungsmittel abgeholt habe. „Dafür wenn es mal darauf ankommt“ hätten die Drogenlieferanten dem Angeklagten schließlich eine Waffe besorgt, so der Ermittler weiter. Aus den Protokollen sei auch ersichtlich, dass die Waffe tatsächlich an den Angeklagten übergeben wurde.

Nach einer Pause sollen noch zusätzliche Zeugen und auch ein Gutachter Angaben zur Sache machen. Bis dahin unterbricht die Vorsitzende Richterin Braune die Hauptverhandlung. Der Prozess soll am Nachmittag fortgesetzt werden.

Update, 10.20 Uhr - Kokain nur gegen die Schmerzen: Angeklagter weist sämtliche Vorwürfe zurück

Unter dem Vorsitz von Richterin Christina Braune beginnt am Mittwoch (8. Juni) der Prozess gegen den 29-jährigen Rosenheimer, ein Mitglied der Hells Angels, vor dem Landgericht in Traunstein. Staatsanwalt Nils Wewer verliest zu Beginn die Anklageschrift vor der 7. Strafkammer.

Bereits im Februar 2021 soll der Angeklagte mit dem Kauf von Betäubungsmitteln begonnen haben. Zunächst zehn Gramm Kokain; im Laufe des Jahres dann sogar mehrfach. Mehr als 100 Gramm habe er über einen Kontakt in Taufkirchen besorgt oder besorgen lassen. Im September 2021 seien es dann 50 Gramm Kokain sowie ein halbes Kilogramm Cannabis gewesen. Dabei soll der Angeklagte stets auf seine Kontakte bei den Hells Angels zurückgegriffen haben. Dort habe er nach der Verhaftung seines Vorgängers den Rang „Sergeant in Arms“ – zuständig für die Verteidigung des Motorrad-Clubs gegen Angriffe von außen – innegehabt.

Bei der Verhaftung des 29-Jährigen hätten die Beamten zudem eine Schusswaffe sichergestellt. Die Gaspistole der Marke Zoraki sei aufgebohrt und mit einem neuen Lauf versehen worden. Insgesamt zehn Schuss scharfe Munition konnten ebenfalls beschlagnahmt werden. Eine Überprüfung habe ergeben, dass die gefundenen Patronen vom Kaliber 7,65 mm Browning ohne Probleme aus der Waffe verschossen werden können.

Der Angeklagte selbst schweigt – sowohl zur Waffe als auch zu den Drogen

Selbst äußern will sich der Angeklagte vor Gericht nicht. Über seinen Verteidiger, Rechtanwalt Udo Krause aus Bad Reichenhall, lässt er stattdessen eine Erklärung verlesen. Darin gesteht er den Konsum von Kokain, das ihm „gegen Schlafprobleme und Schmerzen“ helfe. Vom Kauf größerer Mengen zum gewinnbringenden Weiterverkauf distanziert sich der 29-Jährige dagegen. Er habe nie jemanden beauftragt, geschweige denn selbst die in der Anklageschrift angeführten Mengen gekauft. Und auch zur Waffe möchte er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern.

„Sehr überzeugend ist das nicht“ und „ich weiß auch nicht, zu was diese Einlassung führen soll“ gibt Richterin Braune im Anschluss an die Verlesung sichtlich irritiert zu bedenken. Die Betrachtungen des mit dem Fall betrauten Gutachters weisen in eine ganz andere Richtung. Auf Antrag der Verteidigung zieht sich die Kammer dann aber doch zusammen mit Staatsanwalt Nils Wewer und dem Anwalt des Angeklagten zu einem Rechtsgespräch zurück.

Vorbericht

Erst vor rund drei Monaten verurteilte das Frankfurter Landgericht den ehemaligen Präsidenten der Rosenheimer Hells Angels zu einer langjährigen Haftstrafe; jetzt steht ein weiteres Mitglied der Motorrad-Bande vor dem Richter: Ein 29-jähriger Mann aus dem südlichen Landkreis Rosenheim soll wiederholt mit Kokain und Cannabis Handel getrieben haben.

Bei seiner Verhaftung Mitte Oktober 2021 hätten die Beamten dann aber noch mehr gefunden: Im Keller des Hauses sei eine modifizierte Gas-Pistole samt Schalldämpfer und Munition versteckt gewesen. Der Lauf der frei verkäuflichen Waffe sei derart verändert worden, dass damit störungsfrei großkalibrige Patronen in halbautomatischer Folge abgefeuert werden konnten.

Zwei Verhandlungstage geplant - chiemgau24 berichtet aktuell

Wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Traunstein ergeben haben, soll der 29-Jährige bereits seit 2020 mit Betäubungsmitteln gehandelt haben. Ende 2021 soll er dann bei den Hells Angels im Rang aufgestiegen sein und die Drogengeschäfte seines Vorgängers mit übernommen haben. Am Mittwoch (8. Juni) und am Donnerstag (9. Juni) muss sich der Rocker nun vor der 7. Strafkammer am Traunsteiner Landgericht verantworten.

***chiemgau24 berichtet ab Mittwoch aktuell und in Ausschnitten aus dem Gerichtssaal.***